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Frohburg will endlich schnelles Internet für alle

Thema im Stadtrat Frohburg will endlich schnelles Internet für alle

Ohne schnelles starkes Internet gerät die Wirtschaft ins Hintertreffen: Die Stadt Frohburg ist sich der vielerorts mangelhaften DSL-Versorgung bewusst und will die Sache jetzt kraftvoll angehen. Die Ergebnisse eines Markterkundungsverfahrens werden am 4. August in der Sitzung des Stadtrates öffentlich vorgestellt.

Der Nachholebedarf bei schnellem Internet ist groß in Frohburg. Dem will sich die Stadt stellen.

Quelle: dpa

Frohburg. Ohne Internet wäre Ben Meyer aufgeschmissen. Der Flößberger, der seit mehr als einem Jahrzehnt ein Fachgeschäft für Angelbedarf betreibt und viel online verkauft, kann sich jedoch nicht darauf verlassen: Die Datenverbindung via Funk, die ein privater Anbieter in dem nördlichen Frohburger Ortsteil installiert hat, ist nicht so verlässlich und leistungsstark wie nötig. Dem Rodaer Transport-Unternehmer Stefan Böttcher geht es kaum besser: Die Draht-Verbindung ist schwach, die zusätzliche via Funk zwar hilfreich, aber in Summe zu langsam. Zwei Beispiele aus der Frohburger Wirtschaft, die belegen: Leistungsfähige Datenwege sind unverzichtbar.

Frohburger Verwaltung und Parlament haben das erkannt. Das Thema, das ebenso Hunderte privater Haushalte beschäftigt, wird am 4. August im Frohburger Stadtrat debattiert.

Wer sich ein Bild machen möchte von der DSL-Verfügbarkeit im Frohburger Stadtgebiet, findet einen Flickenteppich. „In der Kernstadt ist es halbwegs in Ordnung, aber selbst hier nicht überall“, sagt Karsten Richter, der seitens des Rathauses die Internet-Aktivitäten koordiniert.

In einigen Ortsteilen habe die Deutsche Telekom meist wenige Straßen verkabelt. In anderen bieten Firmen wie Drahtlos DSL Funklösungen an, sorgen weitere Unternehmen mittels LTE-Technik für Verbindungen. „Einige Brennpunkte konnten in den vergangenen Jahren abgearbeitet werden“, sagt Richter. Doch insgesamt bleibe ein riesiger, ein dringlicher Nachholebedarf. Dieser berechtigten Forderung aus Einwohnerschaft und Wirtschaft werde man sich stellen.

Erster Schritt ist das Markterkundungsverfahren, das die Kommune in Auftrag gab. Deren Ergebnisse wird Frank Berger von der Innoka GmbH am 4. August auf der Stadtratssitzung vorstellen. Ziel dieser Analyse sei es, die aktuellen Anbieter samt Ausbau-Ständen zu erfassen und konkrete Varianten vorzuschlagen, wie schnelles Internet in alle Bereiche Frohburgs zu bringen sei, sagt Karsten Richter.

Auf dieser Grundlage sei es der Stadt möglich, Fördermittel zu beantragen, um sogenannte Wirtschaftlichkeitslücken zu schließen. Fördergeld also nicht für den eigentlichen Netzausbau, sondern als einen Ausgleich für die privaten Investoren. Bis zu 90 Prozent dieser Lücken-Kosten sind Bund und Land bereit zu finanzieren.

Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) machte auf der jüngsten Ratssitzung keinen Hehl daraus, dass er leistungsfähige Datenwege nur durch Verkabelung gesichert sieht. Funk-Lösungen seien für ihn allenfalls ein Zwischenschritt. Eine Sicht, die Stefan Böttcher, Disponent und Gesellschafter von Böttcher-Transporte, teilt. Verschwindend geringe 768 KBit leiste der DSL-Anschluss zurzeit, das aber immerhin stabil. 6000 KBit gebe es via Funk. „An dieses Tempo haben wir uns – na ja – gewöhnt, aber im Grunde brauchen wir viel höhere Geschwindigkeiten.“ Es gehe nicht nur um den Kontakt zu den Lastzügen. „Wir nutzen Frachtbörsen, ordern über das Internet die Aufträge. Schon ein Ausfall von fünf Minuten macht uns da erheblich zu schaffen“, sagt Böttcher. Deshalb hoffe er, dass vielleicht schon zum Jahresende ein Gigabit in Roda verfügbar sei; zumindest würden zurzeit Leerrohre in der Nähe der Firma verlegt.

Diesen Optimismus zu teilen, hat der Flößberger Ben Meyer derzeit keinen Anlass. 80 Prozent der Internet-Verbindung sei schlecht, vermutlich weil überlastet; dabei habe das vor Jahren noch sehr gut funktioniert. Statt der 4000 KBit lägen oft nur 1000 an, viel zu wenig bei dauerndem Datenabruf des Unternehmers, der drei Mitarbeiter beschäftigt: „Im Laden muss ich mitunter sogar Kunden wegschicken, weil das Gerät zur Kartenzahlung nicht funktioniert.“

„Wir sind angehalten, flächendeckende Lösungen zu erzielen. Aber nicht jede Firma, die jetzt in Frohburg investieren möchte, bietet das an“, sagt Karsten Richter. Die Ergebnisse der Markt-Erkundung aufzuwerten, sei „sehr komplex“. Wann das Gros der Frohburger fabelhaft schnelle Datenwege nutzen könne, lasse sich seriös nicht prognostizieren. Aber die Stadt widme sich dem Thema jetzt mit viel Kraft.

Die Sitzung des Stadtrates am 4. August beginnt 19 Uhr und findet im Bürgerzentrum am Markt statt.

Von Ekkehard Schulreich

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