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Frohburg: Bei Pyramidenschnitzer Herbi Holzwurm ist immer Weihnachten

Hobby Frohburg: Bei Pyramidenschnitzer Herbi Holzwurm ist immer Weihnachten

Täglich bis zu fünf Stunden steht der 91-jährige Frohburger Herbert Rohland in seiner Holzwerkstatt: Beim Schnitzen von Weihnachtspyramiden, Schwibbbögen, Lichterengeln und Nussknackern vergisst er die Zeit. Fit hält er sich außerdem mit täglichen Spaziergängen durch die Aue sowie im Gemischten Chor, dem er seit 1947 angehört.

Pyramiden, Schwibbbögen, Nussknacker und Weihnachtsengel fertigt der Mann mit den goldenen Händen das ganze Jahr über an.

Quelle: Kathrin Haase

Frohburg. Weihnachten ist für Herbert Rohland die schönste Zeit des Jahres. Wenn sich überall die Pyramiden drehen, Schwibbbögen in den Fenstern leuchten und Nussknacker aufgestellt werden, dann denkt der Frohburger gerne an seine Kindheit in Thräna zurück. Mit seinen Eltern und den sieben Geschwistern und an ihre ganz bescheidenen Wünsche im Advent. Einmal gab es zur Bescherung eine Eisenbahn für vier Brüder zusammen. „Das war anders als heute“, zieht der 91-Jährige Vergleiche und findet, „dass Weihnachten längst nicht mehr so interessant und spannend ist wie früher. Es gibt doch schon wochenlang vorher alles zu kaufen, wo soll denn da die Vorfreude bleiben?“

Ein Schwibbbogen aus der Werkstatt von Meister Rohland

Ein Schwibbbogen aus der Werkstatt von Meister Rohland.

Quelle: Kathrin Haase

Dabei ist Herbert Rohland einer, der fast das ganze Jahr über Weihnachten hat. Zumindest in seiner kleinen gemütlichen Werkstatt auf dem Hof, die ein bisschen an Meister Eder und Pumuckl erinnert. Alles hat hier seinen Platz, die Wasserwaage hängt unter der Decke, Werkzeuge, Nägel und Stifte liegen innerhalb von zwei Metern griffbereit. In seinem kleinen Reich baut der Rentner sommers wie winters die schönsten Pyramiden, Lichterengel, Nussknacker und Schwibbbögen aus Sperrholz, und nur zur Abwechslung auch mal ganz weltliche Dinge wie den Frohnauer Hammer, das Frohburger Schloss oder Figuren wie den Erfinder des modernen Buchdrucks, Johannes Gutenberg.

„Ich muss immer was zu tun haben“, sagt der 91-Jährige fast entschuldigend, aber vielleicht ist es gerade das, was ihn so fit hält: Täglich bis zu fünf Stunden steht Herbert Rohland an der Werkbank und vertieft sich ganz in seine Arbeit. Er freut sich, wenn er anderen Menschen damit eine Freude machen kann. Seine Pyramiden, im Schnitt 1,10 Meter groß und batteriebetrieben, hat er unter anderem den Kindergärten in Frohburg und der Partnerstadt Uetze, in Prießnitz, Eschefeld, Thräna oder dem Universitätskindergarten in Leipzig vermacht. Zum Dank dafür bekommt er selbstgemalte Bilder, Gedichte oder Fotos geschenkt.

Seine eigenen beiden Kinder und die zwei Enkel nennen Herbert Rohland scherzhaft manchmal „Herbi Holzwurm“, haben ihm sogar einen Arbeitskittel mit dieser Aufschrift geschenkt. Der Rentner kann darüber nur lachen, bindet sich die Schürze um und macht sich an die Arbeit.

Erholung und Abwechslung findet er darüber hinaus bei den wöchentlichen Singestunden im Gemischten Chor Frohburg, dem er seit 1947 (damals noch ein reiner Männerchor) angehört und bei seinen täglichen Spaziergängen durch die Aue, vorbei an den Kindergärten und am Schützenhaus. Für die Drei-Kilometer-Runde nimmt sich der Frohburger eine gute Dreiviertelstunde Zeit. „Ob’s regnet oder schneit, meistens gehe ich“, erzählt er mit rosigen Wangen von seinem ganz persönlichen Sportprogramm. Ein Fitnessstudio braucht der gelernte Sattler und Polsterer nicht. „Ich habe auf Arbeit immer genug Fitness gehabt.“ Herbert Rohland arbeitete viele Jahre als Vulkaniseur im Tagebau Borna-Ost.

Und noch einen Jungbrunnen hat der 91-Jährige, der mit seiner Frau Christa im übernächsten Jahr sein 70. Ehejubiläum (Gnadenhochzeit) feiert, für sich entdeckt: Jeden Abend gibt es einen Hagebuttentee mit einem kleinen Schuss Rum.

Von Kathrin Haase

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