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Frohburg – zum 55. Mal Wallfahrtsort für Fans von heißen Reifen

Dreieckrennen Frohburg – zum 55. Mal Wallfahrtsort für Fans von heißen Reifen

Mehr als 200 Fahrer aus 17 Nationen gingen auf dem Frohburger Dreieck an den Start. Unterschiedlicher hätten die Bedingungen am Wochenende beim Frohburger Dreieckrennen nicht sein können. Kein Wunder also, dass es an beiden Renntagen immer wieder Überraschungen auf dem Kurs gab.

Das Frohburger Twins und Monos-Rennen wurde präsentiert durch die Leipziger Volkszeitung. Ein Teil des Fahrerfeldes fährt durch die Hartmut-Wagner-Kurve.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg. Der Geruch nach Gummi, eine ohrenbetäubende Geräuschkulisse, Vibrationen, die in den Zehen beginnen und noch in den Haarspitzen zu spüren sind, geschäftiges Treiben an und auf der Strecke: Das Frohburger Dreieckrennen war am Wochenende wieder Anlaufpunkt für unzählige Motorrad-Rennfans. Mehr als 200 Fahrer aus 17 Nationen hatten sich auf die Strecke gewagt. Und die Bedingungen für sie hätten nicht unterschiedlicher sein können. Am Sonnabend strahlender Sonnenschein und eine trockene Strecke, am Sonntag dann bewölkt und zeitweise Niesel. Kein Wunder also, dass es an beiden Renntagen immer wieder Überraschungen auf dem Kurs gab. Favoriten gaben wegen technischer Probleme auf, Außenseiter fuhren aufs Treppchen. Allerdings bewiesen auch zahlreiche Fahrer, dass sie zur Weltspitze gehören.

 

Tausende Besucher verzeichnete der veranstaltende MSC Frohburger Dreieck am Wochenende, viele waren bereits am Freitag auf dem Markt vor Ort, um mit den Fahrern ins Gespräch zu kommen. Nur einer war zu den Benzingesprächen nicht gekommen: William Dunlop, Motorradrennfahrer aus Nordirland, dessen Vater und Onkel schon zu den besten Piloten der Geschichte gehörten. Einfacher Grund: er hatte sich verfahren und traf erst spät nachts in Frohburg ein. Dennoch war die Auswahl an Autogramm gebenden und Foto begeisterten Fahrern groß. Joey den Besten aus den Niederlanden, hochgehandelter Favorit auf den Titel im International Road Racing Championship (IRRC) in der Klasse Supersport wurde am Freitag permanent umringt. Zu seinen zahlreichen Fans gehörten auch die zehnjährigen Mädchen Ileen und Johanna, die zwar nichts von seinen sportlichen Erfolgen ahnten, sich aber „den hübschesten Fahrer“ ausgesucht hatten, wie sie sagten, um ein Foto von ihm zu ergattern.

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Das 55. Frohburger Dreieckrennen ist Geschichte. Zuschauer und Sportler erlebten drei Tage, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

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Auch der Frohburger Lokalmatador Didier Grams hatte alle Hände voll zu tun, um Wünsche nach Autogrammen und Bildern zu erfüllen. Nach einer knappen halben Stunde jedoch konnte er seine Unterschrift nur noch auf T-Shirts und Basecaps schreiben, die Autogrammkarten waren längst vergriffen. Der siebenjährige Joel war mehr als glücklich, noch ein Kärtchen ergattert zu haben, schließlich sammelt er alles rund um seinen „Helden“. Die Sympathie für Grams kommt nicht von ungefähr, auch Vater Patrick Weiske ist glühender Verehrer des Sportlers. „Er bringt Spitzenleistungen, ist aber immer auf dem Boden der Tatsachen geblieben und ein Star zum Anfassen“, begründete er.

 

Ein Rennteilnehmer fand am Freitag noch nicht so viel Beachtung. Was mit Sicherheit daran lag, dass Nadieh Schoots aus den Niederlanden als erste Frau in der IRRC an den Start ging und von daher noch recht unbekannt ist. „Das wird sich aber ganz schnell ändern“, ist sich Dik Langwerden, niederländischer IRRC-Organisator, sicher. Im zweiten Jahr erst tritt Schoots in der Klasse Superbike an, fährt seit sieben Jahren Motorrad-Rennen. „Den Namen sollten sich nicht nur die Fans merken, sondern auch die anderen Fahrer“, machte Langwerden deutlich.

Der gesamte Renntrubel setzte sich dann am Sonnabend rund um das Dreieck fort, die Tribünen waren schon während der Trainingsläufe voll besetzt, die ersten drei Rennen wurden mit Spannung erwartet. Doch schon das erste Rennen lieferte einige Überraschungen. Runde um Runde führte William Dunlop kurz vor Joey den Besten, jedoch tauchten beide kurz vor Ende nicht mehr im Zielbereich auf. Thomas Walther vom MSC Frohburger Dreieck behielt die Nerven und siegte mit fast elf Sekunden Vorsprung vor dem Deutschen Max Gaube auf Yamaha.

Am Sonntag hatten die Fahrer mit deutlich schlechteren Bedingungen zu kämpfen. Die Maschinen bekamen durchweg Regenreifen mit Profil aufgezogen, die Rundenzeiten wurden etwas langsamer als am Vortag. Dennoch lieferten einige Fahrer Höchstleistungen ab. Weil den Besten im ersten Lauf der IRRC Supersport Rundenzeiten von 1,46 Minuten fuhr, gab ihm MSC-Organisator Torsten Schmidt den Beinamen „der fliegende Holländer“. Doch trotz der herausragenden Zeiten: in dem Rennen musste sich der Niederländer dem Belgier Laurent Hoffmann geschlagen geben, was am Endergebnis der IRRC Supersport jedoch nichts änderte.

„Frohburg hat jedes Jahr eine tolle Atmosphäre“, sagte den Besten anschließend. Die Strecke sei schnell, die Organisation hervorragend. Mit fast 30 Mann war der fliegende Holländer angereist, drei Motorräder im Gepäck. „Da ist man für alles gerüstet und auf alles vorbereitet.“ Beachtliche Zeiten lieferte trotz der nassen Strecke auch der Italiener Stefano Bonetti ab, der beim Frohburger Twins-Rennen, präsentiert durch die Leipziger Volkszeitung, auf den ersten Platz fuhr. Hinter ihm platzierten sich die zwei Belgier Renzo Van der Donckt und Kris Steenhaut.

Ein begeisterter Zuschauer war am Sonntag Landrat Henry Graichen, Schirmherr des Frohburger Dreieckrennens. „Dass die Veranstaltung weit über Frohburg und die Region hinaus bekannt ist, zeigt sich jedes Jahr aufs Neue an den Zuschauern“, betonte er. Die kämen nicht nur zahlreich, sondern auch aus etlichen Ecken Deutschlands und gar Europas.

Und wer am Sonntagabend traurig war, dass ein Rennwochenende schon wieder vorbei ist, muss nicht lange auf den nächsten Höhepunkt warten. Schon am kommenden Wochenende ist das Dreieck Schauplatz des Classic Grand Prix, bei dem Oldtimer aus dem Osten im Fokus stehen. Trabis, Ladas, Ost-Motorräder und DDR-Formel-Fahrzeuge wie Melkus Zigarre, HTS (Hartmut Tassler Shiguli) und die MT77 können an beiden Tagen bestaunt werden. Torsten Schmidt bat am Sonntag die Zuschauer noch einmal eindringlich darum, die Strohballen entlang der Strecke stehen zu lassen. Sie werden noch einmal gebraucht.

Von Julia Tonne

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