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Frohburgs Schulsozialarbeiterin: Vertrauensperson im achten Jahr

Helferin in Notlagen Frohburgs Schulsozialarbeiterin: Vertrauensperson im achten Jahr

Für viele ist sie die Marika. Dabei ist die viermal so alt wie die Mädchen und Jungen der Frohburger Oberschule, für die sie Vertrauensperson ist, Helferin in Notlagen, eine Instanz: Marika Seiffert ist Schulsozialarbeiterin. An der Frohburger Bildungseinrichtung ist sie das achte Jahr.

Schulsozialarbeiterin Marika Seiffert (li.) an der Oberschule Frohburg mit den Streitschlichtern (v.l.) Anna, Laura, Sophia und Amely.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg. Mit Heranwachsenden arbeitet die Diplom-Sozialpädagogin, die sich berufsbegleitend außerdem zur Freizeitpädagogin qualifizierte, seit drei Jahrzehnten, kennt Kinderheim, Tagesgruppe, Freizeitzentrum, Hort. "Der Alltag ist nicht so einfach für ein Kind", sagt die 59-Jähriger aus Erfahrung – und fügt aus Überzeugung an: "Man muss dranbleiben." Und sie tut es.

Ein Zimmer in Untergeschoss des Schulgebäudes. Drinnen Tische zusammengestellt zu einer großen Fläche, ein paar Regale, Materialien für Kreativität, für Spiele. Sprechzeiten allerdings stehen nicht an der Tür, denn wer Marika Seiffert sucht, findet sie meist auf den Fluren, in den Klassen, auf dem Schulhof. Sie wartet nicht, dass einer der 350 Schüler der Frohburger Oberschule sich mit einem Anliegen zu ihr verirrt; sie geht auf die Heranwachsenden zu, weiß, was sie drückt, weiß oft etwas entgegenzusetzen. Montags bis donnerstags ist sie zwischen 8 und 15 Uhr im Haus. Allenfalls an Beratungstagen oder bei Weiterbildungen verrät ein Zettel an der Tür, wann sie wo erreichbar ist.

Schulsozialarbeit heißt vor allem Beratung: für die Schüler in erster Linie, doch das schließt in vielen Fällen Eltern und Lehrer mit ein. Schulsozialarbeit heißt aber auch Einzelfall-Hilfe bei Lernschwierigkeiten, heißt Vermitteln, wenn Konflikte zu eskalieren drohen. Heißt Moderieren in den Klassen, heißt Projektarbeit (zu Themen wie Sucht, Genial sozial). Dabei arbeitet sie eng mit Vertrauenslehrerin Barbara Kotwas zusammen. Gemeinsam mit Andreas Dörschel und Florian Müller bildet Marika Seiffert Streitschlichter aus, die sich aktuell vor allem aus Achtklässlern rekrutieren und von denen jeder für eine Klasse als Partner benannt ist. Siebentklässler werden jetzt herangezogen. Sie leitet die Klassensprecher an, die jedes neue Schuljahr mit einer Zukunftswerkstatt beginnen, in der sie Ideen entwickeln für die Zeit bis zum nächsten Sommer. Wichtig auch das: die gute Kooperation mit dem Schulclub, den Sabiner Böttcher leitet.

"Der Wunsch vieler Schüler, sich einzubringen, ist da", sagt Seiffert. Für sie der entscheidende Ansatzpunkt: die Heranwachsenden teilhaben zu lassen, deren Aktivitäten zu fördern, die Bereitschaft und die Fähigkeit, sich um ureigene Interessen selbst im Miteinander zu kümmern. Allerdings müssen sich ihre Aktivitäten auf die Pausen und die siebente und achte Stunde konzentrieren, denn: "Viele fahren mit dem Bus nach Hause. Da bleibt nicht viel Zeit. Und für die meisten ist es ohnehin ein langer Tag."

Die Eltern wüssten zu schätzen, was sie tue, die Schüler selbstredend, sagt Seiffert. Und auch die Lehrer seien froh, dass sie ihnen in mancher Hinsicht den Rücken freihalte. "Das Zusammenspiel in Frohburg funktioniert", sagt sie und betrachtet das als Motivation. Die Mutter zweier erwachsener Kinder, die in Zwenkau lebt, brennt für ihre Arbeit, auch wenn die Herausforderungen an jedem Tag neu sind. Angestellt bei der Kindervereinigung Leipzig, die in Frohburg auch die Kinder- und Jugendbegegnungsstätte führt, ist sie eine von 19 Schulsozialarbeiterinnen des Vereins im Landkreis Leipzig, in Nordsachsen und Leipzig selbst. Schulsozialarbeit, durch Land und Kommunen gefördert, wird im Landkreis Leipzig an sehr vielen Schulen angeboten; dabei sind auch zahlreiche andere freie Träger mit im Boot.

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