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Fotovoltaik-Anlage entsteht jetzt auf der Brache des Schamottewerks

Fotovoltaik-Anlage entsteht jetzt auf der Brache des Schamottewerks

Die Pappelallee ist gefallen, die beiden geziegelten Schornsteine sollen es den Bäumen gleichtun: Auf dem Gelände des Schamottewerks am westlichen Bad Lausicker Stadtrand entsteht in den nächsten Monaten eine Fotovoltaik-Anlage.

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Solverde-Geschäftsführer Nicolai Zwosta (links) mit Plänen der Sonnenstrom-Anlage.

Quelle: Günther Hunger

Bad Lausick. Sie soll Energie für 1800 Menschen erzeugen. Im September soll der erste Strom fließen.

Mit einem Sport- und Wellness-Hotel hoffte Matthias Meindel Anfang des Jahrtausends die Industriebrache neben dem Bad Lausicker Betonwerk aus ihrem Tiefschlaf zu reißen. Doch das Acht-Millionen-Euro-Projekt habe sich als wirtschaftlich nicht umsetzbar erwiesen, so der Vorstand der Concept Group: Statt dessen soll das große Gelände, auf dem sich einst das Schamottewerk befand, zur Energiegewinnung aus Sonnenlicht genutzt werden. Im vergangenen Jahr ließ er den Bebauungsplan überarbeiten. „Die Stadt hat sich sehr engagiert für dieses Projekt", sagt Meindel. Investor und Betreiber der auf 1,6 bis 1,8 Megawatt Leistung konzipierten Anlage, die nur einen vier Hektar großen Teil des Geländes überdecken soll, ist die Solverde Bürgerkraftwerke GmbH. Die Cocept Group hat das Areal an die Berliner verkauft, ausgenommen einen Geländestreifen im Süden, wo Baurecht für zwei Einfamilienhäuser besteht.

„Ich denke, dass wir im Herbst Strom liefern", sagt Solverde-Geschäftsführer Nicolai Zwosta. Spätestens im August müssten die Module stehen. Zwosta rechnet mit 6000 bis 10 000 Modulen. Die Träger würden dabei nicht im Boden verankert, sondern nur aufgestellt und beschwert - mit Material, das es auf dem Gelände im Wortsinn zuhauf gibt: mit dem Schutt der abgerissenen Werkhallen. „Wir haben ein spezielles Solargestell entwickelt", so der Geschäftsführer. Es bestehe aus Stahlgeflecht-Körben, die vor Ort mit dem anfallenden Schutt befüllt würden. Damit könne man auf die aufwendige Entsorgung der Gebäudereste verzichten. Das Gros der Hallen hatte Concept bereits 2001/02 abreißen lassen, ausgenommen eine Halle im hinteren Teil, für die versäumt worden war, Baurecht zu beschaffen. Dieses Gebäude und die beiden Schornsteine sollen in den kommenden Wochen fallen. Der hier erzeugte Strom soll in das Mittelspannungsnetz eingespeist werden. Der Antrag bei Energieversorger EnviaM ist gestellt.

Weil per 1. März keine Holzungen möglich sind, wurde im Februar auf dem Areal mit der Säge Baufreiheit geschaffen. Vor allem Pappeln und Birken mussten weichen, denn, so Zwosta: „Schattenwurf wäre für unsere Anlage ja ein Problem." Dagegen soll aber der nördliche Bereich des bis fast an den Beuchaer Oberweg reichenden Geländes unberührt bleiben: „Ich finde es schön, dort einen Teich und ein bisschen Wald zu haben."

Die Solverde Bürgerkraftwerke GmbH, aus einem Verein heraus entstanden, betreibt nach eigenen Angaben 14 Fotovoltaik-Anlagen. Dabei nutzt das Unternehmen durchweg Industriebrachen oder stillgelegte Deponien. Zuletzt wurde eine Anlage in Lüptitz nahe Wurzen in Betrieb genommen. „Unser Ziel ist es ganz klar, die Menschen vor Ort zu beteiligen", sagt Nicolai Zwosta mit Verweis auf den Begriff Bürgerkraftwerke im Firmennamen. In Größenordnungen ab 1000 Euro könnten Interessenten Anteile erwerben und damit am jährlichen Ertrag der Anlage partizipieren. Man strebe in Bad Lausick eine 50-prozentige Bürgerbeteiligung an. Details wolle man demnächst auf Informationsveranstaltungen erläutern.

Ekkehard Schulreich

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