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Frohburg braucht bis 2022 fast zwei Millionen Euro für die Feuerwehr

Bedarfsplan Frohburg braucht bis 2022 fast zwei Millionen Euro für die Feuerwehr

Nicht überall auf dem Territorium der Städte Frohburg und Kohren-Sahlis kann die Feuerwehr im Ernstfall in der geforderten Zeit von 13 Minuten am Einsatzort sein. Das geht aus dem am Donnerstagabend vom Frohburger Stadtrat einstimmig beschlossenen Brandschutzbedarfsplan für beide Städte hervor.

Frohburger Feuerwehrleute bei einem Unfall am Schönauer Kreuz.

Quelle: Feuerwehr

Frohburg. Nicht überall auf dem Territorium der Städte Frohburg und Kohren-Sahlis kann die Feuerwehr im Ernstfall in der geforderten Zeit von 13 Minuten am Einsatzort sein. Das geht aus dem am Donnerstagabend vom Frohburger Stadtrat einstimmig beschlossenen Brandschutzbedarfsplan für beide Städte hervor.

Demnach gibt es sieben Ortslagen und Siedlungen, in denen die Einsatzkräfte erst in der sogenannten Hilfsfrist 2, also innerhalb von 18 Minuten eintreffen. Das so genannte Schutzziel wird daher nur für mindestens 80 Prozent der bebauten Fläche erreicht. Das ist jedoch ausreichend, um laut Brandschutzgesetz von einer leistungsfähigen Feuerwehr zu sprechen.

Der Brandschutzbedarfsplan wurde für beide Städte gemeinsam erstellt, weil die die Absicht haben, zu fusionieren. Beide Kommunen verfügen derzeit über 13 Ortsfeuerwehren. Nur neun davon werden als unabdingbar bezeichnet, weil sich Einsatzgebiete teils überschneiden. Dennoch empfiehlt der Plan nicht, vier Standorte zu schließen.

Lediglich im Falle der Ortsteilfeuerwehren Nenkersdorf und Schönau wird ausdrücklich eine Zusammenlegung vorgeschlagen. Begründet wird das zum einen mit der Überdeckung der Einsatzgebiete, zum anderen mit Defiziten, die vor allem aus mangelndem Personal erwachsen. So habe die Nenkersdorfer Wehr nicht genügend Kameraden, die mit Atemschutzgeräten arbeiten können. Deswegen sei die Ortsteilfeuerwehr bei Bränden nicht allein einsatzfähig.

Zahlreiche Defizite bei der Verfügbarkeit des Personals, bei der technischen Ausstattung und beim Zustand der Gerätehäuser werden im Brandschutzbedarfsplan aber auch bei den meisten anderen Ortsteilfeuerwehren festgestellt. Nur den drei Gerätehäusern in Greifenhain, Roda und Schönau bescheinigen die Verfasser einen baulich guten Zustand. Viermal wird der Zustand als schlecht bezeichnet, die anderen bekommen ein „Mittel“.

Noch kritischer stellt sich die Umkleidesituation dar. Gefordert werden nach Geschlechtern getrennte Sanitärräume und Umkleidebereiche außerhalb der Fahrzeughalle aber mit direktem Zugang zur Technik. Ein „Gut“ bekommt in dieser Hinsicht kein einziges Gerätehaus, in acht Fällen wird die Situation als schlecht bewertet.

Während die Frohburger Feuerwehr mit 44 aktiven Kameraden in der Regel rund um die Uhr einsatzfähig ist, haben viele Ortsteilfeuerwehren damit ein Problem. Obwohl es in den Orten zwischen 15 (Bubendorf) und 34 (Frankenhain) Einsatzkräfte gibt, sind tagsüber zwischen 6 bis 18 Uhr häufig nicht genügend Leute verfügbar. Besonders fehlt es an Atemschutzgeräteträgern. Deswegen müssen zumeist zwei bis drei Feuerwehren gleichzeitig alarmiert und Kräfte der Frohburger Feuerwehr hinzugezogen werden.

Bestandteil des Feuerwehrbedarfsplanes ist eine Prioritätenliste für Investitionen, die sich bis zum Jahr 2022 auf 1,866 Millionen Euro summieren. Abzüglich der erhofften Fördermittel würde Frohburg davon 746 000 Euro selbst aufbringen müssen, sollte alles realisiert werden. In der Liste stehen unter anderem Um- und Anbauten in Prießnitz und Frankenhain sowie neue Feuerwehrautos für Frohburg, Frankenhain, Flößberg und Kohren-Sahlis.

Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) wertete den Brandschutzbedarfsplan vor allem hinsichtlich der Investitionen als „gute Grundlage für die Arbeit der Verwaltung für die nächsten Jahre“. Der Beschluss zum jetzigen Zeitpunkt sei wichtig, weil die Stadt bis Ende November ihren Feuerwehrbedarf für 2017 beim Landkreis anmelden muss. Fördermittel könnten nur noch auf Grundlage des Bedarfsplanes beantragt werden.

Von André Neumann

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