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Geithain Feuerwehren: Frust in Kohren-Sahlis über Funkstille aus Frohburg
Region Geithain Feuerwehren: Frust in Kohren-Sahlis über Funkstille aus Frohburg
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00:21 15.10.2017
Zu den elf Wehren im Frohburger Einzugsbereich kommen die beiden aus Kohren-Sahlis und Jahnshain hinzu. Quelle: dpa
Kohren-Sahlis/Frohburg

Wenn Kohren-Sahlis zu Beginn des nächsten Jahres Teil der Stadt Frohburg wird, verschmelzen auch die Verantwortungsbereiche der Feuerwehren. Zu den elf Wehren im Frohburger Einzugsbereich kommen die beiden aus Kohren-Sahlis und Jahnshain hinzu. Wie sich die Zusammenarbeit unter dem Dach einer einheitlichen Stadtwehrleitung Frohburg gestalten wird, ist aus Sicht der Neuen weitgehend offen.

„Bisher hat keiner gesagt: Kommt, wir setzen uns mal an einen Tisch, denn in wenigen Wochen geht’s los“, sagt Jörg Stahl, Wehrleiter in Jahnshain. Kommunikation vermisst ebenso Lutz Fichtner, Wehrleiter der Kohrener Ortswehr und Stadtwehrleiter von Kohren-Sahlis: „Mit einem bisschen guten Willen könnte man das harmonischer gestalten. Uns würde es freuen.“ Fichtner zielt ausdrücklich auf die Leitungsebene ab: „Die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte untereinander hat immer geklappt. Da sehe ich überhaupt keine Probleme.“

Fehlende Kommunikation sorgt für Ärger unter Ehrenamtlichen

Die Freiwillige Feuerwehr Kohren-Sahlis soll – neben der Schwerpunktwehr Frohburg – mit Frankenhain und Flößberg als Stützpunktwehr agieren. Eingebunden sind dabei alle Ortsfeuerwehren. Das sieht der Brandschutzbedarfsplan vor, den Frohburg für beide Kommunen erarbeitet hatte, den eine Mehrheit im Kohrener Stadtrat nicht zu billigen bereit war.

Kritik der Kohrener entzündete sich an Veränderungen an der Prioritätenliste; sie sprachen von Eigenmächtigkeiten. Ein Jahr ist es her, dass der Plan im Parlament durchfiel. Und den Prozess der Eingliederung insgesamt für Monate zum Stocken brachte, gar in Frage stellte.

„Seither: Ruhe sanft“, konstatiert Lutz Fichtner. Wirklich näher gekommen sei man sich in den vergangenen zwölf Monaten kaum. „Wenn es Probleme gibt, schreiben wir keine Mails. Dann rufen wir uns an und klären das auf dem kurzen Weg.“ In Frohburg werde das offenbar anders gehandhabt; wie, das sei ihm bisher nicht klar geworden. Es gehe nicht nur um hinausgeschobene Investitionen in Gebäude und Technik, um verschiedene Verfahrensweisen etwa hinsichtlich der Atemschutztechnik, sondern auch um die Frage, wann es eine gemeinsame Feuerwehrsatzung gebe und wann die dann gemeinsame Stadtwehrleitung neu gewählt werde.

Der Frust unter den Ehrenamtlichen angesichts fehlender Kommunikation sei erheblich: „Der Bürger muss sich keine Sorgen machen. Auf uns ist auch nach dem 1. Januar Verlass. Aber auf der Führungs- und Verwaltungsebene sehe ich das skeptisch.“ Jörg Stahl unterstreicht das ausdrücklich: „Zurzeit herrscht komplett Ruhe. Wir lassen das auf uns zukommen.“

Hiensch: „Ich wüsste gar nicht, wo es hängen sollte“

Die Kohrener Wehr verfügt über 25 Aktive, sieben Alterskameraden, 15 Mädchen und Jungen in der Jugendwehr. Die Jahnshainer bieten 13 Aktive und acht Alterskameraden auf. Seit der Schließung der Dolsenhainer Wehr verfügen die Wehren zusammen über vier Fahrzeuge; das jüngste ist 15 Jahre alt. Mehrfach hatte Kohren Anlauf genommen, ein neues Tanklöschfahrzeug zu kaufen. Die Einwohner sammelten knapp 20 000 Euro dafür; das Geld wurde für einen ebenso nötigen Transporter ausgegeben. Fichtner: „Es ist deprimierend, dass die Bürger sammeln müssen, damit die Feuerwehr vom Hof kann.“ Die aufgeschobene große Investition sei nicht vom Tisch.

Wie also weiter mit Blick auf 2018? „Die Verfahrensweise ist noch offen. Es gibt Klärungsbedarf“, sagte der Frohburger Stadtwehrleiter Heiko Mühling und verwies auf Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW). Für den sind Brandschutzbedarfsplan und Eingliederungsvereinbarung die Handlungsgrundlage. „Ich wüsste gar nicht, wo es hängen sollte“, sagte Hiensch. Es gebe jede Menge anderer Dinge, die zum 1. Januar zu klären seien. Die Feuerwehren gehörten für ihn nicht dazu.

„Die Feuerwehrführungen Frohburg und Kohren sollten sich kurzfristig zusammen setzen und über die Zukunft diskutieren“, meinte dagegen sein Kohren-Sahliser Amtskollege Siegmund Mohaupt (CDU): „Ich würde als Bürgermeister gern dabei sein.“

Von Ekkehard Schulreich

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