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Geithain Frankenhain sieht blau: Bauer setzt auf die Lupine als Eiweiß-Lieferant
Region Geithain Frankenhain sieht blau: Bauer setzt auf die Lupine als Eiweiß-Lieferant
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12:18 15.06.2017
Landwirte setzen Hoffnung in die Lupine als Alternative zu Soja. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Greifenhain

Nicht der Rittersporn ist es, der nahe Frankenhain bestechend blau blüht im Korn: Es sind Lupinen, die Landwirt Markus Dietrich auf 8,5 Hektar ausgesät hat. Eine Futterpflanze, die zu DDR-Zeiten in vielen Regionen verbreitet war, die jetzt als wertvoller Protein-Lieferant neu entdeckt wird. „Mit der Lupine produzieren wir in der Region wertvolles Eiweiß“, sagt Dietrich, der den seit 1990 wieder bestehenden Greifenhainer Familienbetrieb leitet. Das kleine Unternehmen konzentriert sich auf Ackerbau und Mastrinder, hat aufgrund der dauerhaft prekären Lage auf dem Milchmarkt die Milchproduktion schon vor einem knappen Jahrzehnt eingestellt. Auf einheimische Eiweißträger zu setzen anstelle von importiertem Soja-Schrot, sei ganz im Sinne der europäischen Landwirtschaftspolitik. Und auch der sächsischen, gründete sich hier doch kürzlich erst eine Gesellschaft zur Förderung der Lupine.

Die EU zwinge die Bauern ohnehin dazu, fünf Prozent ihres Ackerlands einem Greening zu unterziehen, das heißt mit Zwischenfrucht, etwa zur Gründüngung, zu bebauen. Lupinen-Anbau sei auch möglich und werde aber deutlich höher gewertet, sagt Dietrich: „Damit komme ich schneller ans Ziel, und ich habe Futter für unsere Rinder.“ Den Überschuss will er an Bauer Krätzschmar weitergeben, der in Borna Legehennen hält und ebenso Futter mit hohem Eiweißgehalt benötigt. Bislang setzte der Greifenhainer auf Erbsen, doch sei der Ertrag hier rückläufig. Zudem seien Erbsen anfälliger bei Unwetter mit starkem Wind und Regen.

„Nach der Weizenernte Mitte August werden wir unsere erste Lupinen-Ernte einholen“, sagt Markus Dietrich und hofft auf einen guten Ertrag: „Gemäht wird die Lupine, wie man den Weizen drischt.“ Erweise sich der Versuch als praktikabel, setze er den Lupinen-Anbau fort. Dietrich freut sich, dass der Schlag mit den markanten blauen Blüten nicht nur bei Landwirten auf Interesse stößt. „Es gibt immer wieder Nachfragen von Leuten, die wissen möchten, was wir da anbauen“, sagt er. Um diesem Wunsch zu entsprechen, stellte er am Feld, das sich an der von Frankenhain in Richtung Frauendorf führenden Straße befindet, jetzt Erläuterungstafeln auf.

Von Ekkehard Schulreich

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