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Feuerriegel lieferte Entwürfe für vergessenes Bad Lausicker Weltkriegsdenkmal

Feuerriegel lieferte Entwürfe für vergessenes Bad Lausicker Weltkriegsdenkmal

Die neu gepflanzten Kastanien nördlich der Bad Lausicker Kilianskirche grünen inzwischen. Sie geben diesem historischen Platz in der Stadtmitte allmählich seinen Charakter zurück.

Bad Lausick. Von der Platzneugestaltung unbenommen sind allerdings die beiden Denkmale, die an die Kriege 1870/71 und 1914/18 erinnern. Und das, obwohl der Geschichtsverein schon vor Jahren anregte, beide Steine zumindest zu konservieren. Jetzt wollen zwei Vereinsmitglieder zur Selbsthilfe greifen.

Der Name Kurt Feuerriegel ist landläufig vor allem mit Kohren-Sahlis verbunden. Er gilt als derjenige, der vor einem Jahrhundert mit neuen künstlerischen Akzenten dem darniederliegenden Töpferhandwerk zu erneuter Blüte verhalf. Dass derselbe Feuerriegel das Denkmal entwarf, das nahe der Bad Lausicker Stadtkirche den im Ersten Weltkrieg gefallenen Kurstädtern gewidmet ist, ist dagegen kaum bekannt. Aber belegt, auch durch Feuerriegels Handschrift, sagt Monika Löffelmann, die Vorsitzende des Geschichtsvereins. Der Meister zeichnet für die Gestaltung der sieben Stelen mit 173 Namen verantwortlich. Längst aber sind sie wegen ausladender Rhododendron aus dem Blickfeld und damit aus dem Bewusstsein verschwunden. Der Obelisk, der an die vier getöteten Lausicker des Deutsch-Französischen Krieges gemahnt, ist zwar sichtbar; der Sandstein aber in einem viel desolateren Zustand.

„Es ist schwer zu begreifen, dass die Stadt den Platz neu gestalten lässt, sogar die Wege zu beiden Denkmalen neu anlegt, an diesen Steinen selbst aber überhaupt nichts zu tun bereit ist", sagt Erwin Löffelmann, der vor Monaten schon die Rotwildgruppe des Bad Lausicker Bildhauers Gustav Tschech-Löffler, die als unrettbar zerstört galt, für den Museumsgarten wieder zusammenfügte. Nun möchte er sich - in Abstimmung mit den Denkmalpflegern - des Obelisken annehmen. Er plant, den Stein zu reinigen und die Rahmung der Schrifttafeln mit einem Mörtelgemisch behutsam auszubessern. Die längst nicht mehr entzifferbare Inschrift soll künftig auf einer beigestellten Tafel zu lesen sein.

„Nachgefragt, wann man sich denn im Rathaus um die Erhaltung der beiden Denkmalle kümmern wolle, gab es allenfalls Vertröstungen", sagt Geschichtsvereins-Mitglied Wolfgang Engert. Ein Brief von 2009, kurz vor dem Beginn der Kirchplatz-Neugestaltung, sei bis heute ohne Antwort: „Dabei ließe sich zumindest an dem Weltkriegsstein ohne großen Aufwand etwas machen." Das bestätigt auch ein Restaurator des Landesamtes für Denkmalpflege, der beide Male vor Jahresfrist untersuchte. Er spricht von einer „überschaubaren Leistung, die von einem einfühlsamen ortsansässigen Steinmetz geleistet werden kann". Der Geschichtsverein hat einen Kostenvoranschlag eingeholt, der 2700 Euro nennt für Reinigung und Versiegelung der Stelen.

Dass bei Kriegerdenkmalen die Meinungen landläufig auseinandergingen, will Monika Löffelmann nicht bestreiten. In Bad Lausick aber werde die Existenz beider Steine offenbar nicht einmal wahrgenommen, ganz zu schweigen davon, dass man sich mit diesem Erbe auseinandersetzte. Für den Geschichtsverein jedenfalls sei klar, als historische Zeitzeugen sollten beide erhalten werden. Der Verein sei bereit, sich dieser Verantwortung zu stellen, auch wenn er über keine Mittel dafür verfüge. Vielleicht aber gelinge es, einige geschichtsbewusste Kurstädter für dieses Vorhaben zu erwärmen.

Ekkehard Schulreich

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