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Geithain Faszination Augen: Lysann Heider stellt in Bad Lausick aus - und unterstützt "MaleLE"
Region Geithain Faszination Augen: Lysann Heider stellt in Bad Lausick aus - und unterstützt "MaleLE"
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15:01 17.03.2011
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Bad Lausick

Für ihre Ausstellung in der Bad Lausicker „Riff"-Galerie, die am Mittwoch Abend eröffnet wurde, hat sie das Mädchengesicht, das ihr nicht aus dem Sinn ging, gemalt - kühn geschnitten, in Öl, obwohl sie sonst Kreide bevorzugt.

„Diese Augen, die sind so ausdrucksstark", sagt Erika Kaufmann beim Rundgang durch die neue Bilderschau. Die intensive Wahrnehmung der Umgebung, die aus den Bildern entgegentrete, spreche für Bodenständigkeit in bestem Sinne. „Das Porträt des Kindes ist das vielleicht schönste Bild", meint Maria Tschech-Löffler und nimmt das Wort vielleicht gleich zurück. Ursula Trieglaff gefällt an den Arbeiten von Lysann Heider die Präzision und Detailliertheit. „Für mich ist das hohe Kunst. Bei dem Bildnis des Hundes siehst du jedes einzelne Haar", äußert Wolfgang Kahl, und seine Frau Monika erinnert sich gern an eine reine Porträt-Ausstellung der Künstlerin, die in Schönbach zu sehen war. Besondere Aufmerksamkeit fanden zwei Acrylbilder in dezentem, hintergründigen Schwarz-Weiß, ein muskulöser Männerkörper, benachbart das weibliche Pendant mit dem Titel, der manche rätseln lässt: „Gegenlicht". An Letzterem arbeitete Heider bis in den Morgen des Ausstellungstages hinein; Thomas Kundt, der Mann an ihrer Seite, hängte das Bild erst unmittelbat vor der Vernissage an seinen Platz.

Lysann Heider, die in der zurückliegenden Zeit unter anderem in Kitzscher und Glasten ausstellte, offenbart in der „Riff"-Galerie eine Entwicklung: Neben den Pastell-Bildern von Katzen, Hunden, Pferden, den Porträts, über ein Jahrzehnt hinweg beinahe allesamt auf Bestellung entstanden, greift die Acrylmalerei Raum, die einzig in eigenem Auftrag entsteht. „Jetzt fasse ich Mut, etwas für mich zu tun, nehme mir mitunter eine ganze Woche Zeit dafür", sagt die 31-Jährige, die Schauwerbegestalterin lernte, sich vor zehn Jahren aber schon selbstständig machte mit ihrer zeichnerischen Profession. Die Konzentration auf Hell und Dunkel, der Verzicht auf Farbigkeit rückt ihre Acrylbilder in die Nähe der Fotografie; der Impuls, so zu malen, „ist vor allem ein Gefühl". Und was die Augen betrifft: „Sie sind für mich das Wichtigste. Da steckt das ganze Leben eines Menschen drin."

„Ich bin ein Nachtmensch", sagt Lysann Heider, die große und viele Worte meidet, über sich selbst. Wenn sich die Welt schlafen schickt, die Geräusche verstummen, das Telefon verstummt, selbst die Katzen im Haushalt zur Ruhe kommen, dann beginnt sie zu malen, über Stunden: „Dann bin ich in meinem Kokon." Da liegt es auf der Hand, dass die Wintermonate die arbeitsintensivsten sind.

Die Ausstellung in der „Riff"-Galerie bietet einen Querschnitt des mehrhundertblättrigen Werkes, das die Schönbacherin vor einem Jahrzehnt begann. Die Schau ist bis Ende Mai zu sehen. Um Lysann Heider zu gewinnen, ein Bild für den LVZ-Malwettbewerb „MaleLE" zu gestalten, bedurfte es vorgestern keiner großen Überzeugungskraft. Für all jene, die sich an "MaleLE" beteiligen möchten: Die Tüten mit dem Malgrund gibt es im Bad Lausicker Kur- und Freizeitbad "Riff".

Ekkehard Schulreich

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