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Geithain Frohburg knipst Licht in Dolsenhain aus
Region Geithain Frohburg knipst Licht in Dolsenhain aus
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00:29 25.05.2018
Wenn die Sonne untergeht, steht Dolsenhein im Dunkeln. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg

Taghelle Straßen im Dolsenhainer Gewerbegebiet, aber Finsternis im Dorfkern: Seit ein paar Jahren ist das Praxis. Doch nicht nur Rico Bohne vom Ortschaftsrat Kohren-Sahlis hält das für falsch, sondern auch andere im Ort. „Es kann nicht sein, dass es nachts im Dorf für Stunden stockdunkel ist und sich die Leute mit der Taschenlampe am Handy behelfen müssen“, sagte er auf der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates. Die Nachtabschaltung habe man, um Energiekosten zu sparen, nun lange genug akzeptiert. Jetzt sollte man sie prüfen und Veränderungen herbeiführen. Man brauche nicht jede Lampe, aber einige durchaus – schon aus Gründen der Sicherheit. Er erneuerte seinen Vorstoß vom Frühjahr 2017, der ohne Folgen geblieben war.

Abschaltung bringt jährliche Ersparnis von 4500 Euro

„Wir haben nachweislich Geld gespart“, sagte Ortsvorsteher Siegmund Mohaupt, bis zur Eingliederung von Kohren-Sahlis nach Frohburg Bürgermeister. Er bezifferte die jährliche Ersparnis auf rund 4500 Euro. Für eine Kommune, die sich in der Konsolidierung befunden habe, eine durchaus nennenswerte Summe. Deshalb habe man sich seinerzeit auf die Nachtabschaltung zwischen 1 und 4 Uhr im gesamten Stadtgebiet verständigt. Allerdings gebe es inzwischen energieeffizientere Technologien. Das Thema neu zu diskutieren, sei sinnvoll: „Wir nehmen das nach Frohburg mit.“

Nicht gegen die Nachtabschaltung stellen will sich der Ortschaftsrat von Eulatal. „Diese Abschaltung wurde bereits vor der Eingliederung nach Frohburg praktiziert, und die Einsparungen sind nicht unerheblich“, sagt Ortsvorsteher Karsten Richter. Trotzdem sehe man dringenden Gesprächsbedarf. Bislang gebe es keine Gleichbehandlung der Ortsteile. Das, sagt Richter, sei ja aus technischen Gründen nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar und unfair aber sei eine vollständige Kostenumlegung auf Vereine und andere, wenn die Abschaltung bei Dorffesten und anderen Veranstaltungen ausgesetzt werde. „Dieses Thema sollte grundlegend im Stadtrat diskutiert werden. Der Ortschaftsrat stellte schon im Sommer vergangenen Jahres diesen Antrag. Leider bislang ohne jede Reaktion.“

Ungleiche Praxis in den Ortsteilen

Nenkersdorf und Schönau beispielsweise sind da in einer ungleich komfortableren Situation. „Da eine Umrüstung der Lampen für eine Abschaltung zu kostenintensiv wäre, wird bei uns zurzeit nicht umgerüstet“, sagt Ortsvorsteher Andreas Mertin, zugleich Linke-Stadtrat. „Unsere Lampen schalten mit Dämmerungsschalter ein und aus und brennen somit die ganze Nacht.“

„Energiekosten, insbesondere die für die Straßenbeleuchtung, sind ein wesentlicher Kostenfaktor“, sagt Bürgermeister Wolfgang Hiensch. Energie zu sparen, helfe darüber hinaus dem Klima. Eine großzügige nächtliche Beleuchtung laufe dem Natur- und Umweltschutz zuwider. In verschiedenen Stadtbereichen das Licht-Regime zu verändern, indem einzelne Lampen zu- oder abgeschaltet würden, sei nur durch aufwendige technische Maßnahmen zu erreichen. Das könne nur im Zusammenhang mit Straßenbaumaßnahmen erfolgen. Zudem würden Investitionen in die Straßenbeleuchtung nur begrenzt gefördert. Außerdem: „Dass die Straßenbeleuchtung vorrangig der Verkehrssicherheit der Fußgänger und nicht dem Sicherheitsbedürfnis von Anliegern dienen soll, wird meist außer Acht gelassen.“

Modernisierung der Straßenbeleuchtung ermöglicht Teilabschaltung

Die Nachtabschaltungen in Eulatal und Kohren-Sahlis hätten die dortigen Räte beschlossen, so Hiensch. „Warum die Stadt Frohburg diese Beschlüsse rückgängig machen sollte, obwohl dies in den Eingliederungsvereinbarungen niemals eine Rolle spielte, lässt vermuten, dass manche wohl davon ausgehen, dass Frohburg ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen und das Sparen keine Rolle mehr spielt.“ In Frohburg habe man ganze Wohngebiete schon lange vor Eulatal oder Kohren-Sahlis von Mitternacht bis 5 Uhr abgeschaltet. Er betrachte das weder als Sicherheitsrisiko noch als Benachteiligung. „Für das Gebiet Kohren-Sahlis müssen wir den Bestand in allen Ortsteilen analysieren“, sagte der Bürgermeister. Mit dem geplanten Ausbau der Schulstraße werde die Straßenbeleuchtung modernisiert. Man schaffe die technischen Voraussetzungen, dass „Komplettabschaltungen an Hauptstraßen durch Teilabschaltungen zum gegebenen Zeitpunkt ersetzt werden könnten“.

Von Ekkehard Schulreich

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