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Geithain Frohburg: Schildholz bei Flößberg wächst – Revierförster setzt auf Erstaufforstungen
Region Geithain Frohburg: Schildholz bei Flößberg wächst – Revierförster setzt auf Erstaufforstungen
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00:20 05.08.2017
Revierförster Christoph Seifert (li.) und Aufforstungs-Verantwortlicher Matthias Stahn begutachten einen Gehölzstreifen aus verschiedenen Straucharten, der die Erweiterung des Schildholzes abgrenzen soll. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Flößberg

Er sorgt dafür, dass immer mehr Bäume in den Himmel wachsen: Revierförster Christoph Seifert betreut das Revier im Forstbezirk Leipzig, wo es die meisten Erstaufforstungsflächen gibt. Markantes Beispiel ist das Schildholz, an der Bundesstraße 176 zwischen Flößberg und Bad Lausick gelegen. Im zurückliegenden Vierteljahrhundert wuchs dieser von Feldfluren eingebettete Wald von 86 auf stattliche 108 Hektar. Zwar haben die seit 1993 in mehreren Abschnitten gepflanzten Stämme noch nicht die Stärke und Höhe des Altbestandes erreicht, doch dass das Schildholz in Ausdehnung begriffen ist, wird selbst bei einem flüchtigen Blick aus dem Autofenster deutlich.

„Wir sind bestrebt, in unserem Forstbezirk Jahr für Jahr an die zehn Hektar Erstaufforstung zu schaffen“, sagt Matthias Stahn, im Sachsenforst-Bezirk Leipzig für dieses wichtige Ressort verantwortlich. Im zurückliegenden Jahrzehnt habe man dieses selbst gesteckte Ziel erreicht, und man bleibe weiter dran, denn: „Die Region um Leipzig zählt zu den waldärmsten in Sachsen. Das möchten wir ändern.“ Dabei stimme man sich mit den Landwirtschaftsbetrieben ab, wohl wissend, dass die eine Umwandlung von Acker in Wald meist mit gemischten Gefühlen sähen. Denn Ackerboden sei ebenfalls wertvoll, die Landwirtschaft bei großen Bauvorhaben wie dem der Autobahn 72 im Grunde zweifach betroffen: durch die Überbauung von Feldflur und durch die Bereitstellung von sogenannten Ausgleichsflächen.

Zu einem solchen Ausgleich, der Eingriffe in die Natur zumindest mindern soll, sind Bauherren wie beispielsweise Straßenbauträger verpflichtet. Der Staatsbetrieb Sachsenforst geht für sie mit Ökokonto-Maßnahmen in Vorleistung. Flächen werden erstmals mit Bäumen bestückt. Die Naturschutzbehörde schreibt dafür Öko-Punkte gut. Bauträger können die beim Staatsbetrieb Sachsenforst dann erwerben. Ein Beispiel sind jene knapp sieben Hektar an der Nordkante des Fürstenholzes südlich von Kitzscher, wo 17 verschiedene Baum- und Straucharten gesetzt wurden – aufwendig eingefriedet durch einen Zaun, der Schermäuse aussperren soll.

Das Gros an Erstaufforstungen, die Revierförster Christoph Seifert und seine Kollegen betreiben, ist indes klassischer Art. Im Falle des Schildholzes zeige sich, sagt Seifert: „Was wir hier aufforsten, war Anfang des 20. Jahrhunderts schon mal Wald. Das belegen alte Flurkarten.“ Seit sieben Jahren leitet Seifert das Revier Leipzig-Süd, zu dem auch Fürstenholz, Haselbacher Kippe und das Oberholz gehören. Er schließt hier nahtlos an das Engagement seiner Vorgänger an: „Alle zwei Jahre kommt ein Stück Wald hinzu.“ Nahe der Schildholz-Siedlung pflanzte er vor ein paar Monaten sogar beinahe Exotisches, das einst die hiesige Landschaft prägte und die Menschen nährte: eine kleine Streuobstwiese. Seltene Sorten finden sich hier, Kaiser-Wilhelm-Äpfel, Birnen namens Köstliche von Charneux, Wolff’sche Hauszwetschgen.

Raum, um diesen Aufforstungskurs fortzusetzen, hat Seifert einigen. 70 Hektar Äcker und 25 Hektar Wiesen gehören zu seinem Revier. „Die liegen in der Regel am Wald und bieten sich an.“ Einziges Problem: Mäuse, die dann das Terrain wechseln. Allerdings sei das nicht mehr so gravierend wie in den Neunzigerjahren, als viele Felder nicht bewirtschaftet waren und zu Mäuse-Biotopen wurden: „Aber wir müssen dranbleiben, und das tun wir auch.“

Von Ekkehard Schulreich

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