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Fahrt zur Schule wird für Altmörbitzer Kinder noch stressiger

Fahrt zur Schule wird für Altmörbitzer Kinder noch stressiger

Die Nachricht kam einen Tag vor den Sommerferien und verhagelt seither drei Familien in Altmörbitz kräftig die Urlaubsstimmung: Ihre Kinder, derzeit die Gemeinschaftsschule in Geithain besuchend, sollen ab kommenden Schuljahr einen noch aufwendigeren Schulweg haben, nun in Frohburg umsteigen müssen.

Altmörbitz. Die betreffenden Eltern gehen dagegen auf die Barrikaden.

Die Töchter von Antonette Radmacher und Birgit Wagner sowie der Sohn von Romy Schütze sollen künftig noch früher aufstehen. Weil die beiden Siebtklässlerinnen und der Sechstklässler nicht mehr wie bisher einen durchgehenden Bus von Altmörbitz nach Geithain benutzen können. Sondern sie müssen laut Informationsschreiben des Landratsamtes zunächst nach Frohburg fahren und dort in den Geithainer Bus umsteigen. „Das ist eine enorme Belastung für die Kinder – sie müssen 6.15 Uhr aus dem Haus, um anderthalb Stunden später in der Schule zu sein“, ärgert sich Romy Schütze darüber maßlos. Dass die Kinder früh die Ersten beim Einsteigen sind und nachmittags als Letzte ankommen, damit habe man sich abgefunden. „Dass ihnen aber nun zum etwa einen Kilometer langen Weg zur Haltestelle, die außerhalb des Ortes liegt, noch einmal zusätzliche Fahrzeit und der Umsteigestress aufgebürdet werden, ist sehr ungerecht. Sie kommen völlig gestresst in der Schule an und sollen dann vernünftig lernen“, sieht das Birgit Wagner nicht anders. Wie die anderen beiden Elternpaare versteht sie nicht, warum die durchgehende Linie wegrationalisiert wird. Schon einmal – im Dezember 2009 – stand bei einer Fahrplanänderung das Thema zur Debatte. Damals konnte es abgewendet werden. „Und es wurde uns versprochen, gemeinsam nach einer für alle Beteiligten – und zum Wohle der Kinder – akzeptablen Lösung der Schülerbeförderung nach Geithain zu suchen, Seither herrschte Stillschweigen – bis zu diesem Brief“, wurmt Schütze und die anderen.

Denn großen finanziellen Nutzen für den Kreis können die Betroffenen nicht erkennen. Und sie fragen sich: Warum kann jener Bus, der von Altenburg kommt und zurzeit sowieso durch die Brückenbauarbeiten in Gnandstein über Altmörbitz fährt, nicht im Ort halten? Oder aber, warum soll es bei gutem Willen nicht möglich sein, dass die Schülertaxe, die Kinder von Wüstenhain halb leer nach Kohren zum Bus bringt, nicht die nur zwei Kilometer entfernten Altmörbitzer Schüler mit abholen könnte? All das hätten sie im zurückliegenden halben Jahr gern gemeinsam mit den Behördenvertretern diskutiert. Dort aber herrschte absolute Funkstille.

Der Brief des Landratsamtes blieb selbstverständlich von den Eltern nicht unwidersprochen. Doch die Antwort, die Ende Juni eintraf, „hat uns sehr enttäuscht“, so Wagner. Der Kern der Antwort: Es wurden alle Aspekte geprüft. Es bestehe kein Anspruch auf ein bestimmtes Beförderungsangebot, könne keine günstigere Möglichkeit angeboten werden, ließ Iris Bode, Sachgebietsleiterin Schülerberförderung/ÖPVN im Kultusamt, darin wissen. Das bestätigt Behördensprecherin Brigitte Laux auch gegenüber unserer Zeitung. „Mit dem vorliegenden Fahrtangebot von Altmörbitz über Frohburg dauert die Fahrt 56 Minuten, nachmittags umsteigefrei 51 Minuten. Für die Kinder ist die Dauer des Schulweges sicherlich lange. Doch wie die Rückfahrt erkennen lässt, wird die Zeit durch eine umsteigfreie Fahrt nicht zwangsläufig wesentlich verkürzt.“

Bei den vorgeschlagenen Alternativvarianten entstände gegenüber dieser Regelung ein zusätzlicher finanzieller Aufwand, den der Landkreis nicht tragen könne.

Für die Eltern ist die Sache damit jedoch keineswegs ad acta gelegt, wie sie in einem erneuten Schreiben an die Behörde wissen ließen. „Wir werden uns mit aller Kraft für die Beibehaltung der Haltestelle Altmörbitz 6.42 Uhr direkt nach Geithain einsetzen, mit allen Mitteln dafür kämpfen“, kündigen sie an.

Thomas Lang

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