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Geithain Förderschüler ernten erste Früchte eines „beerenstarken“ Geithainer Projekts
Region Geithain Förderschüler ernten erste Früchte eines „beerenstarken“ Geithainer Projekts
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00:21 18.09.2017
Mit frisch gepflückten Himbeeren und zu Marmelade veredelten Früchten: die Schüler Marie-Kristin, Justin und Richard, zwischen ihnen Stiftungs-Botschafterin Manuela Bellmann, re. Projektleiter Udo Bohne, li. Werkstatt-Mitarbeiter Uwe Hofmann. Quelle: DRK
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Geithain

Die Himbeersträucher, die Heranwachsende der Förderschule für geistig Behinderte „Wilhelm Pfeffer“ im mittelsächsischen Zettlitz im vergangenen Jahr auf dem Areal der Geithainer DRK-Werkstätten pflanzten, tragen erstmals Früchte – und das nicht zu knapp. Auch Johannisbeeren und Heidelbeeren konnten die 16- bis 19-Jährigen in diesem Sommer ernten. Sie kochten aus ihnen leckere Marmelade oder verwendeten die Früchte für Joghurt und Süßspeisen.

„Die Mühen des Pflanzens belohnt zu sehen, ist sehr wichtig für unsere Schüler. Vieles lernen sie über das Sehen, Tasten, Schmecken“, sagt Jaqueline Rudolph, die die Klasse Werkstufe I betreut. Das Lebenspraktische stehe an erster Stelle. Deshalb komme dem Projekt „Gemeinsam beerenstark“, das das Geithainer DRK und die Bildungseinrichtung entwickelten, besondere Bedeutung zu. Groß war die Freude, dass die Town & Country Stiftung dieses Projekt erneut förderte. Waren es im vergangenen Jahr 500 Euro, die vor allem für den Kauf der Sträucher und den Bau von Rankhilfen verwendet wurden, übergab die Geithainer Immobilien-Unternehmerin und Stiftungs-Botschafterin Manuela Bellmann jetzt einen symbolischen Scheck von 1000 Euro.

„Das Projekt kommt bestens an. Es gibt ein positives Feedback von Schülern wie Lehrern“, sagt Udo Bohne, der „Gemeinsam beerenstark“ seitens der Geithainer Werkstätten betreut. Die neuerliche Spende ermögliche es, noch im Herbst ein großes Insektenhotel zu bauen und zwischen den Beeten aufzustellen. Damit finde die Beschäftigung mit Insekten und der Bestäubung von Blüten, die in den vergangenen Monaten ein Projekt-Schwerpunkt war, einen Abschluss. Um sich mit dem Thema vertraut zu machen, hatten die Zettlitzer auch die Naturschutzstation Weiditz besucht. Die Verwendung der Beeren füge sich hervorragend ein in die Beschäftigung mit gesunder Ernährung, und das Marmelade-Kochen verschaffe Erfolgserlebnisse, sagt Bohne: „Abgefüllt in kleine Gläser, haben die Schüler zudem ein kleines Geschenk, mit dem sie zum Beispiel ihren Eltern Freude bereiten können.“

Die Zusammenarbeit zwischen den DRK-Werkstätten und der Zettlitzer Förderschule hat sich über viele Jahre entwickelt. Die Schüler kommen zum praktischen Unterricht nach Geithain, werden dann in den Arbeitsalltag der verschiedenen Werkstattbereiche integriert. Hier kümmern sie sich selbst auch um all das, was für eine erfolgreiche Beerenernte unverzichtbar ist: Sie brachten die Pflanzen hinter dem Werkstatt-Laden in den Boden, kümmern sich um sie, bauten Rankhilfen, helfen jetzt, ein Insektenhotel zusammenzufügen, um in der nächsten Saison noch mehr leckere Früchte ernten und verarbeiten zu können.

„Der Stiftungspreis wird in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben. Wir freuen uns, dass insgesamt 17 Projekte in Leipzig und in der Südleipziger Region bedacht werden können“, sagt Manuela Bellmann. Jene zu unterstützen, die sich für benachteiligte Kinder einsetzten, sei ein wichtiges Anliegen, und es stehe für Nachhaltigkeit. Die Zusammenarbeit mit dem DRK und der Zettlitzer Förderschule erfahre sicher eine Fortsetzung.

Von Ekkehard Schulreich

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