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Geithain Frohburger Geschäftsfrau von den Socken: Keiner vermisst Schuhe und Jacke
Region Geithain Frohburger Geschäftsfrau von den Socken: Keiner vermisst Schuhe und Jacke
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17:30 08.02.2017
Gisela Hänel aus Frohburg ist ratlos. Die Schuhe sind repariert und die Jacke ist gereinigt. Doch die Besitzer von beidem melden sich einfach nicht. Das ist der Geschäftsfrau zuvor noch nie passiert. Quelle: Ekkehard Schulreich
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Frohburg

Schwarz, spitzschnablig, elegant, aus Leder – und mit einer nagelneuen Sohle versehen: Kommen so Ladenhüter daher? Den Begriff würde Gisela Hänel, Urgestein des Frohburger Einzelhandels, die in der Straße der Freundschaft ein Kurzwarengeschäft betreibt, nicht in den Mund nehmen. Aber schon seit Oktober 2015 wartet sie darauf, dass der Mann namens Herold, der das Paar bei ihr zu Reparatur abgab, sich seiner Schuhe erinnert, sie abholt und die verauslagten knapp 30 Euro begleicht. Schuhreparatur ist mitnichten Hänels Metier; um ihrer Kundschaft diesen Service zu bieten, ist ihr Geschäft aber Annahmestelle für den Geithainer Schuhmacherbetrieb Dimke.

„Dass einer seine Sachen nicht abholt und trotz aller Versuche nicht auffindbar ist, das passiert mir in meiner Laufbahn zum ersten Mal“, sagt die Frau, die anno 1961 (!) in der Branche anfing. Vergangene Woche schien sie bei einem der unzähligen Telefonate, die sie mit allen greifbaren Herolds im Leipziger Südraum führt – sofern sie denn im Fernsprechbuch stehen –, ihrem Ziel plötzlich ganz nah: Der Mann am anderen Ende bestätigte Schuhgröße 46, Alter Mitte 40, große Statur – doch bei den dunklen Haaren musste er passen: „Nee, ich bin grau.“ Und deshalb schon nicht der Gesuchte.

Und weil ein Malheur allein wenig bringt, vermisst Gisela Hänel inzwischen eine ältere Frau, die ihre Winterjacke schmerzlich vermisst. Zur Reinigung für eine Schmöllner Firma angenommen hatte sie das gute Stück aus grünem Wollstoff am 25. Oktober – doch obwohl der Winter sich allmählich neigt, spürte das ältere Paar keine Neigung, die Jacke abzuholen. Immerhin hat Hänel hier einen Ort, Neukirchen nämlich, doch das half ihr bislang nicht wirklich: „Ich habe inzwischen halb Neukirchen an der Strippe gehabt, aber die Schlegels, die ich suche, kennt keiner. Dass mir das noch auf meine alten Tage passiert...“

Dass sie das vorgeschossene Geld, in Summe knapp 40 Euro, wiedersieht, muss Gisela Hänel inzwischen bezweifeln. Beinahe noch entscheidender für sie ist aber, dass sich die Fälle aufklären. Nicht nur, weil es um das Paar Schuhe und die Jacke wirklich schade wäre, sondern vor allem, „weil man so etwas doch nicht einfach vergessen kann“.

Von Ekkehard Schulreich

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