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Frohburgs Stadtrat soll am 6. Oktober über aktuellen Brandschutz-Bedarfsplan befinden

Neu: Stützpunktwehren Frohburgs Stadtrat soll am 6. Oktober über aktuellen Brandschutz-Bedarfsplan befinden

Stützpunktwehr heißt das Schlüsselwort im neuen Brandschutz-Bedarfsplan, der am 6. Oktober im Frohburger Stadtrat beschlossen wird. Neben der Ortswehr Frohburg übernehmen künftig auch die Wehren in Frankenhain und Flößberg strategische Aufgaben. Neu bezieht der Plan das Territorium von Kohren-Sahlis mit ein.

Die Feuerwehr Frankenhain soll neben Frohburg und Flößberg Stützpunktwehr werden, hier Frankenhainer Brandschützer bei einer Schulung zum Thema Umgang mit Strom.

Quelle: privat

Frohburg. Stützpunktwehr heißt das Schlüsselwort im neuen Brandschutz-Bedarfsplan, der am 6. Oktober im Frohburger Stadtrat beschlossen wird. Konkret bedeutet das: Neben der Ortswehr Frohburg übernehmen künftig auch die Wehren in Frankenhain und Flößberg strategische Aufgaben. Sie sichern die Einsatzbereitschaft auch tagsüber und sorgen dafür, dass innerhalb der vorgeschriebenen Zeiten Hilfe kommt. Neu an dem umfangreichen Plan ist außerdem, dass er unter Einbeziehung des Territoriums von Kohren-Sahlis erarbeitet wurde. Schließlich beabsichtigen beide Kommunen, zu fusionieren – auch wenn es nun erst 2018 werden soll.

Neu gewählte Stadtwehrleitung, neuer Bedarfsplan: Dass beides zeitlich zusammenfällt, betrachtet Heiko Mühling als Gewinn. Der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Eschefeld wurde vor 100 Tagen von der Mehrheit der Kameraden zum neuen Frohburger Stadtwehrleiter gewählt. Er folgt Lars Kupfer, der diese Funktion ein Jahrzehnt lang inne hatte. An seiner Seite sind mit Jürgen Mäder (Eschefeld) ein erfahrener und mit Christopher Martin (Wehrleiter Frankenhain) ein relativ junger Stellvertreter. „Der Bedarfsplan beschreibt Ist und Soll. Er umfasst eine Gefährdungsanalyse für das gesamte Stadtgebiet einschließlich Kohrens, benennt die Ausrückezeiten, listet die Personalstärken, Verantwortlichkeiten und die nötige Technik auf“, sagt Mühling, seit 26 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Dass er an dem Papier, das für die nächsten fünf Jahre Arbeitsgrundlage sei, habe mitwirken können, sei positiv. Der Plan sei zudem unverzichtbar für den Frohburger Haushalt und für die Beantragung von Fördermitteln. Auf die sei man dringend angewiesen, um die anstehenden Erneuerungen, etwa bei Fahrzeugen, zu realisieren.

Dass die Wehren in Frohburg, aber auch in Flößberg, Frankenhain und die perspektivische Stützpunktwehr Nummer vier Kohren-Sahlis neue Löschfahrzeuge erhielten, gehöre zu den wesentlichsten Änderungen des vor Monaten schon erstellten Planentwurfs, sagt Mühlings Stellvertreter Martin. Die im Juni neu gewählte Stadtwehrleitung habe darauf gedrängt, Wehren auf dem Land konsequenter auszustatten: „Die Unterstützung muss direkt bei den Ortswehren ankommen, um sie zu stärken.“ Christopher Martin, seit anderthalb Jahren Wehrleiter in Frankenhain, weiß, wovon er spricht.

„Die Herausforderung in Frohburg ist die große Fläche. Wir brauchen die Stützpunktwehren, aber auch die anderen, die sie unterstützen.“ Mit der Stützpunktwehr-Struktur gelinge es, größtmöglichen Schutz zu gewährleisten. Sie sei zudem undenkbar ohne die übrigen Wehren. Sie zu erhalten, stehe deshalb außer Frage. Das Modell Stützpunktwehren steht im Einklang mit der Strategie 2020 des sächsischen Innenministeriums; es wurde auf Frohburger Erfordernisse zugeschnitten. Insgesamt verfügen die 13 Frohburger Wehren – die Wehren Kohren-Sahlis und Jahnshain schon mit eingerechnet – über rund 300 Einsatzkräfte.

Die Dolsenhainer Feuerwehr, durch die Stadt Kohren-Sahlis abgewickelt, verstärkt seit wenigen Tag das Frohburger Team, allerdings nicht als eine eigenständige Formation. „Neun Kameraden aus Dolsenhain konnte ich in die Frohburger Wehr aufnehmen“, sagte Mühling. Auf der jüngsten Sitzung des Feuerwehr-Ausschusses habe er zudem der im Frühsommer durch Frohburg aufgelösten Hopfgartener Wehr für ihr langjähriges Engagement gedankt. Immerhin zwei Kameraden seien nach Frankenhain gewechselt. Das Hopfgartener Fahrzeug ist künftig ebenfalls dort deponiert.

Um sich als potenzieller Stadtwehrleiter ins Gespräch zu bringen, war Heiko Mühling in den Wochen vor der Wahl bei allen Feuerwehren vor Ort. Das erübrigte nach der Wahl aufwendige Antrittsbesuche. „Wir kennen uns, wissen, was wir voneinander zu halten haben. Nah dran zu sein, ist ganz wichtig“, sagt er. Die Doppelbelastung Wehrleiter und Stadtwehrleiter wird abgefangen durch die Einsetzung eines zweiten Stellvertreters in Eschefeld.

Von Ekkehard Schulreich

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