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Freier Jugendtreff fällt erstmal durch

Freier Jugendtreff fällt erstmal durch

 

Bad Lausick. Einen Jugendtreff, frei von Bevormundung, fordern zwei Bad Lausicker Stadträte. Die sehr ähnlichen Anträge von Mario Jakob (Die Linke) und Thomas Drechsler (NPD) waren wieder einmal Thema im Bad Lausicker Verwaltungsausschuss.

Die Jugendlichen, in derem Namen die Abgeordneten agieren, blieben der Veranstaltung allerdings fern. Und damit Einzelheiten dieses beargwöhnten Projektes im Dunkel. „Jugend will frei und unter sich sein“ – so titelt Mario Jakob seinen Antrag an den Bad Lausicker Stadtrat, einen Jugendfreizeit-Treff zu schaffen. Die Rede ist von einer zehn mal zwölf Meter großen Halle im Gewerbegebiet Angerwiesen, von Skateboard-Bahn und Grillplätzen. „Das Jugendhaus kann das Spektrum der Bedürfnisse von älteren Jugendlichen nicht abdecken“, argumentierte Jakob. Ein solcher Treff mit Sportmöglichkeiten ist auch aus Sicht von Thomas Drechsler nötig, „um Jugendliche von Straßen und Plätzen weg zu bekommen“. Verwunderte die Bad Lausicker Parlamentarier, dass gerade von den Linken und dem NPD-Vertreter im Grunde gleich lautende Anträge eingereicht wurden, stieß vor allem aber die reklamierte Unabhängigkeit der Einrichtung auf Widerspruch und Unverständnis. „Es kann nicht sein, dass man sich von der Kommune etwas hinstellen lassen möchte und es dann dem Selbstlauf überlässt“, sagte Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU). Ohne ein klares Reglement, wie es zum Beispiel die ehrenamtlich geführten Klubs in den Bad Lausicker Ortsteilen hätten, funktioniere es nicht. „Die Jugendlichen müssten einen Vorstand bilden, und einer müsste sagen, ich habe den Hut auf“, sagte Sieglinde Schneider (Die Linke). „Es funktioniert nicht ohne Regeln“, meinte Claus-Peter Steinbach (CDU). Vor einem Dutzend Jahren habe es bereits einmal den Versuch gegeben, im vorhandenen Awo-Kinder- und Jugendzentrum einer unabhängigen Gruppe ein Quartier zu überlassen. Das sei ebenso gescheitert wie der Treff in der Turnerstraße in einem inzwischen abgerissenen Haus. „Die Jugendlichen, die zu uns kommen, müssen Verantwortung übernehmen, die müssen was tun für ihre Sache“, sagte Annett Konzack, die Leiterin besagten Kinder- und Jugendzentrums. Es sei in ihrem Hause ein langer und durchaus nicht konfliktfreier Prozess gewesen, „ehe wir die Mitte gefunden haben“, und er sei im Grunde nie abgeschlossen. Alternativ-Treff-Initiator Mario Jakob, der sich auf der Ausschusssitzung vertreten ließ, hatte dem Gremium das Erscheinen von jungen Leuten angekündigt. Die, so hieß es, wollten den Ausschussmitgliedern ihre Vorstellungen darlegen und die Zweifler umstimmen. Allerdings hatte nicht einer von ihnen den Weg ins Rathaus gefunden. Das ärgerte offenbar auch Thomas Drechsler, der in seiner unverblümten Art sagte: „Wenn du mit den Jugendlichen redest, dann haben sie, auf Deutsch gesagt, die große Schnauze. Aber wenn du sie in die Pflicht nehmen willst, haben sie alle irgend welche Sachen.“ Für Cordula Drechsler (FDP) war damit klar: „Die, die es betrifft, hätten kommen können. Die Diskussion können wir aus meiner Sicht beenden.“ Udo Goerke (CDU) nannte beide Anträge „schlicht und ergreifend nicht ausgereift“. – Er werde „zu gegebener Zeit“ etwas Ausgereifteres präsentieren, griff Thomas Drechsler das Sprachbild auf: „Wir werden sehen, was das Jahr bringt, wo es vielleicht Ärger gibt in der Stadt mit Jugendlichen.“ Josef Eisenmann machte an die Heranwachsenden in ihrer Abwesenheit ein Angebot: „Ich bin gerne bereit, zu einem Gespräch zu kommen. Das muss durchaus nicht im Rathaus stattfinden.“

Ekkehard Schulreich

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