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Geithain Folter im Jugendgefängnis Regis-Breitingen: Staatsanwalt fordert hohe Haftstrafen
Region Geithain Folter im Jugendgefängnis Regis-Breitingen: Staatsanwalt fordert hohe Haftstrafen
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19:39 14.04.2010
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Leipzig/Regis-Breitingen

töten. Das Opfer, ein damals 18-jähriger Jugendlicher, saß wegen Schwarzfahrens in Regis und „erlebte dort die schlimmsten Wochen seines Lebens“, so der Staatsanwalt. Einer der Schwächsten, der „halt schikaniert wurde“.

Sein Martyrium begann mit einer Vergewaltigung und setzte sich später auf einer Station fort, wo Ersttäter, unabhängig von Alter und Delikt, sich relativ selbst überlassen waren. Oft war nur ein Beamter für 24 Gefangene da, eine unbefriedigende Situation, die vom Kinder- und Jugendpsychiater Michael Günter kritisiert wurde (diese Zeitung berichtete). Die Angeklagten Nouredine F. (damals 15) und Patrick B. (24) hatten am Mittwoch, dem achten Prozesstag, ihr Schweigen gebrochen und ein Geständnis abgelegt. Für Verteidiger Bonell ist dieser Fall bedrückend: Ein Amtsrichter schickte einen dreifachen Schwarzfahrer in die JSA Regis, Staatsanwalt und Verteidiger legten keine Berufung ein – der Rechtsstaat habe in allen Punkten versagt. Er sehe auch bei den Bediensteten ein Mitverschulden, sie müssten mehr hinschauen und mehr melden. Solche Fälle nicht vermeiden zu können, wie es Anstaltsleiter Uwe Hinz gesagt hatte, sei eine Bankrotterklärung. Er hätte sich gewünscht, wenn Hinz das mit vielen Freiheiten für die Häftlinge ausgestattete Modell für gescheitert erklärt hätte. Stattdessen betonte der Anstaltsleiter die gute personelle Ausstattung seiner „Vorzeigeanstalt“. Bonell beantragte für seinen Mandanten unter Einbeziehung eines anderen Urteils eine Jugendstrafe von vier Jahren – wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung. Anwalt Reinhard Baehr hält vier bis fünf Jahre Haft für seinen Mandanten für angemessen. Für ihn sind die Angaben der Angeklagten, das Opfer lediglich in Todesangst versetzen zu wollen, plausibel. Er sieht keine Tötungsabsichten. Der junge Mann, 20 Jahre, „hat noch heute zu leiden“, sagte Nebenklagevertreterin Angela Schröder-Scherrle. Er befindet sich weiter in Behandlung. Sie schloss sich im Übrigen Staatsanwalt Ulrich Jakob an, der sieben Jahre Jugendstrafe für F. und neun Jahre und zehn Monate Haft für B. beantragte. Das Urteil wird am 22. April verkündet.

Saskia Grätz

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