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Frohburger Heinz Ebersbach stellt zur 800-Jahr-Feier in Benndorf aus

Malerei Frohburger Heinz Ebersbach stellt zur 800-Jahr-Feier in Benndorf aus

Knapp zwei Dutzend Aquarelle und Ölbilder Ebersbachs sind an diesem Wochenende in der ehemaligen Gaststätte „Zum Rittergut“ zu sehen. Extra für die Ausstellung zum 800-jährigen Jubiläum des Frohburger Ortsteiles ist er auf Motivsuche in der Wyhraaue gegangen.

Bilder und Trophäen: Heinz Ebersbach ist Maler, aber auch Jäger. Auf der Staffelei steht eine Ansicht der Benndorfer Kirche. Sie ist auch in der Ausstellung zum Dorfjubiläum zu sehen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg. Dass Benndorf im Rahmen seiner 800-Jahr-Feier, die noch bis Sonntag stattfindet, eine Ausstellung mit seinen Bildern zeigen will, freut Heinz Ebersbach. Der 77-jährige Frohburger fühlt sich dem Dorf in der Wyhraaue verbunden. Hier findet er seit Jahrzehnten immer wieder Motive, die ihn zum Malen reizen. Darüber hinaus ist das Kohrener Land mit seinen ursprünglichen Winkeln, weiten Blicken ins Land, zeitvergessenen Gemäuern als Ganzes ein künstlerisches Refugium für ihn. Knapp zwei Dutzend Aquarelle und Ölbilder Ebersbachs sind an diesem Wochenende in der ehemaligen Gaststätte „Zum Rittergut“ zu sehen – neben Arbeiten des schon verstorbenen Benndorfer Malers Adolf Kunzelmann.

„Ich muss immer aktiv sein, muss immer etwas machen“, sagt Heinz Ebersbach. Ruhiger geworden ist er auch nicht, seit er Rentner ist. Es zieht ihn hinaus in die Natur, in die Wälder – er ist Jäger – in seinen Kleingarten, nicht weit von der Wohnung entfernt. Den Antrieb zu malen spürt er jeden Tag. Als das Benndorfer Festkomitee ihm vor Monaten besagte Schau zum Dorfjubiläum vorschlug, zog es ihn häufiger als sonst dorthin. Neue Bilder entstanden. Auch solche, die die Veränderung der vergangenen Jahre spiegeln. Das sanierte Torhaus des Benndorfer Rittergutes, die von einer Mauer umfriedete kleine Kirche, Landpartien an der Wyhra, aber auch Historisches: den Wiesenweg (Ebersbach: „Den haben die Benndorfer Schulkinder viel genommen.“) oder mit dem schlanken Schlot der Textildruckerei am Horizont, der längst abgerissen ist.

Wenn Heinz Ebersbach von sich sagt, die Hinwendung zum Malen treibe ihn seit Kindestagen um, ist das nicht bloß Redensart: „Ich hatte das Glück, dass ich beim Kunstmaler Otto Delling Unterricht nehmen konnte.“ Er besuchte den Maler, seinerzeit in der Region eine Institution, als Heranwachsender auch in dessen Heimatstadt, begleitete ihn, wenn er sich draußen malend in Natur und Landschaft vertiefte. „Er hat in mir eine Sehnsucht geweckt, aber hat mir auch einen Weg gezeigt“, erinnert sich Ebersbach heute noch mit Wärme an Delling. Und wurde Dekorationsmaler wie er. Als Plakat- und Schriftmaler verdiente er zuerst in der Kohle sein Brot – die Palette reichte von technischen Beschriftungen über Veranstaltungsdekorationen bis zu politischen Spruchbändern – wechselte dann aber zur Handelsorganisation (HO) in Geithain, wo er 22 Jahre Werbegestalter war. „Eine schöne Zeit“, blickt er zurück, nennt Gestaltungen von Schaufenster bis Speisekarte. Die Ausmalung in der Streitwalder Gaststätte „Jägerhaus“ mit Jagdszenen stammt aus dieser Zeit und gefällt den Gästen bis heute. Die Jahre bis zur Rente kehrte er schließlich an die berufliche Basis zurück: Er schulte für einen Bildungsträger junge Menschen zum Maler und Lackierer.

Er selbst erarbeitete sich das künstlerische Rüstzeug vor allem in Abendkursen, die er seit den 60er-Jahren an der renommierten Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst belegte. Hier lernte er Maler wie Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke kennen, als die noch ziemlich am Anfang ihrer Entwicklung standen. Und er nahm aus der Ferne über all die Jahre Anteil daran. Der in Geithain lebende Grafiker und Lithograf Rolf Münzner bestärkte ihn, bei der Malerei zu bleiben, sagt Ebersbach: „Die Schablithografie hätte mich auch gereizt.“ Doch er folgte seinem eingeschlagenen Weg. Und die hieß immer: Präzision, unverfälschter Blick, Achtung auch vor dem kleinen Detail.

Malte Heinz Ebersbach, in der Anfangszeit gern unter freiem Himmel, kam bald davon ab: „Oft wird man angesprochen, redet. Dann fehlt die Konzentration.“ Deshalb stützt er sich in seiner kleinen Malstube, die er im einstigen Kinderzimmer eingerichtet, auf Fotografien. Nur im Garten, da lässt er sich mal vor faszinierenden Blüten nieder: „Da kann ich sitzen. Da stört mich keiner.“

In der Region sind seit Jahrzehnten immer wieder Arbeiten Ebersbachs öffentlich in Ausstellungen zu sehen. Das Museum Schloss Frohburg besitzt einige, auch die DRK-Station Frohburg. Zudem hängen echte Ebersbachs in vielen guten Stuben der Region, aber auch in Tschechien, in Großbritannien, der Schweiz. Meist sind es Bilder, die im Auftrag entstanden, als Geschenke zu runden Geburtstagen oder Jubiläen, aber auch Erinnerungen für ehemalige Frohburger. Für die Benndorfer Ausstellung hat Heinz Ebersbach sogar einige Bilder leihweise zurückgeholt. Die Schau ist am Sonnabend und Sonntag während der 800-Jahr-Feier geöffnet.

Von Ekkehard Schulreich

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