Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Freie Fahrt in der Geithainer Gartenstraße: Anwohner in Sorge
Region Geithain Freie Fahrt in der Geithainer Gartenstraße: Anwohner in Sorge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:29 23.02.2017
Blick in die Geithainer Gartenstraße: Die Poller sind für Bauarbeiten im Frühjahr des Vorjahres entfernt worden und fehlen bis heute. Das stößt auf geteiltes Echo. Quelle: Jens Paul Taubert
Anzeige
Geithain

Die Gartenstraße ist im Grunde das, was der Name nahe legt: klein, beschaulich. Am südlichen Rand von Geithain verbindet sie den ebenso stillen Ossaer Weg mit der Bruchheimer Straße. Die Vokabel verbindet indes trifft den Kern nicht ganz: Dank Poller trennt sie beide vielmehr. Durchgangsverkehr ist erst möglich, seit im Zuge von Bauarbeiten im Frühjahr vergangenen Jahres die Sperren entfernt wurden. Anwohner sind über diese Art Öffnung wenig amüsiert, schließlich wurden die Poller 2004 erst nach zähem Ringen gesetzt.

„Mitte Dezember wurden die Baumaßnahmen beendet, die Poller jedoch nicht wieder eingesetzt. Im Januar kam der Schnee und der schmale Weg war nur noch halb so breit. Als Fußgänger und Radfahrer konnte man Autos, die die Strecke weiterhin als Abkürzung benutzten, nicht ausweichen, ohne in den Schnee zu springen“, äußert Anwohner und LVZ-Leser Steffen Große sein Unverständnis über den neuen Zustand. In seiner Forderung, die Durchfahrt wieder zu schließen, wisse er sich eines mit der Nachbarschaft: „Für Fußgänger und Radfahrer besteht eine große Gefahr, wenn Autos und LKW mit geschätzten 60 Stundenkilometern sich nähern und, da der Weg nicht weit einsehbar ist, keine Ausweichmöglichkeit besteht.“ Die Gartenstraße sei wieder „eine allseits beliebte Abkürzung für notorische Raser“; das sei nicht hinnehmbar.

„Man kann darüber streiten, ob die Poller Sinn machen oder nicht“, brachte Udo Berger (UWG) das Thema am Dienstagabend im Stadtrat zur Sprache. Was für ihn klar sei: Wenn die Stadt den Status quo ändere, „sollte das dem Bürger gegenüber ordentlich kommuniziert werden“. Das sei ganz offenbar nicht erfolgt. Für Poller spreche die Sicherheit der Kinder und dass die Straße für Durchgangsverkehr kaum ausgelegt sei, so Berger, selbst Anwohner. Es gebe gewiss auch Gegenargumente. Darüber sollte man sich in den Ausschüssen und im Stadtrat austauschen: „Leichtfertig würde ich die Poller nicht entfernen.“

Ein Vorwurf, den Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) so keinesfalls stehen lassen wollte: „Wir können doch nicht alle Straßen zupollern.“ Die Gartenstraße sei öffentlich gewidmet. Nach einem Ortstermin mit der Polizei habe man die Ausschilderung korrigiert, aber es gelte nach wie vor: „Die Baumaßnahme, wegen der die Poller entfernt wurden, ist noch nicht beendet. Punkt.“ Zudem plane die Stadt, die Fahrbahn der Gartenstraße zu erneuern. Sie danach auf die bisherige Weise zu sperren, sei kaum vermittelbar. Unterstützung erhielt er durch Frank Kirschner (UWG): „Wenn Geithain die Straße bewirtschaftet, sollen sie alle Bürger nutzen können“ – solange dadurch keine besondere Gefährdungssituation bestehe. Ob sich Technischer Ausschuss oder Stadtrat demnächst mit der Gartenstraße befassen, blieb an diesem Abend offen.

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Henkerslinde heißt der mächtige Baum in Geithain seit Generationen. Einen Richtplatz indes markiert er nachweislich nicht. Dennoch hat der Baum am Stadtrand vor allem für die Älteren eine Bedeutung. Der Bauhof verzichtete deshalb auf das Fällen, aber er musste alte Äste entfernen.

22.02.2018

Ihrem Stadtrat auf die Sprünge helfen: Das haben sich die Kohrener Kulturfreunde in ihrer 41. Saison vorgenommen. Vor der Entscheidung, ob die Stadt mit Frohburg oder mit Geithain fusionieren soll, begeben sich die Karnevalisten auf König-Suche – im Dschungel.

21.02.2017

Ein voller Erfolg wurde die 50. Ausstellung, die der Rassekaninchenzüchterverein Bad Lausick und Umgebung in der Kurstadt ausrichtete: Rund 650 Besucher wollten die mehr als 400 gezeigten Tiere sehen.

20.02.2017
Anzeige