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Geithain Flutschutz im Kohrener Ortsteil Terpitz: Das Planen zieht sich hin
Region Geithain Flutschutz im Kohrener Ortsteil Terpitz: Das Planen zieht sich hin
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08:00 11.02.2017
In Kohren zeigte sich zuletzt im Sommer 2013, welche verheerende Kraft die Ratte und benachbarte Bäche im Falle des Falles entwickeln können und welche Schäden die Folge sind. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kohren-Sahlis

Wenn – etwa aufgrund starken Regens – der sonst eher schmale Rattebach binnen Minuten stark anschwillt und außer Rand und Band gerät, dann soll oberhalb von Terpitz ein großes Becken die Wassermassen zurückhalten. Dass das Becken gebaut werden muss, steht für die Anlieger des Baches, für die Verantwortungsträger der Stadt Kohren-Sahlis und auch für die Landestalsperrenverwaltung (LTV) Sachsen außer Frage. Schließlich zeigte sich zuletzt im Sommer 2013, welche verheerende Kraft die Ratte und benachbarte Bäche im Falle des Falles entwickeln können und welche Schäden die Folge sind. Allerdings gestaltet sich die planerische Vorbereitung des Beckens, das 218 000 Kubikmeter Wasser aufnehmen soll, als langwierig und kompliziert. Bereits seit 2007 gibt es Planungen, seit 2013 läuft das Planverfahren. Ein Jahrzehnt nach Beginn des Prozederes ist ein Termin des Baubeginns noch nicht abschätzbar.

„Es gibt im März erneut mehrere Arbeitstreffen mit der Landesdirektion, auf denen wir die strittigen Punkte durchgehen“, sagt Henriette Salewski, LTV-Betriebsteilleiterin in Rötha, der LVZ. Klärungsbedarf gebe es offenbar weiterhin vor allem im Hinblick auf Naturschutz-Belange. Es gehe vor allem um das Bachbett unterhalb des bis zu acht Meter hohen und 150 Meter langen Sperrdamms. Die vorliegenden Planungen müssten – danach sehe es aus – noch einmal ergänzt werden.

„Im Herbst 2015 wurde ein Planänderungsverfahren durchgeführt. Seitdem hat eine Vielzahl von Abstimmungen zu diversen Problembereichen stattgefunden“, sagt Jana Klein, stellvertretende Sprecherin der Landesdirektion. Was die Belange von Natur und Landschaft betreffe: „Dabei ist zu beachten, dass eine sehr differenzierte Rechtsprechung existiert, die geprüft und berücksichtigt werden muss.“ Bereits jetzt sei absehbar, dass insbesondere die naturschutzfachlichen Unterlagen nochmals geändert werden müssten und daher erneut ein Planänderungsverfahren durchgeführt werden müsse. „Aus diesem Grund sind auch keine seriösen Angaben zum Zeitpunkt des Abschlusses des Planfeststellungsverfahrens möglich.“

Axel Bobbe, Leiter der LTV-Niederlassung in Rötha, geht davon aus, dass man ab Vorlage des rechtsverbindlichen Bescheides zum Baurecht ein weiteres Dreivierteljahr benötige, um die Ausführungsplanung zum komplettieren und das Vorhaben europaweit auszuschreiben. Angesichts dessen scheint es sogar vage, dass 2018 zumindest mit dem Bau des Beckens begonnen werden kann. Immerhin sei die Finanzierung soweit gesichert, sagt Henriette Salewski: „Wir haben den Finanzbedarf dafür langfristig angemeldet.“

Von Ekkehard Schulreich

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