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Geithain Frohburg: Spatzennest-Chefin nimmt nach 26 Jahren Abschied
Region Geithain Frohburg: Spatzennest-Chefin nimmt nach 26 Jahren Abschied
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10:15 14.12.2016
Besonders freute sich Bärbel Werrmann über das Bild, das der Elternrat für sie malen ließ. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg

Was bleibt von 42 Jahren im Erzieher-Beruf, von 26 Jahren als Leiterin einer Kindereinrichtung? – Das Bild des Frohburger „Spatzennestes“, gemalt vom Frohburger Heimatmaler Heinz Ebersbach, zum Beispiel. „Über das habe ich mich ganz besonders gefreut. Das bekommt einen Platz im Flur“, sagt Bärbel Werrmann über ein Geschenk, das ihr zum Abschied der Elternrat machte. Ein Geschenk, das für Wertschätzung stehe und dafür, „dass ich in den vielen Jahren nicht alles falsch gemacht haben kann“.

Etwas deutlicher formulierte es Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW), als er die 61-Jährige jetzt im Kreis ihrer Kollegen, von Elternvertretern und Rathausspitze, aus dem aktiven Dienst verabschiedete: „Es tut mir leid, dass sie jetzt schon geht. Sie ist eine geachtete Persönlichkeit.“ Und war immerhin so lange Leiterin von Frohburgs größter Kindereinrichtung, wie Hiensch Bürgermeister ist: seit 1990.

„Natürlich hatte ich 1000 Ideen, aber die ließen sich nur gemeinsam umsetzen. Ich bin froh, dass sich ein so gutes Team leiten konnte“, blickt Bärbel Werrmann auf ihre Berufsjahrzehnte zurück, nennt namentlich ihre langjährige Stellvertreterin Elge Graichen. 1974 hatte sie als Erzieherin in der gerade neu gebauten Frohburger Einrichtung begonnen, war ab 1980 für je fünf Jahre Erzieherin in Frauendorf und Geithain, ehe sie in das vertraute Haus zurückkehrte – und inmitten der Wende-Umbrüche eine Stunde Null erlebte. „Wir haben immer das Wohl der uns anvertrauten Kinder in den Vordergrund gesetzt“, sagt sie: „Und in den Neunzigerjahren viel Neues ausprobiert, an Altbewährtem aber festgehalten. Ich bin überzeugt, dass das richtig war.“ Das Team des „Spatzennestes“ konnte eine Vielzahl von Unterstützern und Sponsoren gewinnen, die die Einrichtung über Jahre auf diesem Weg begleiteten. Die Stadt als Träger sanierte 1999 das Gebäude; bei der Gestaltung des 12 000 Quadratmeter großen Gartens kam viel externe Hilfe zum Tragen, ebenso bei der Neugestaltung der Krippenbereiche. Über 156 Plätze verfügt die Kindertagesstätte heute; 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der Knirpse. Mit Annett Lichtenstein folgt auf Werrmann die nächste Leiterinnen-Generation; seit dem Sommer konnte sie die Frau, die zuvor die „Villa Kunterbunt“ in Eschefeld führte, einarbeiten.

Den richtigen Zeitpunkt zu finden, um auszuscheiden, sei durchaus nicht leicht, meint Bärbel Werrmann. Sie selbst freue sich über die zusätzliche Zeit für die Familie, für Lektüre, für Reisen und ein bisschen Sport. Wenn im „Spatzennest“ Feste anstehen, lässt sie sich gern mal sehen, ansonsten aber ihre bisherigen Kolleginnen einfach arbeiten. Nicole Hendriok, die sie einst im Kindergarten betreute, wählte später den Erzieher-Beruf, leitet heute die Flößberger Einrichtung. Niels Simon, Zivildienst-Leistender im „Spatzennest“, qualifizierte sich später zum Erzieher und ist heute in diesem Haus tätig. Für Werrmann Grund für Freude und Genugtuung.

Eine bildungspolitische Forderung indes hat sie: „Der Grundstein für den Lebensweg wird in der Vorschule und der Grundschule gelegt. Dem muss die Landespolitik endlich stärker Rechnung tragen.“ Der Beruf des Erziehers und Lehrers verdiene mehr Wertschätzung durch die Gesellschaft, der er schließlich an entscheidender Stelle diene.

Von Ekkehard Schulreich

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