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Flößberger Feuerwehr wird 75: Das ganze Dorf feiert diesen Geburtstag

Jubiläum Flößberger Feuerwehr wird 75: Das ganze Dorf feiert diesen Geburtstag

Im Jahr 1941 gegründet, wird die Freiwillige Feuerwehr Flößberg 75 Jahre alt. Das traditionelle Maibaum-Setzen am 30. April gerät so ein paar Nummern größer. Grund zu feiern hat die Truppe zweifellos: Die Jugendwehr ist mit 24 Köpfen ebenso stark wie die Einsatzgruppe – und dann gibt es ja noch 14 jüngere „Feuerflitzer“.

In Hunderten von Aufbaustunden geschaffen: das Gerätehaus von 1959/60 (links) und die Erweiterung Mitte der Siebzigerjahre. Davor der S 4000, den die Flößberger von Bad Lausick bekamen.

Quelle: Feuerwehr

Frohburg/Flößberg. Als knapp hinter dem Dorf ein großes Reifenlager in Flammen und schwarzem Rauch aufging, absolvierte die Freiwillige Feuerwehr Flößberg einen Einsatz, der für sie und die Region ohne Beispiel ist. Dreieinhalb Wochen waren die Kameraden seinerzeit, 1998, an der Seite von mehr als einem halben Hundert Wehren im Einsatz. Seither, sagt der damalige Wehrleiter Gottfried Schlichter, sei es zum Glück ruhiger geworden. Die Feuerwehr sei gut aufgestellt, und das sei gut für das Dorf und für die Region. Ein guter Grund, ihr 75-jährige Bestehen am 30. April gemeinsam zu feiern. Wobei die Anfänge des Löschwesens im Dorf deutlich weiter zurück liegen: Schon 1864 organisierte Schlossbesitzer Freiherr von Schlieben den Brandschutz und beschaffte eine Handdruckspritze.

Erst einmal waren die Flößberger in diesem Jahr nach einem Verkehrsunfall gefragt, sagt Ronny Eydner, der die Truppe 2011 übernahm: „Es ist beinahe verdächtig ruhig. Hoffen wir, dass es so bleibt.“ Im vergangenen Jahr leistete die 24-köpfige Einsatzgruppe Hilfe bei einem Mähdrescher-Brand auf benachbarter Beuchaer Flur und bei der Beseitigung von Sturmschäden in Bad Lausick. Die Flößberger, ausgerüstet mit einem – zum 70. Geburtstag neu beschafften – Transporter und einem Tanklöschfahrzeug mit dem Stern am Kühler, bilden den nördlichen Vorposten der Frohburger Wehren. Ob Verkehrsunfälle, Brände oder Eula-Hochwasser – wenn Hilfe nottut, kann man auf die Ehrenamtlichen zählen. Sie haben beinahe ein Luxusproblem: In der Jugendwehr sind 24 junge Leute aus Flößberg und Prießnitz aktiv. „Da kommen wir langsam an unsere Grenzen. Aber wir haben vier Jugendwarte, die eine hervorragende Arbeit machen“, sagt Eydner. In den vergangenen knapp zwei Jahrzehnten seien so allerhand Kameraden in die aktive Truppe gewechselt. Zudem gibt es die „Feuerflitzer“, die Jüngsten, immerhin auch 14 Mitstreiter stark. Nachwuchsprobleme? Für die Flößberger dürfte das auf längere Sicht kein Thema sein.

Probleme hatte die Wehr eher in den Nachkriegsjahren. Schlichter, 14 Jahre Wehrleiter und der älteste heute noch Aktive, bewahrt eine Spendenliste von 1946 auf: Beinahe jeder gab damals ein paar Mark, damit eine Motorspritze gekauft werden konnte. 1959/60 entstand in 2000 freiwilligen Arbeitsstunden ein Gerätehaus. 1963 gründete sich eine Frauengruppe, die heute als Teil der Altersabteilung die Wehr bei Einsätzen versorgt und auch bei Festen eine Stütze ist. Mitte der Siebzigerjahre wurden das Depot erheblich erweitert. „Wir sollten den S 4000 von Bad Lausick bekommen. Der hätte nicht reingepasst“, erinnert sich Schlichter.

Bis 1991 rückten die Flößberger mit diesem Fahrzeug aus; heute zieht der gepflegte Oldtimer als Traditionsfahrzeug bei Festen und Umzügen die Blicke auf sich. Sein Nachfolger, ein W 50 der Espenhainer Werksfeuerwehr, sei „kein Quantensprung“ gewesen; erst nach der Eingemeindung nach Frohburg wurde der Fahrzeugpark auf einen modernen Stand gebracht. Zudem bauten die Kameraden den Anbau, der einst Poststelle und Bürgermeisteramt beherbergte, und das alte Gerätehaus um. Noch vor Gottfried Schlichter trat Dieter Syrbe der Wehr bei – vor genau einem halben Jahrhundert. Der Dienstälteste kümmert sich bis heute als Gerätewart um die Technik.

Für das Jubiläum wird hinter dem Gerätehaus ein Festzelt aufgestellt. Dort findet am 30. April ab 10 Uhr – nach Salutschüssen der Frauendorfer Schützen – die große Festveranstaltung statt. Nach dem Mittagessen, um das sich die Jägerschaft kümmert, folgt ein unterhaltsamer Nachmittag. Geplant ist ein Gaudi-Wettkampf, bei dem unter anderem Teams von befreundeten Wehren aus Thüringen und Niedersachsen an den Start gehen. Bauchredner Roy Reinker tritt auf, eine Märchenfee verzaubert die jüngeren Besucher. Die Jugendwehr sorgt für Kaffee und Kuchen. An das Maibaum-Setzen gegen 20 Uhr schließen sich ein Fackelumzug und der Tanz in den Mai an. Höhepunkte des Abendprogramms: eine Show der Alten Hasen (des ehemaligen Jugendclubs) und ein Feuerwerk.

Von Ekkehard Schulreich

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