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Geithain Fotoschau in der „Riff“-Galerie: Harald Lange offenbart seine Liebe zum Meer
Region Geithain Fotoschau in der „Riff“-Galerie: Harald Lange offenbart seine Liebe zum Meer
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13:18 11.03.2018
Tierfotograf Harald Lange aus Thierbaum wählt in seinem Atelier jene Bilder aus, die er in der Bad Lausicker „Riff“-Galerie zeigen möchte. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick/Thierbaum

Einen ausgewiesenen Unterwasser-Fotografen nennt er sich nicht. Auf Schiffen die Weltmeere befahren habe er, ohne deshalb aber ein Seebär zu sein. Und eine Ausstellung habe er eigentlich noch nie gemacht. – Aussagen, die verblüffen müssen, hört man sie aus dem Mund von Harald Lange. Denn der zählt seit Jahrzehnten zu den renommiertesten Tier- und Naturfotografen nicht nur in der DDR und Deutschland, sondern international.

Tierfotograf Harald Lange bei der Auswahl der Ausstellungsbilder. Quelle: Jens Paul Taubert

Veröffentlicht sind seine Bilder in zahllosen Sachbüchern und Fotobänden, einem inzwischen fast überholten Medium. Längst beliefert der agile Wahl-Thierbaumer, dem man sein 80. Lebensjahr mitnichten anmerkt, Agenturen rund um den Globus.

Harald Lange gestaltet erste Ausstellung

Für die Galerie im Bad Lausicker Kur- und Freizeitbad „Riff“ tut er jetzt etwas für ihn einmaliges: Er gestaltet eine Ausstellung. Eröffnet wird die am 27. Februar, 19 Uhr, mit einem Gespräch, in dem Lange auslotet, was ihn als sächsisches Landei mit den Weltmeeren unter und über der Scheidelinie verbindet.

„Als Autor habe ich mich mit so vielen Lebensräumen beschäftigt, aber nie mit dem des Meeres. Das wundert mich selbst“, sagt Harald Lange. Aus seinen großzügigen Atelierfenstern geht der Blick hinaus in die Landschaft am Colditzer Forst, die so wenig Maritimes hat. Vielmehr dominieren Fauna und Flora, die Eingang fanden in zahlreiche seiner Publikationen.

„Bin ein Verehrer der Meere“

Dabei, räumt er ein, „bin ich von Kindesbeinen an ein Verehrer der Meere.“ Helmut Drechsler, der berühmte Tierfotograf aus Colditz, der ihn nachhaltig prägte, nahm ihn Ende der Fünfzigerjahre mit auf den Darß, um den Vogelzug zu dokumentieren. Später, während des Studiums an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, dokumentierte er den Aufbau des Rostocker Überseehafens.

Eine enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Seereederei begann – und 30 Jahre, in denen Schauspieler Dieter Bellmann und er für ORWO Wolfen Farbdia-Ton-Schauen über das Industrieland DDR produzierten. Die Seerederei machte es möglich, dass Lange zu Foto-Einsätzen etwa in Ost- und Westafrika auf Handelsschiffen mitfahren durfte.

Viele literarische Anklänge

Wenn Lange jetzt im Bad Lausicker „Riff“ Aufnahmen des Great Barrier Riffs vor Australien zeigt, wenn er ein halbes Dutzend Delfine im Flug präsentiert, wenn er das von Wettern gegerbte Gesicht eines Fischers wiedergibt, dann sind das Fotografien, die auf den Reisen der vergangenen Jahre entstanden. „Wichtig ist mir dabei immer der Blick auf die Leute, die dort leben.

Es gibt viele Anklänge, die literarischer Art sind.“ Der alte Mann und das Meer etwa – Hemingway lässt grüßen. Wenn Harald Lange in Bad Lausick an die 40 großformatige Bildtafeln platziert, geht es ihm neben Fotokunst um Grundsätzliches, denn: „Alles Leben kommt aus dem Meer.“

Agenturen weltweit greifen auf seine Fotos zurück

In Zeiten einer alle Lebensbereiche durchdringenden Digitalisierung und unzähliger Möglichkeiten, Bilder zu generieren und zu verbreiten, betrachtet sich Harald Lange als klassischer Fotograf, keinesfalls aber als ein Fossil. „Selbst mit einem teuren Handy kannst du vieles gar nicht machen“, sagt er. Denn Technik allein mache noch keine fundierte Fotografie.

„Ich mache weiter, drossele nur ein bisschen das Tempo“, sagt er mit Blick auf das Altern, das für ihn nicht wirklich ein Thema ist. In schnelllebiger, sich beinahe überstürzender Zeit sei Entschleunigung ein Wert an sich. Fotografie verkörpere ihn, indem sie Augenblicke gerinnen lasse zu Bleibendem.

Laufe die Zeit der in Büchern gedruckten Fotografie auch ab, griffen doch Agenturen weltweit auf seine Fotos zurück, auf den Schatz seines Archivs, aber auch auf Neues, was immer wieder hinzukomme.

Von Ekkehard Schulreich

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