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Fotoschau von Thomas Kube in Geithain: Internationale Rockgrößen im Osten

Stadtbibliothek Fotoschau von Thomas Kube in Geithain: Internationale Rockgrößen im Osten

Er hat sie alle – auf der Festplatte: David Bowie und Udo Lindenberg, Kraftwerk und Depeche Mode, die Größen des Rock und Pop bei ihren Konzerten im Osten. Thomas Kube fotografiert seit anderthalb Jahrzehnten vor allen großen Bühnen. In der Geithainer Stadtbibliothek zeigt er ab 14. Februar diese Bilder und erzählt aus einer Welt, zu der nur wenige Zugang haben.

AC/DC live zu erleben, das war Thomas Kubes Jugendtraum. Dass er sich erfüllen würde, konnte er in der DDR nicht ernsthaft annehmen. Doch dann stand er plötzlich noch vor der ersten Reihe.

Quelle: Thomas Kube

Geithain . Achim Mentzel, den vor wenigen Tagen verstorbenen Star der volkstümlichen Unterhaltung, hat Thomas Kube schon einmal für die Bornaer LVZ fotografiert. Helene Fischer ist eine Leerstelle in seinem Album, und das soll auch so bleiben – denn der 51-Jährige zieht ihr sämtliche Größen des globalen Rock- und Popgeschäfts, die den deutschen Osten besuchen, vor. Fotografien, die in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten bei den großen Konzerten in Leipzig und Berlin, aber auch in Dresden, Erfurt und anderenorts entstanden, zeigt Kube ab 14. Februar in der Geithainer Stadtbibliothek. Er offenbart damit eine Seite, von der viele den Zeitungsfotografen, unterwegs im Leipziger Land und im Muldental, gar nicht kennen.

„Die Konzert-Hochburg im Osten ist Leipzig, definitiv“, sagt Thomas Kube, in der Messestadt aufgewachsen zu Zeiten, als daran nicht im Traum zu denken war. Von AC/DC, die es ihm früh schon angetan hatten, erstand er die einzige in der DDR aufgelegte Scheibe. 1996 tourte die Band erstmals durch die einstige DDR, anno 2000, bei der zweiten Tournee, war Kube dann schon mit der Kamera dabei – und ganz vorn. „Da wurde ein Traum wahr, auch weil du als Fotograf denen auf der Bühne richtig nah kommst, oft auch menschlich.“ So wie er im Jahr zuvor Udo Lindenberg kennenlernte, als der in Riesa seine Belcanto-Tour einprobte. Für Kube war mit einem Mal sonnenklar: Neben dem journalistischen Alltagsgeschäft muss und wird es künftig noch etwas für die Seele geben: „Seitdem bin ich vor allen Bühnen in Ostdeutschland und in Berlin unterwegs - von A wie AC/DC bis Z wie ZZ-Top.“ Abnehmer seiner Fotografien sind die Tageszeitungen, aber auch Rundfunksender und Konzertveranstalter.

Dabei hatte Thomas Kube etwas ganz anderes gelernt, etwas Gröberes, Klempner nämlich, Instandhaltungsmechaniker. Während der zehn Jahre Armee, die er bis 1992 unter gegensätzlichen Vorzeichen bei der Nationalen Volksarmee der DDR und der westdeutschen Bundeswehr ableistete, gewann indes das Fotografieren immer breiteren Raum. Das ist insofern bemerkenswert, als die Militärs, gerade die DDR, gegen das Ablichten förmlich Allergien entwickelten, weil sie Agententum fürchteten. Kube und ein paar andere allerdings durften nicht nur, ihnen wurde es befohlen: Bücher und Ausbildungsmaterialien illustrieren, Manövergeschehen fotografieren, nach der Wende auch Liegenschaften wie die in Lindhardt nahe Naunhof, die zur Abwicklung standen. Nach dem Jahrzehnt in Uniform wollte der inzwischen in Grimma Heimische nicht zurück in den angestammten Beruf; er wechselte als freier Fotograf zum Lokaljournalismus, und der ernährt ihn bis heute. Die Konzertfotografie betrachtet er als ein angenehmes Zubrot.

„Konzerte zu fotografieren, ist kein Zuckerschlecken“, bremst Thomas Kube jene, die ihn als privilegiert betrachten. Vorn im Bühnengraben zwischen Tausenden Fans und den Künstlern seien die Fotografen eingezwängt, permanent unter Blicken und Griffen der Security. „Was wir fotografieren dürfen, ist genau reglementiert. Meist sind es die ersten drei Titel, dann müssen wir raus, dann wird unsere Fotoausrüstung eingeschlossen“, sagt er. Udo Lindenberg, auf dessen neuerliches Leipzig-Konzert im Juni er sich besonders freut, gehöre zu jenen, die das weniger verkrampft handhabten: Hier dürften die Fotografen in der letzten halben Stunde und bei den Zugaben erneut ihrer Arbeit nachgehen. Gern erinnert sich Kube an David Bowie, der inzwischen auch diese Welt verließ und den er bei einem Meet & Great mit Fans in Berlin in seiner Künstlergarderobe traf. Seine Abgrenzung zum Schlager wurde nur einmal in Dresden brüchig, als er Roland Kaiser ins Bild setzte: „Die Kaisermania am Elbufer ist eine Wahnsinns-Veranstaltung. Und beim Fotografieren konzentriere ich mich so auf mein Bild, dass ich die Musik gar nicht wahrnehme...“ Da habe er sprichwörtlich ein Auge zu- und auf den Auslöser draufgedrückt.“

All das und manche Anekdote wird Thomas Kube erzählen, wenn er zur Ausstellungseröffnung in der Geithainer Stadtbibliothek neben Kuratorin Ramona Kratz auf dem Sofa sitzt. Die Vernissage am 14. Februar beginnt 11 Uhr.

Von Ekkehard Schulreich

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