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Geithain Frauenunion hat in Geithain eingeladen
Region Geithain Frauenunion hat in Geithain eingeladen
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19:15 12.11.2012
Frank Richter (M.) liest auf Einladung der Frauenunion des Landkreises Sonnabendvormittag in der Geithainer Stadtbibliothek. Quelle: Franziska Heisig
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Geithain

„Da es in ländlichen Regionen schwierig ist, Frauen zusammenzubringen, wollen wir mit unseren Veranstaltungen auch in kleineren Städten präsent sein", erklärte Petra Puttkammer, die Kreisvorsitzende. Allerdings blieb der Zuhörerkreis in Geithain recht überschaubar.

Frank Richter, Direktor der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, präsentierte ironisch-sarkastische Betrachtungen zur aktuellen politischen Lage. Man solle seine Worte nicht zu ernst nehmen, sondern mit einem Augenzwinkern sehen, baute er vor. Da politische Bildung bisher in erster Linie langweilig und anstrengend sei und meist vor leeren Bänken stattfände, müsse ein Umdenken stattfinden. Sie dürfe Spaß machen, solle viele Menschen einbeziehen und an wichtigen Orten stattfinden. „Demokratie braucht mündige Bürger und kreative Köpfe, die selbstständig denken, hinterfragen und ihre Meinung äußern", forderte er. Eine freie, offene, direkte und angstfreie Rede und Gegenrede sei unverzichtbar. Statt übertriebener politischer Korrektness müsse Offenheit herrschen.

„Wir Deutschen sind gut im Aufrechterhalten einer Ordnung. Dabei ist es notwendig, neue Formate zu schaffen", merkte Richter an. Der Frontalunterricht in Schulen mit getakteten 45-minütigen Einheiten stamme beispielsweise noch aus der Zeit der Industrialisierung. Stattdessen seien heute schülerorientierte, selbstgesteuerte Lernformen wichtig, da es den Durchschnittsschüler nicht gebe. Ständig werde vermittelt: Schule darf keinen Spaß machen und muss anstrengend sein. Zudem müssten andere Prioritäten gesetzt werden. Da erwiesen sei, dass die Weichen für individuelle Bildung früh gestellt werden, stecke Finnland das meiste Geld in Grundschulen. Hierzulande würden jedoch vor allem Gymnasien unterstützt. Zudem sei die Bundesrepublik bereits jetzt das Seniorenheim Europas. „Was geschieht mit Deutschland und der Jugend, wenn bei den Wahlen der Großteil der Bevölkerung aus über 60-Jährigen besteht?", ließ Richter offen im Raum stehen.

Schließlich kam der Gast auch auf den Ablasshandel zu sprechen. „Der Sinn des Ablasses besteht darin, mit begangenen Fehlern abschließen zu können. Das funktioniert auch ohne christlichen Glauben", ist er sicher. Eine Gesellschaft ohne Vorstellung und Mechanismen, von vergangenen Fehlern abzulassen, könne nie neu anfangen. Man komme nur weiter, wenn man sich aufeinander zu bewege. „Ich möchte in erster Linie provozierende Anregungen geben und die Menschen zum Nachdenken animieren", erklärte Frank Richter. Dass ihm dies in Geithain gelungen ist, bewiesen die tiefgreifenden und bewegenden Diskussionen, in denen Zuhörer ihre eigenen Erfahrungen einbrachten. „Die Veranstaltung war hochinteressant und spannend", zeigte sich Ralf Niemann beeindruckt. Der Geithainer war vor allem angetan, dass wichtige Themen in einem lockeren Rahmen diskutiert werden konnten und der provokante Titel des Vortrages hervorragend erklärt wurde.

Franziska Heisig

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