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Feuerwehr Bad Lausick schlägt Alarm: "Es ist fünf vor zwölf"

Feuerwehr Bad Lausick schlägt Alarm: "Es ist fünf vor zwölf"

Den Brandschutz zu sichern, ist eine Pflicht- und Kernaufgabe einer jeden Kommune. Der Stadt Bad Lausick fällt das immer schwerer. Viele andere Kommunen befinden sich in vergleichbarer Lage.

Die Feuerwehren werden getragen durch das ehrenamtliche Engagement der Bürger. Doch nicht nur die Personaldecke wird immer dünner. Der Investitionsstau in Technik und Depots, der in Bad Lausick aufgelaufen ist, ist siebenstellig. Wie ist das Feuerwehrwesen in Bad Lausick zukunftsfähig zu machen - das fragt die LVZ Stadtwehrleiter Tim Barczynski.

Auf 2,7 Millionen Euro bezifferten die Bad Lausicker Feuerwehren vor zwei Jahren den Investitionsstau. Was hat sich seit diesem Hilferuf getan?

Wir sind die ersten Schritte in der Fahrzeugbeschaffung gegangen. Eine Bekleidungskammer wurde eingerichtet und ausgestattet. Steinbach hat jetzt ein neues Depot. Das ist gut, aber immer noch zu wenig. Denn der Rückstau wächst weiter.

Welche Unterstützung bekommt Bad Lausick von außen?

Die Kameraden gehen hausieren und hoffen auf die eine oder andere finanzielle Zuwendung. Es gibt Fördermittel, aber die werden nicht so bewilligt, wie es für uns sinnvoll wäre. Fehlen die Eigenmittel, bleiben sie ohne Wirkung. In meinen Augen hat man an verantwortlicher Stelle nicht begriffen, dass es fünf vor zwölf bei den meisten freiwilligen Wehren ist.

Welche Investitionen sind in den nächsten Jahren geplant?

Wir beschäftigen uns mit der Erneuerung der Fahrzeugflotte und der Ertüchtigung der Feuerwehrhäuser.

Und die personelle Entwicklung?

Schlecht wie seit Jahren. Die Bereitschaft zu helfen , sinkt in einer Spaßgesellschaft. Die Zugänge sind definitiv zu gering.

Doppelmitgliedschaften in mehreren Wehren: eine Idee, die Wirkung erzielte?

Um es klar zu sagen: nein. Ich habe mir mehr versprochen. Wenn es aber nicht genug Arbeitsplätze in der Stadt gibt, gibt es logischerweise nicht genug Doppelmitgliedschaften.

Wie stehen die Arbeitgeber der Ehrenamtlichen zum Engagement in der Feuerwehr?

Ich bin dankbar, dass viele die Kameraden freigeben. Wer Hilfe schickt, kann auch auf Hilfe vertrauen - eine einfache Rechnung. Aber nicht in jedem Fall können die Kameraden den Arbeitsplatz verlassen, da es innerbetriebliche oder technologische Grenzen gibt.

Lässt sich die Einsatzbereitschaft tagsüber noch sicherstellen?

Nur durch Feuerwehrtreffen der gesamten Gemeindewehr. Wer noch glaubt, dass wir jederzeit genug Kameraden in einem Ortsteil haben, ist Tagträumer. Die Feuerwehr kommt, das ist sicher. Aber ich kann nicht mehr garantieren, dass ausreichend Kräfte sofort vor Ort sind.

Wie sieht die Struktur der Zukunft aus?

Alle Ortsteilwehren haben Bestand. Wo in welchem Maß Technik stehen wird, darüber diskutieren wir angestrengt und hoffentlich zukunftssicher.

Zusammenarbeit der Kommunen in puncto Feuerwehr: Was läuft, was wäre wünschenswert?

Zwischen den Gemeinden wachsen Hilfsvereinbarungen. Die neue Alarm- und Ausrückeordnung zwingt zur gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit. "Mein Einsatz - dein Einsatz" gilt nicht mehr. Im vorbeugenden Brandschutz sehe ich aber definitiv Nachholebedarf.

Die Forderungen an das Land?

Die Kommunen benötigen eine sichere und ausreichende finanzielle Ausstattung, damit die Kameraden sicher und gut ausgerüstet die Anforderungen des Brandschutzes erfüllen können. Gesetze und Verordnungen löschen kein Feuer - aber der Kamerad, wenn man ihn dazu in die Lage versetzt. Ein Dank und manch unbürokratisch umgesetzte Idee ist mehr wert als Orden und wirkungslose Werbekampagnen.

Interview: Ekkehard Schulreich

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.09.2015

Ekkehard Schulreich

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