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Frohburg: Verzug beim Oberschul-Anbau und Brandschutz-Mängel in der Grundschule

Stadtrat Frohburg: Verzug beim Oberschul-Anbau und Brandschutz-Mängel in der Grundschule

Auf der Tagesordnung standen die Frohburger Schulen nicht, aber sie wurden prompt Thema im Stadtrat: Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) informierte, dass die Arbeiten am Erweiterungsbau der Oberschule in Verzug sind. Elternsprecherin Kerstin Welker machte auf Brandschutz-Mängel in der Grundschule aufmerksam.

Ulrich Schicker von Metallbau Wirth aus Chemnitz stellt die speziellen Schulfenster des Erweiterungsbaus nach dem Einbau ein.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg. Erheblich in Verzug geraten sind die Arbeiten am Erweiterungsbau, der am Nordgiebel der Frohburger Oberschule entsteht – und das nicht erst seit der Frostperiode im Januar/Februar. „Die Information der Bauleitung zum Richtfest im Dezember, dass man im Zeitplan liege, war falsch“, sagte Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) am Donnerstagabend in der Sitzung des Stadtrates. Nur Rohbau und Dacheindeckung seien planmäßig erfolgt. Die Terminkette habe offenbar von Beginn an „auf tönernen Füßen“ gestanden. Zurzeit laufe der Einbau der Fenster – allerdings schleppend.

Nach der Bauberatung Mitte dieser Woche sah sich Hiensch außer Stande zu sagen, wann der Anbau für den Schulbetrieb nutzbar sein wird. Bisher war der Beginn des nächsten Schuljahres im Sommer genannt worden, doch sei das inzwischen deutlich in Frage gestellt. „Die Stadt muss nun vorsorglich prüfen, wer für die Nichteinhaltung des Bauablaufs und die damit verbundenen Konsequenzen Verantwortung trägt und gegebenenfalls auch in Haftung genommen werden muss.“ Der Erweiterungsbau, in dem Fachkabinette und zusätzliche Toiletten Platz finden, wird dringend benötigt. Über ihn soll auch ein barrierefreier Zugang zum Schulkomplex möglich sein.

Um die unmittelbar benachbarte Grundschule ging es in der Bürgerfragestunde. Elternratsvorsitzende Kerstin Welker nutzte die, um darauf hinzuweisen, dass Brandschutz-Auflagen in der Frohburger Grundschule seit Jahren ignoriert würden. Das beunruhige die Eltern. Abgeordnete und Verwaltung sollten sich der Missstände annehmen und Lösungen finden. Zwar habe die Stadt die Grundschule 2012 saniert, doch würden die Flure nach wie vor als Garderoben genutzt. Die gelten als Brandlast. Im Falle eines Brandes seien so unter Umständen Fluchtwege blockiert. Bei den Brandschutz-Schauen sei dieses Problem mehrfach zwar protokolliert worden; Abhilfe geschaffen habe aber keiner. Zumindest Rauchmelder sollten in den Fluren installiert werden, um die Risiken zu verringern.

„Es gibt noch ein zweites Thema, das uns seit Langem auf den Nägeln brennt“, sagte Welker: das Amok-Signal, ein Impuls, der bei einer Gefahrenlage durch die Lehrer ausgelöst werden könne. Grund- und Oberschule seien baulich eng verbunden. Deshalb gebe es nur eine Klingelanlage, die von der Oberschule aus bedient würde; bei einem Notfall sei es der Grundschule nicht unverzüglich möglich, sie zu aktivieren. Diese Unzulänglichkeit sei seit 2010 bekannt: „Wann wird sie beseitigt?“

„Ich will nichts zerreden. Aber wir müssen abwägen, was machen wir – und worauf müssen wir verzichten“, sagte Bürgermeister Hiensch. Was das Amok-Signal betreffe, appellierte er, den sprichwörtlichen Ball flacher zu halten. Die Stadt habe bei der Sächsischen Bildungsagentur nachgefragt, ob der Gesetzgeber eine solche Alarmierung vorschreibe: „Wir warten auf eine Antwort.“ Müsste eine solche Möglichkeit tatsächlich geschaffen werden, gelte das sicher nicht nur für die Frohburger Grundschule, sondern auch für die anderen Schulen und die Kindertagesstätten.

Was den Brandschutz betreffe, seien die benannten Mängel bekannt. Doch nicht in jedem Falle lasse sich daraus ein unverzüglicher Handlungsbedarf ableiten, so Hiensch: „Man muss als Bürgermeister Verantwortung übernehmen.“ Das stelle er nicht in Abrede; es bedeute aber auch zu akzeptieren, dass das eine oder andere nicht sofort umsetzbar sei. Er nehme die Hinweise der Elternvertreter ernst, und er sicherte Kerstin Welker zu, die Kommunikation zwischen ihnen und dem Rathaus zu verbessern.

Von Ekkehard Schulreich

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