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Fünf Stunden – fünf Kirchen – fünf Konzerte: Orgelwandel rund um Bad Lausick

Konzerterlebnis Fünf Stunden – fünf Kirchen – fünf Konzerte: Orgelwandel rund um Bad Lausick

Fünf Stunden, fünf Dorfkirchen, fünf Orgeln: Zu einem besonderen Klangerlebnis, das zugleich ein Kulturerlebnis sein soll, wird am Sonnabend in die Region zwischen Bad Lausick, Frohburg und Geithain eingeladen.

Die Frauendorfer Kreutzbach-Orgel von 1840 – klingt nicht nur zur Adventszeit wunderbar.

Quelle: Jens Paul Taubert (Archiv)

Bad Lausick/Frohburg. Fünf Stunden, fünf Dorfkirchen, fünf Orgeln: Zu einem besonderen Klangerlebnis, das zugleich ein Kulturerlebnis sein soll, wird am Sonnabend in die Region zwischen Bad Lausick, Frohburg und Geithain eingeladen. Der „Orgelwandel“ bringt Instrumente verschiedener Orgelbaumeister zum Klingen, Instrumente, die über Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg im Gottesdienst ihren Dienst tun, höchst selten aber in einem Konzert zu hören sind. Ebersbach, Frankenhain, Hopfgarten, Frauendorf und Tautenhain heißen die Stationen und schließen damit fünf Schwesterkirchen ein. Lediglich Nauenhain bleibt in diesem Reigen unberücksichtigt – aus drei triftigen Gründen, die Pfarrer Sven Petry aufzählt: Ein Pedal der von der namhaften Bornaer Werkstatt Kreutzbach 1893 erbauten Orgel ist defekt. Der Geithainer Ortsteil feiert an diesem Wochenende sein Dorffest. Und – nicht zuletzt – „Wenn an der fünften Station der letzte Ton verklungen sein wird, dürfte es bereits 21 Uhr sein. Dann wären wir fünf Stunden gemeinsam unterwegs. Das sollte genügen.“

Eine Herausforderung nicht nur an das Publikum, sondern auch an den Organisten. Der heißt Wieland Meinhold, ist zu Hause in Weimar, freischaffender Organist und berufener Thüringer Universitätsorganist. An mehreren Orgeln im Laufe eines Nachmittags und/oder Abends zu spielen, dem unterzieht er sich häufiger und gern – vor wenigen Tagen erst in Ludwigshafen und am Neckar: „Im Sommer bin ich oft in Mecklenburg unterwegs oder in Westfalen. Die Leute sind neugierig. Sie wollen verschiedene Räume, verschiedene Instrumente kennen lernen – und ich schätze das auch.“ Der Kontakt in die Leipziger Region kommt über Gunnar Wiegand zustande, Pfarrer in Langenleuba-Oberhain und mit einem besonderen Faible für Orgeln. In der Oberhainer Kirche gibt Meinhold bereits heute (19.30 Uhr) ein Konzert.

Der „Orgelwandel“ im Südleipziger Raum am Sonnabend beginnt 16 Uhr im Bad Lausicker Ortsteil Ebersbach. Die von Paul Schmeißer in Rochlitz 1899 gebaute Orgel wurde erst im vergangenen Jahr generalüberholt. Auf ihr spielt Meinhold Bearbeitungen von Händel und Werke alter Meister. In der Frankenhainer Kirche St. Mauritius, wo sich die größte der Orgeln befindet – ebenfalls eine aus dem Hause Schmeißer von 1882 – gibt es 17 Uhr eine Führung mit Anspiel. „Wer wissen möchte, wie eine Orgel funktioniert, der kann das hier in Ausführlichkeit erfahren“, sagt Pfarrer Petry. Ein komplettes Konzert gebe es hier in der Folgewoche am 16. Juni.

„Italien mit Temperament“ hat Meinhold sein kleines Konzert mit Barockmusik überschrieben, das sich 18.15 Uhr in Hopfgarten anschließt. Hier steht eine 1905 gebaute Orgel aus der Dresdener Werkstätte Jehmlich. Mozart, der die Orgel als Königin der Instrumente bezeichnete, ist danach ab 19.15 Uhr in Frauendorf zu hören. Die Kreutzbach-Orgel wurde 1840 für Portitz gebaut und kam erst 1868 nach Frauendorf. „Sie hat am ehesten eine gründliche Überholung nötig“, so der Pfarrer. Seinen Abschluss findet der „Orgelwandel“ ab 20.15 Uhr in Tautenhain, in der von Conrad Felixmüller ausgemalten Jakobuskirche. Hier steht Telemann im Mittelpunkt. Die Jehmlich-Orgel wurde 1903 gebaut.

„Diese Orgeln sind alle interessant, weil sie durchweg historisch sind. Sie haben ein ganz eigenes Klanggepräge“, sagt Wieland Meinhold. Ohnehin sei Sachsen ein Orgel-Land mit einem großen Schatz an diesen Instrumenten, die als Kulturgut gelten. Die Konzerte können in Gänze oder auch einzeln besucht werden. Der Eintritt ist frei – um eine Spende zur Deckung der Kosten wird gebeten.

Von Ekkehard Schulreich

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