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Frohburger Stadtrat mehrheitlich gegen Güllelager

Frohburger Stadtrat mehrheitlich gegen Güllelager

Die Osterland Agrar GmbH will in Bocka ein Güllelager errichten. Die Stadt Frohburg stimmt diesem Vorhaben nicht zu und begründet das mit der nicht ausreichenden Erschließung des Baugrundstückes.

Frohburg. Diesen Beschluss fasste der Stadtrat jetzt mehrheitlich. Offen ist, inwieweit dies die Entscheidung der thüringischen Behörden beeinflusst.

„Jetzt müssen die Eschefelder nur damit leben, wenn die Gülle ausgebracht wird – dann das ganze Jahr rund um die Uhr“, so Bürgermeister Wolfgang Hiensch. In Eschefeld kursiere eine Unterschriftenliste, die Bedenken der Bürger vor allem in der Bockaer Straße seien aus seiner Sicht berechtigt. „Wir werden diese Bedenken in unsere Stellungnahme einarbeiten, haben das aber nicht zu entscheiden“, so Hiensch.

Frohburgs Stadtoberhaupt machte kein Hehl daraus: Er ist sauer. Nur zufällig hatte er im Gespräch mit dem Windischleubaer Bürgermeister von dem Bauantrag erfahren. Hiensch: „Wenn ein Frohburger Unternehmen einen Antrag stellt für ein Vorhaben kurz hinter der Landesgrenze wäre zu erwarten, dass es den Bürgermeister informiert.“ Erst nach einer Beschwerde beim zuständigen Landratsamt Altenburger Land, weil die Stadt Frohburg als unmittelbar angrenzende und vom Vorhaben betroffene Gemeinde nicht informiert und angehört werde, kamen Ende Juni die Bauantragsunterlagen vom April im Rathaus mit der Bitte um Stellungnahme zur Erschließung an.

Der Bockaer Weg sei zwar öffentlich gewidmet, aber in einem derart schlechten Zustand, dass allein schon die starke Belastung während der Bauphase eine Benutzung unmöglich mache, lautet das Hauptargument der Verwaltung. Angeführt werden aber unter anderem auch eine befürchtete Geruchsbelästigung in Eschefeld und ein Gefahrenpotenzial für die Entwicklung des Fremdenverkehrs.

„Ich denke, wir haben dazu zu wenig Wissen“, beschrieb Egbert Korndörfer (Freie Wähler) seine Bauchschmerzen mit der Beschlussvorlage. Auch Eberhard Schneidenbach (Linke) schlug vor die Abstimmung zurückzustellen und mehr Informationen einzuholen. „Man muss als Stadtrat Stellung beziehen“, wies Hiensch das zurück.

Den Geschäftsführer der Osterland Agrar GmbH, Siegfried Runkwitz, der für die Linke im Stadtrat sitzt, hatte er mit Verweis auf die Gemeindeordnung von der Diskussion ausgeschlossen. So nutzte dieser die Einwohnerfragestunde am Ende der Sitzung, um die Stadträte und die Verwaltung „angesichts des großen Informationsdefizits“ in das Landwirtschaftsunternehmen einzuladen. „Kein schlechter Gedanke“, räumte Hiensch ein.

„Wir haben gedacht, wir machen etwas Positives“, zeigte Runkwitz sich nach der Sitzung überrascht. Die Agrar GmbH hat ihre Felder zwischen Eschefeld und Bocka, die werden im Frühjahr und im August mit Gülle hauptsächlich aus der Milchviehanlage Frohburg gedüngt. Derzeit werde diese am Stall gelagert. „Um die agrotechnischen Termine zu ha

lten, ist es nötig in zwei Schichten zu fahren.“ Auch nachts donnern so Traktoren mit Fässern durch Eschefeld – seit Jahren beschweren sich Einwohner darüber. „Das ist nachvollziehbar“, räumt Runkwitz ein. Nun plane das Unternehmen eine sechsstellige Investition, um direkt am Feldrand einen großen Speicher zu bauen. Werde die Gülle dort gelagert bis sie auf die Felder ausgebracht werden kann, sei der zeitliche Druck raus – die Fahrten könnten ausschließlich tagsüber und nur bei trockenem Wetter erfolgen, wenn der Weg gut befahrbar sei. „Uns würde es helfen, die Arbeitsspitze zu brechen“, so Runkwitz. Langfristig müsste für die Ortsverbindungsstraße Eschefeld – Bockwitz eine länderübergreifende Lösung gefunden werden, um sie in Ordnung zu bringen – das Unternehmen würde sich auch einbringen. „Wir werden auf die Bürgerbewegung zugehen“, kündigt Runkwitz an und erklärt, das Unternehmen hätte das Gespräch mit der Stadt gesucht, hätte man die Entwicklung vorausgeahnt.

Inge Engelhardt

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