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Geithain Falken plädiert für längeres gemeinsames Lernen
Region Geithain Falken plädiert für längeres gemeinsames Lernen
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11:03 14.04.2018
Geithainer protestieren 2009 für eine Weiterführung des Konzeptes der Gemeinschaftsschule in der Stadt. Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain

Die „Bildungsmisere der sächsischen Staatsregierung“, wie die Linke im Landtag ihre Kritik subsumiert, lässt viele Geithainer offenbar kalt. Der Einladung zum Gespräch mit Cornelia Falken, der bildungspolitischen Sprecherin der Linke-Landtagsfraktion, folgten am Donnerstagabend kaum zwei Dutzend Interessenten.

Thema Schule wird heiß diskutiert

Das verwundert, wird doch das Thema Schule in der Stadt zurzeit heiß diskutiert. Die bedrohlich gesunkenen Schülerzahlen der Oberschule werden den erheblich gestiegenen der beiden freien Gymnasien gegenübergestellt. Statt von einem Miteinander von staatlicher und nicht staatlicher Schule, Grundschulen eingeschlossen, ist von Konkurrenz die Rede, wird die Paul-Guenther-Schule in gefahrvoller Bedrängnis gesehen.

Diese Gemengelage, die zuletzt mehrfach im Stadtrat zur Sprache kam, war Grund für den Linke-Ortsverband, eine Fachfrau auf das Podium zu holen. Im Publikum Schulleiter, Lehrer, Elternvertreter, Stadträte, der Bürgermeister, wenige Bürger.

Falken: Längeres gemeinsames Lernen wäre die Lösung

„Ein längeres gemeinsames Lernen – für Geithain wäre das die Lösung schlechthin“, sagte Cornelia Falken. Sie verwies auf einen von zahlreichen Verbänden und Initiativen getragenen Vorstoß, das sächsische Schulgesetz um die Möglichkeit einer solchen zusätzlichen Schulform zu erweitern.

Werde ein Volksantrag von 40 000 Sachsen unterzeichnet, müsse sich der Landtag damit befassen. Lehne er ab, müsse man versuchen, über Volksbegehren und Volksentscheid zu diesem Ziel zu kommen.

„66 Prozent der Sachsen wollen das längere gemeinsame Lernen“, sagte Falken mit Verweis auf eine repräsentative Befragung – „selbst 60 Prozent der CDU-Wähler“. Gemeint ist ein gemeinsamer Unterricht bis Klasse 8; eine Differenzierung in Richtung Abitur würde ab Klasse 9 erfolgen.

Gemeinschaftsschule war Magnet in Geithain

„Wir stecken da sehr viel Kraft rein, um den Kommunen eine solche Möglichkeit zu eröffnen.“ Die Kommunen könnten so die Schullandschaft deutlich stärker nach ihren Vorstellungen gestalten. Länger gemeinsam lernen, das war im Rahmen des Schulversuchs Gemeinschaftsschule vor Jahren der Magnet für die Paul-Guenther-Schule. „Dass Geithain sie nicht behalten durfte, ist eine ganz böse Geschichte. Viele haben eine Menge Kraft investiert und sind in einen ganz tiefen Keller gefallen.“

Schmuck: Sind keine Konkurrenz

Warum, fragte Bernd Gnant, spreche die Paul-Guenther-Schule aktuell nur wenige Schüler an: Wähnten die Eltern ihre Sprösslinge in einer Privatschule besser gebildet? Missfällt ihnen die Atmosphäre? „Die Paul-Guenther-Schule sollte über die Gründe nachdenken.“ Er selbst betrachte die Argumente gegen diese Schule für nicht stichhaltig. Ingeborg Schmuck, Leiterin des Freien Gymnasiums, stellte klar, dass sie ihr Haus nicht als Konkurrenz zur staatlichen Schule betrachte: „Wir sind ein Gymnasium, keine Oberschule.“

Dass beide Schulformen ihre Berechtigung hätten, daran könne man nicht zweifeln, sagte Cornelia Falken. Überfällig aber sei, dass die Landesregierung dahin komme, sich mit Schule konzeptionell zu befassen. „Die Angst von Eltern, an staatlichen Schulen fällt so viel Unterricht aus, ist doch nicht aus der Luft gegriffen.“

Gegen Stundenausfall gehe man regierungsamtlich jetzt konsequenter vor. Auf der Strecke aber bleibe die Debatte, welche Schule(n) man wolle und brauche, um zukunftsfähig zu sein. Dieses Dilemma schlage durch bis auf die Kommunen. Da sei Geithain nur ein Beispiel.

Von Ekkehard Schulreich

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