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Geithain Frohburg: Streitwalder Heimatstube bietet Historie und Anekdoten
Region Geithain Frohburg: Streitwalder Heimatstube bietet Historie und Anekdoten
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18:58 03.08.2017
Heimatstübner Günther Neubauer (r.) freut sich mit Stammgast und Freund Ernst Heitele über die Champagnerflasche von 1874. Quelle: privat
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Frohburg/Streitwald

Bemerkenswertes und Skurriles, heimatgeschichtliche Aha-Erlebnisse und Anekdoten: Günther Neubauer hat in seiner Streitwalder Heimatstube alles zu bieten. Wer dieses Haus, ein Gemischtwarenladen für Geschichte im trefflichsten Sinne, zumeist erst nach Stunden verlässt, fühlt sich bereichert. Einige der Besucher gehen nicht nur dieser Art bereichert, sie kommen auch nicht mit leeren Händen. „

Viele bringen etwas mit, das ich dann in die Ausstellung zu integrieren suche“, sagt der 77-Jährige, dem in seiner kleinen, vom Schuppen bis unters Dach mit Vergangenheit angefüllten Immobilie immer weniger Platz zum Wohnen bleibt. Da die Beschäftigung mit Heimatgeschichtlichem längst breitesten Raum in seinem Leben einnimmt, kommt es trotz allem nicht zu Kollisionen. Kürzlich erst hat er das schmale, steile Treppenhaus dekoriert zu einer kleinen Galerie, die an die Dichter Kleist und Körner erinnert. In Streitwald waren die zwar nicht – ebenso wenig wie Goethe –, für Neubauer aber sind sie Anreger, zumal er aus deren Epoche diverse Exponate besitzt und gern Lebenswege recherchiert.

Kürzlich hat der Museumschef Gästebuch Nummer drei zugeschlagen, übervoll von Eintragungen und vor allem Fotografien, die er gern von seinen Gästen fertigt, und Nummer vier bereit gelegt. Das, mit edlem Goldschnitt versehen, verfügt bereits über einige in den Achtzigerjahren beschriebene Seiten. Damals lag es aus im Bornaer Gewerkschaftshaus, versammelte manche freudvolle Erinnerung an Abende in der dortigen Gaststätte Preisstufe 3. Nach drei Jahrzehnten Unberührtsein kommt das in Leder gehüllte Buch, ein Geschenk, in Streitwald wieder in Gebrauch. Von ganz anderem Kaliber ist die Magnum-Champagnerflasche mit Originaletikett von 1874 aus der Gründungszeit des deutschen Kaiserreichs, die Freunde kürzlich – geleert – vorbeibrachten.

Neubauer pflegt ein offenes Haus. Der Radsportverein Muldental aus Grimma plante eine Tour hierher, Heimatvereine der Region lassen sich immer wieder sehen, Gäste vom nahen Campingplatz in Pahna, Zufallsentdecker, Stammbesucher. Mitunter verborgt der Museumschef sogar etwas aus dem unerschöpflichen Fundus: „Ein Mann aus Trebsen holte sich eine Uniform der Russen, um am D-Day in Torgau teilnehmen zu können.“ Obwohl er in seinem Element ist, denkt er jetzt häufiger darüber nach, ein bisschen kürzer zu treten. „Ich werde immer älter, das lässt sich nicht leugnen. Es ist zu spüren“, sagt er, blickt voraus auf den 80. Geburtstag, eine Marke der Entscheidungen. Bis dahin kann und wird er noch viele Besucher empfangen, wird Traktate erstellen, aktuell zur Vergangenheit von Witznitz und Abtsdorf.

Bis November reicht die aktuelle Heimatstuben-Saison, geöffnet ist – im Grunde immer, ausgenommen die Mittagsstunde. Manchem Gast schenkt der Hausherr auch ein Kakteen-Töpfchen. Diese Pflanzen stehen in allen Größen draußen im Hof, zu viele, um im Winter wieder unter ein Dach zu passen.

Von Ekkehard Schulreich

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