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Fünf Millionen Euro für gutes Nass: Neues Wasserwerk entsteht bei Prießnitz

Kommunale Wasserwerke Fünf Millionen Euro für gutes Nass: Neues Wasserwerk entsteht bei Prießnitz

Der Bau eines neuen Wasserwerkes nahe Prießnitz endlich starten. Aufgrund des langwierigen Genehmigungsverfahrens verzögerte sich die Fünf-Millionen-Euro-Investition der Kommunalen Wasserwerke Grimma-Geithain GmbH um ein Jahr. Mitte 2019 soll dann das Wasserwerk Frohburg, dessen Nass einen hohen Sulfatgehalt hat, vom Netz gehen.

Das Prießnitzer Wasserwerk wurde in den Fünfzigerjahren errichtet und befindet sich in einem schlechten Bauzustand. Nun soll es ersetzt werden.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg/Geithain/Bad Lausick. Den symbolischen ersten Spatenstich für das neue Wasserwerk in Prießnitz wollen die Kommunalen Wasserwerke Grimma-Geithain im Mai oder Juni setzen – und damit deutlich später, als das Unternehmen es ursprünglich plante. „Das Genehmigungsverfahren dauerte länger als gedacht, so dass wir nicht 2016 beginnen konnten. Seit Anfang des Jahres aber haben wir Baurecht“, sagt Lutz Kunath, Geschäftsführer des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain. Die Verzögerung um ein rundes Jahr sei bedauerlich, aber nicht tragisch: Das alte Wasserwerk nahe Prießnitz befinde sich zwar in keinem sonderlichen Zustand, doch komme man noch über die Zeit. Am 12. April sollen nach Ausschreibung die Bauleistungen vergeben werden. Das komplexe Vorhaben zieht sich dann über zwei Jahre bis voraussichtlich Sommer 2019.

Geschätzte fünf Millionen Euro will das Unternehmen in den Bau eines neuen Wasserwerkes investieren. Verbunden damit soll die Wasseraufbereitung an der alten B 95 in Frohburg aufgegeben und das dortige Leitungsnetz in Insellage an das Netz gebracht werden. Kunath betrachtet die Investition als letzte Mosaiksteine des verbandsweiten Konzeptes, das die Versorgungssicherheit und die Qualität des Wassers erhöhen soll. Davon würde etwa auch die Stadt Geithain profitieren, zu der dann eine zweite leistungsfähige Verbindung bestehe. Das in Frohburg an der B 95 geförderte Nass weist einen hohen Sulfatgehalt auf; das Gesundheitsamt des Landkreises hatte den Betrieb per Ausnahmegenehmigung ursprünglich bis Jahresende 2016 gestattet. Diese Genehmigung gelte nun bis Ende 2019, so Kunath: „Der Probebetrieb des neuen Wasserwerkes Prießnitz ist ab Juli 2019 vorgesehen, so dass diesbezüglich keine Schwierigkeiten auftreten werden.“

Das Prießnitzer Wasserwerk wurde in den Fünfzigerjahren errichtet. Es befindet sich laut Kunath in einem schlechten Bauzustand: „Es wird komplett stillgelegt und abgerissen.“ Unmittelbar daneben entstehe eine neue Anlage, untergebracht in einer zwölf mal 33 Meter großen Halle. Auf zwei Etagen konzentrieren sich in ihr Filterstrecken, die dem Wasser Eisen und Mangan entziehen, und andere Anlagen, die für eine Aufbereitung unverzichtbar sind. Die Frohburger Wasserfassungen werden als Speicher weiter genutzt. Aufbereitet wird das Wasser künftig aber in Prießnitz. Insgesamt zwölf Brunnen in Prießnitz, Nenkersdorf und Frohburg liefern das nötige Wasser. Die Kapazität des Wasserwerks-Neubaus soll bei 5500 Kubikmetern am Tag liegen. In zwei Behältern ruht zudem eine Reserve von je 600 Kubikmetern.

Neben dem Bau des neuen Wasserwerkes und Umbauten in Frohburg müssen in Summe knapp fünf Kilometer Leitungen ausgetauscht oder neu verlegt werden. „Die Arbeiten werden sich auf jeden Fall über das gesamte nächste Jahr erstecken bis nach 2019 hinein“, sagt Lutz Kunath. Er rechne mit zwei Jahren Bauzeit. Das würde eine Inbetriebnahme im Sommer 2019 bedeuten.

Darüber hinaus ist der Versorgungsverband in der Region Geithain/Bad Lausick auch anderenorts aktiv. Nachdem in Geithain die abwassertechnische Erschließung in der Windmühlenstraße und der Hohle Ende 2016 abgeschlossen wurde, folgt nun der nächste Bauabschnitt, zu dem Gartenstraße, Blumenweg und Rosental gehören. Außerdem wird die Erneuerung der Mischwasserleitung in der Nikolaistraße/Kuttelpforte vorbereitet, Wertumfang 165 000 Euro.

In Bad Lausick will der Verband gemeinsam mit dem Landesamt für Straßenbau die Erneuerung der Mischwasserleitung in der Leipziger Straße vornehmen. Die Angebotsfrist endet am 16. März. Danach werden Straßenbau und Kanalbau gemeinsam vergeben. Ab Mai erfolgt zudem die Erweiterung des Abwassersystems in Buchheim mit dem Anschluss von weiteren Grundstücken an die Kläranlage der Jugendherberge. Hier soll der Auftragnehmer im Rahmen der Angebotseröffnung am 13. März gefunden werden. In der Heinrich-Heine-Straße in Bad Lausick setzen Verband und Stadt die Erneuerung des Mischwasserkanals samt Straßenbau mit dem zweiten Bauabschnitt fort; geplante Fertigstellung Ende September.

Von Ekkehard Schulreich

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