Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Frohburg verkauft das Prießnitzer Bauernrathaus
Region Geithain Frohburg verkauft das Prießnitzer Bauernrathaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:37 12.10.2015
Quelle: Jens Paul Taubert
Anzeige
Frohburg/Prießnitz

Was nach dem ersten Hören nach einem Schnäppchen klingt, kann sich durchaus als ein Ladenhüter entwickeln. Das läge dann weniger an der fehlenden Attraktivität des Fachwerkhauses in bester Lage, sondern an hohen Anforderungen an Sanierung und Nutzung, die sich aus dem Denkmal-Status ergeben.

Dass viele Prießnitzer den Verkauf des Hauses, lange Zeit ein Kulminationspunkt dörflichen Lebens, nicht gutheißen, darauf machte Eberhard Schneidenbach (Linke) aufmerksam. Allerdings sei der Heimatverein Prießnitz/Trebishain schon personell nicht in der Lage, das Gebäude in seine Regie zu übernehmen. Der Ortschaftsrat mahnte vor einer Entscheidung des Frohburger Stadtrates an, mit dem Mieter, einem Versicherungsmakler, zu sprechen, ob er nicht das Ensemble kaufen wolle. Letzteres habe man getan, sagte Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW); ein verwertbares Kaufangebot liege nicht vor.

„Wir müssen uns konzentrieren. Das Prießnitzer Rittergut kostet auch in den nächsten Jahren eine Menge Geld“, wiederholte Hiensch seine Argumentation pro Verkauf: „Der Kern der Sache wird verkannt.“ Die Stadt könne in Prießnitz nicht in zwei denkmalgeschützte Immobilien in Größenordnungen investieren – umso weniger, als dass sie für besagtes Rathaus, im Gegensatz zu Rittergut samt Schloss, keine Verwendung habe. Keiner wolle das Bauernrathaus abreißen, es werde auch in der Zukunft nicht verschwinden aus dem Dorf, doch warum solle es immer die Kommune sein, die für Sanierung und Betrieb aufkommen müsse?

Dass sich Frohburg für Rittergut und Schloss Prießnitz engagiere, sei gut und richtig, sagte Andreas Mertin (Linke). Darüber hinaus könne man aber nicht von der Stadt verlangen, in Größenordnungen Geld für Prießnitzer Immobilien auszugeben. Weiteren Gesprächsbedarf gab es in der Stadtratsrunde offenkundig nicht. Mit zwei Enthaltungen beschloss das Parlament, das 760 Quadratmeter große Grundstück an der Frohburger Straße auszuschreiben. Der Mindestverkaufspreis wurde auf 22.000 Euro festgelegt. Hiensch plädierte dafür, auch überregional um Interessenten zu werben. Schließlich sei Voraussetzung für den Erwerb, dass eine Sanierung erfolge. Und die dürfte ein Vielfaches des Kaufpreises kosten. Das 300 Jahre alte Gebäude, ein Umgebindehaus, diente lange Zeit als Gemeindehaus. Die Bohlenstube im Erdgeschoss wurde zuletzt als Versammlungsraum genutzt, seit dem Frühjahr durch die Stadt allerdings nicht mehr zur Vermietung angeboten. In den achtziger Jahren war das Haus neu eingedeckt worden; es gebe allerdings einen „erheblichen Unterhaltungsstau“, heißt es in der Beschlussbegründung. Neue Nutzungen zu finden – etwa der Umbau zum Wohnhaus –, sei kompliziert; Auflagen der Denkmalbehörden schreckten einen potenziellen Interessenten bereits ab.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Kreistag hat grünes Licht für Betreiberverträge für Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber gegeben. Auf seiner Sitzung am Mittwoch im Bornaer Stadtkulturhaus segnete er die Verträge für Unterkünfte in Borsdorf, Brandis, Regis-Breitingen, Naunhof und Borna ab. Dabei wurde klar: Der Landkreis steht vor einer gewaltigen Herausforderung.

11.10.2015

30 große Ausstellungen in 30 Jahren Vereinsgeschichte: Die Rassegeflügelzüchter aus Frauendorf können auf eine bemerkenswerte Kontinuität zurückblicken. Allerdings kann sich der Verein, der sich 1985 gründete, einer landläufigen Entwicklung nur schwer entziehen: Das organisierte Züchten wird immer stärker eine Sache der Älteren.

11.10.2015

30 junge Menschen aus Syrien, Afghanistan, Albanien, Mazedonien, dem Libanon, Tunesien und Deutschland trafen sich kürzlich in Bad Lausick auf der Alten Rollschuhbahn. Das Flexible Jugendmanagement (FJM) beim Kinder- und Jugendring veranstaltete dort zum zweiten Mal das interkulturelle Camp „Borderless“ (grenzenlos).

07.10.2015
Anzeige