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Geithain Frohburg: Einkaufen bei Fackelschein mit Regenschirm
Region Geithain Frohburg: Einkaufen bei Fackelschein mit Regenschirm
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17:10 29.08.2010
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. Zwar wurde der erhoffte laue Sommerabend durch heftige Regengüsse konterkariert. Dennoch fanden zahlreiche Menschen den Weg in die Stadt, um zu schauen, zu schwatzen, zu essen – und auch zu kaufen.

 

„Es ist doch oft wie ausgestorben. Deshalb ist die Sache nicht verkehrt", meinte Elfriede Steudte, die nach einem gehaltvollen Schauer abends Dreiviertel- acht mit Ruth Hermann in der Bahnhofstraße Richtung Markt unterwegs war. „Was uns treibt? Die Neugierde", sagte ihre Begleiterin. So wie ihr ging es offenbar vielen, die sich von Regen nicht schrecken ließen. Den Güssen widerstanden auch die Fackeln, die die Händler in der Bahnhofstraße und der Straße der Freundschaft vor ihren Geschäften angezündet hatten. „Die Idee finden wir gut", meinten Kerstin Rauner und Ronald Henninger, die mit Tochter Kira (9) an den Schaufenstern vorbeispazierten. Die Woche über fehle meist die Zeit für einen Bummel. Alle Drei waren mit Regenjacken ausgerüstet.

Regenbekleidung hätten Schlenderer auch im Herrenausstatter Volkert kaufen können. Doch Annett Mayer und Janet Winkler – die ihre Männer nicht überreden konnten, mitzukommen – hielten sich lieber an die Drinks, die Cornelia Volkert mixte. „Einkaufen bei Fackelschein soll unsere Stadt ein bisschen attraktiver machen", sagte Geschäftsmann Michael Volkert. Das Beispiel Geithain zeige, dass so etwas durchaus funktionieren könne. Dabei gehe es überhaupt nicht darum, die Kasse an diesem Abend klingeln zu lassen, sondern sich zu präsentieren. Das unterstrichen Friseurmeisterin Sandy Schröder und Nageldesignerin Katja Kupfer, die vis a vis ihre Salons betreiben: „Jeder, der heute Abend zu uns kommt, erhält ein Los. Damit kann er einen Gutschein gewinnen." Schröder kennt das Geithainer Event-Shopping: „Da bin ich bisher jedes Jahr gewesen."

Eine gute Idee nannte Bärbel Naumann den Frohburger Fackelschein-Einkauf trotz widriger Umstände. „Wäre ein lauer Sommerabend, würden hier natürlich mehr Leute zusammensitzen", meinte Christin Lederer, begleitet von Robert Friedrich, der die zweijährige Mina auf den Schultern trug. Das Paar kaufe gern in Frohburg ein. Ulrich Wüste geht es nicht anders: Er ließ sich vor dem Geschäft von Uhrmachermeister Mathias Grieser ein Weißbier schmecken, während seine Frau nach einer Uhr Ausschau hielt. „Wir wollen mit den Leuten ins Gespräch kommen, und das klappt", meinte Grieser, der extra Weißwürste besorgt hatte. Auf kleine Bummler eingestellt war Kathrin Lehm vom „Rabauken-Paradies"; in der Hofeinfahrt neben dem Geschäft konnten die Kinder malen. „Die Aktion läuft gut an. Ich hoffe, sie findet Anklang", sagte sie.

Als der Wolkenhimmel aufriss und sogar die Sonne noch einmal blinzelte, waren viele der Biertische auf dem Markt besetzt. Auf der Bühne gab es Musik, Gesang und eine Tanzshow. „Es war ein Versuch, für Frohburg etwas Neues zu probieren", meinte Indra Böttcher, die Vorsitzende des Gewerbevereins. Zwei Dutzend Geschäftsleute beteiligten sich an dieser Premiere: „Wenn das angenommen wird, werden wir es sicher wiederholen."

Ekkehard Schulreich

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