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Geithain Frohburg kauft den Bahnhof der Stadt
Region Geithain Frohburg kauft den Bahnhof der Stadt
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13:56 28.06.2012
Nun wieder in Hand der Kommune: das Bahnhofsgrundstück in Frohburg. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg

Etwas Geduld sei allerdings dafür unabdingbar, bremst Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch zu große Erwartungen.

Der Zustand des Frohburger Bahnhofs und dessen Umfeld sind seit vielen Jahren wahrlich kein Ruhmesblatt für die Attraktivität der Rennstadt. Doch alle Versuche, dort - selbst zu einem teilweisen - Erfolg zu kommen, scheiterten bisher. „Nachdem jahrelang das Grundstückseigentum für das Bahnhofsgebäude und die Zuständigkeit unklar beziehungsweise die eingetragenen Grundstückseigentümer unauffindbar waren oder auf Anfragen in Sachen Ordnung und konzeptioneller Vorstellungen für das Bahnhofsgebäudes nicht reagierten, haben wir uns nun zu diesem Schritt entschlossen“, informiert Frohburgs Bürgermeister. Dies erfolgte auch im Zusammenhang mit den seit 2005 bereits laufenden Planungen zur geplanten Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes. Die Kommune sollte damals ein Konzept erarbeiten, um das Bahnhofsgelände umzugestalten. Gedacht war unter anderem daran, 35 Abstellplätze für Fahrräder und etwa 30 für PKW der Bahnpendler zu errichten. Eine Förderung war in Aussicht gestellt. Doch um das Vorhabens umzusetzen, benötigte die Stadt eine Teilfläche von etwa 770 Quadratmetern des Bahnhofsgrundstückes. Mit dem damaligen Grundstückseigentümer wurde man auch handelseinig. Jedoch meldete dieser dann Insolvenz an. Der neue Eigentümer hüllte sich jahrelang in Schweigen. Anfang 2012 unternahm die Stadt über den beauftragten Verwalter für das Bahnhofsgebäude einen neuen Anlauf zum Erwerb der benötigten Teilfläche (die LVZ berichtete). „Im Ergebnis wurde uns mitgeteilt, dass der neue Eigentümer grundsätzlich nicht bereit ist, Teilflächen des Bahnhofgrundstückes zu verkaufen, sondern nur das gesamte Gebäude. Gleichzeitig teilte er mit, dass er keinerlei Investitionen am Gebäude oder Ausgaben zur Schaffung von Ordnung auf dem Grundstück, beispielsweise zum Abbruch des ehemaligen Fahrradschuppens, mehr plane, sondern das gesamte Grundstück einschließlich Bahnhofsgebäude im Rahmen einer Grundstücksauktion zum Verkauf dem Meistbietenden anbieten will“, schildert Hiensch. Dies hätte dazu führen können, dass für die Stadt wiederum ein neuer Ansprechpartner für die geplante „Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes“ auf der Bühne erscheint. Mit dem hätte nicht nur zum Erwerb der benötigten Teilfläche neu verhandelt werden müssen, sondern es hätte auch auch keine Garantie gegeben, dass endlich mehr für die Erhaltung des historischen Bahnhofsgebäudes getan werde. Als die Stadt im März erfuhr, dass bis Ende 2013 die Bahnsteige des Haltepunktes Frohburg durch die Deutsche Bahn AG modernisiert werden sollen, entschied sich der Stadtrat deshalb kurzfristig, das gesamte Bahnhofsgrundstück zu erwerben. Dazu gehören jedoch nicht die Bahnsteige und die Flächen des ehemaligen Güterumschlages, sondern nur die beiderseits unmittelbar anschließenden Flächen mit der Ruine des ehemaligen Fahrradschuppens und der Nebengebäude Richtung Bahnübergang, stellt Hiensch klar. Auch nachdem die Stadt nun das Heft des Handelns hat, werde sich allerdings in Kürze der Zustand um den Bahnhof nicht verbessern und die Kommune in das Gebäude investieren können. „Da es derzeit keinen erkennbaren Bedarf für eine kommunale Nutzung des Bahnhofsgebäudes gibt, ist unser Ziel, neben der geplanten Neugestaltung des Bahnhofsumfelds nach Käufern für das Gebäude mit realistischen Nutzungs- und Investitionskonzepten zu suchen“, hofft der Bürgermeister auf Interessenten. Anderenorts wurden historische Bahnhofsgebäude bereits erfolgreich durch private Investoren saniert und umgenutzt. Diese Hoffnung hat er auch für den Frohburger Bahnhof.

Thomas Lang

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