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Geithain Frohburgs Bürgermeister eröffnet Debatte um Baumschutz
Region Geithain Frohburgs Bürgermeister eröffnet Debatte um Baumschutz
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05:01 05.05.2018
Die Frohburger sollen beim Thema Fällen von Bäumen mitreden (Symbolfoto). Quelle: Andre Kempner
Frohburg

Ein „hohes Maß an Sensibilität im Umgang mit der Thematik Baum- und Artenschutz“ sieht der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) dringend geboten, um die Lebensqualität und die Ausstrahlung der Stadt und der ländlich geprägten Ortsteile zu bewahren.

Hiensch: „Natur wird auch bei uns zerstört“

Er nahm am Donnerstagabend vor dem Stadtrat die Neufassung der Baumschutz-Satzung zum Anlass für einen persönliches, deshalb nicht weniger leidenschaftliches Plädoyer. „Natur wird auch bei uns zerstört. Mit was will das Kohrener Land in 20, 30 Jahren begeistern, wenn überall und in großem Ausmaß Bäume gefällt werden? Jeder sollte in sich gehen, ob das die Zukunft ist. Wir sollten dafür sorgen, dass Bäume wieder alt werden können.“

Kohren bislang ohne Baumschutzsatzung

In Frohburg gilt eine 2002 beschlossene Satzung. Die zum Jahresbeginn eingemeindete Stadt Kohren-Sahlis besaß ein solches Papier nicht. Jetzt gehe es darum, die Satzung an die aktuellen Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes anzupassen, so Hiensch.

Er verhehlte nicht seine Unzufriedenheit mit der sächsischen Gesetzgebung, die zu Zeiten der CDU-FDP-Koalition formuliert wurde. Damals sei manches gelockert worden, habe der Verwaltung aber „einen Riesenaufwand“ beschert. Bei Fällanträgen müssten sich Bauamtsmitarbeiter vor Ort ein Urteil bilden. Ersatzpflanzungen müssten überprüft werden, und das noch nach Jahren. Für all das dürfe die Stadt obendrein „keinen Cent verlangen“.

Entwurf steht zur Diskussion

Die Baumschutz-Satzung, deren Entwurf jetzt öffentlich zur Diskussion gestellt werden, sei für Frohburg „eine Möglichkeit, wenigstens ein bisschen Einfluss zu nehmen. Ich denke, wir sind alle in der Pflicht, etwas für unsere Landschaft zu tun.“ Auch wenn die Anpassungen eher formellen Charakter trügen.

Darüber zu debattieren, sei unbedingt nötig, unterstrich Siegfried Runkwitz (Linke). Allerdings halte er den Begriff Baumschutz-Satzung für einen schlechten Witz. Es gehe in dem Text weniger um den Schutz von Grün als eher um eine Anleitung, Bäume legal zu entfernen.

Landtagsabgeordneter verwahrt sich gegen pauschalen Vorwurf

„Unterschiedliche Erfahrungen in den Kommunen machten es erforderlich, dass sich damals der Landtag damit befasste“, sagte Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU), der als Landtagsabgeordneter dem kritisierten Gesetz zustimmte. Man habe versucht, Bürokratie zu verringern und Grundstückseigentümern mehr Eigenverantwortung und Handlungsfreiheit zu geben. Offenbar werde das in den Kommunen unterschiedlich gehandhabt.

Er verwahrte sich gegen den pauschalen Vorwurf, Private würden leichtfertig Bäume fällen, forderte mehr Sachlichkeit in der Diskussion. Ein Begriff wie „Baum-ab-Gesetz“ gehöre deshalb nicht in die Begründung des Frohburger Stadtratsbeschlusses.

Das Beispiel Kohren-Sahlis zeige zudem, dass es auch ohne solche Satzung gehen könne: Die Menschen auf dem Land agierten eben verantwortungsbewusster, wüssten Bäume zu schätzen und zu schützen.

Der Stadtrat beschloss einstimmig, den Entwurf öffentlich auszulegen. Wolfgang Hiensch wünschte sich, dass viele Einsicht nähmen: „Lassen wir doch die Bürger mitreden!“

Von Ekkehard Schulreich

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