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Frohburger Freundeskreis will Gartenhaus im Park retten

Denkmal Frohburger Freundeskreis will Gartenhaus im Park retten

Mit einem Vortrag am Internationalen Museumstag will der Freundeskreis Schloss Frohburg für Blümners einst lauschiges Gartenhaus werben. Auch beim zweiten Familien-Picknick im Schlosspark soll es in den Fokus retten. Der Verein will jetzt Partner gewinnen, um die Sanierung des Baudenkmals endlich zu stemmen.

Einst trug das kleine Gebäude einen Sinnspruch Goethes über dem Eingang.

Quelle: Freundeskreis Schloss

Frohburg. Das Gartenhaus im Frohburger Schlosspark, es könnte ein reizvoller Hintergrund für jedes Hochzeitsbild sein. Doch Paare, die sich im nahen Schloss trauen lassen, achten beim anschließenden Fotografieren im Grünen darauf, eine andere Kulisse zu wählen. Das mehr als 200 Jahre alte Gebäude, auch Goethehaus genannt, ist verfallen. Dabei könnte es ein Kleinod sein wie das Schloss, das die Stadt Frohburg in den zurückliegenden mehr als zwei Jahrzehnten mit vielen Millionen Euro sanierte. Pläne gibt es, auch Fördermittel wurden dafür bereits 2013 schon einmal beantragt.

Um das Vorhaben jetzt endlich voran und zu einem guten Ende zu bringen, holte der Freundeskreis Schloss Frohburg am Mittwoch viele in Frage kommende Partner an einen Tisch. Im Jägerzimmer des Schlosses verständigte man sich über Ideen und Strategien.

„Das Anwesen verfällt immer mehr. Das bedauern viele Frohburg und Besucher, und wir bedauern es auch. Dabei gibt es im Schlosspark gar nicht mehr viele originale Baulichkeiten“, sagt Günter Köhler, der den Freundeskreis leitet, jenen Verein, der sich die Wiederherstellung des kleinen Gebäudes zu einem vorrangigen Ziel gesetzt hat. Zweieinhalb Dutzend Interessenten, darunter Vertreter von Vereinen, Stadträte und Bürger, führte Köhler mit einer Bilderschau vor Augen, worum es geht. „Die Besonderheit in Frohburg ist die weitgehend erhaltene Einheit von Schloss und Park. Aus der Zeit des Klassizismus hat man das in Sachsen nicht mehr allzu oft“, meint Museumsleiterin Konstanze Jurzok. Sie spielt an auf Baron Ernst von Blümner, der die allegorischen Ausmalungen des Schlosses wie auch die Parkgestaltung samt Gartenhaus-Bau – den er Saal nannte – veranlasste. Nach der Sanierung von Schloss und vorderem Park wäre es nun höchst wünschenswert, auch das Gartenhaus zu retten.

„Wir wollen in kleinen Schritten Stück für Stück vorgehen. Voraussetzung ist ein Vertrag mit dem Eigentümer Stadt“, so Köhler. Man habe sich verständigt, ein solches Dokument zu erstellen. Erst das erlaube es dem Verein, sich bei Stiftungen um Fördermittel zu kümmern. Darüber hinaus brauche es eine Menge Spenden, lägen doch die geschätzten Gesamtkosten bei 65 000 Euro. Zuerst werde man sich um die Wiederherstellung der baulichen Hülle kümmern; das Innere wie der ursprüngliche Mosaikfußboden oder Wandtapeten seien erst einmal nachrangig. Mit Veranstaltungen wolle man ab diesem Jahr ganz zielgerichtet die öffentliche Wahrnehmung für das historische Gartenhaus erhöhen, so der Vereinschef.

Am Internationalen Museumstag 21. Mai ist ein Vortrag geplant. Schloss, Freundeskreis und Heimatverein laden am 23. Juli zu einem zweiten Familien-Picknick im Park ein. Spätestens 2018 wolle man Anträge auf Förderung stellen bei Stiftungen, die das Schloss Frohburg auch in der Vergangenheit bei verschiedenen Projekten unterstützt hätten, sagt Jurzok, etwa bei der Restaurierung der kunstvoll ausgemalten Säle.

Die Stadt und Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) wissen Köhler und Jurzok auf ihrer Seite. „Die Initiativen des Vereins für das Schloss und das Goethehaus begrüße ich sehr. Für beides müssten sich viel mehr Frohburger Einwohner und Vereine engagieren“, sagt Hiensch. Er verstehe die Initiative als einen Weckruf auch an die regionale Wirtschaft. Das umso mehr, als er für die Kommune „derzeit kaum eine Möglichkeit“ sehe, „über das Maß der notwendigsten Instandsetzungs- und Instandhaltungsmittel für das Schloss für eine Instandsetzung und Sanierung des Gartenhauses Mittel bereitzustellen“. Ohne Spenden werde es sich deshalb nicht umsetzen lassen.

Von Ekkehard Schulreich

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