Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain "Für Behinderte eine Katastrophe"
Region Geithain "Für Behinderte eine Katastrophe"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:25 19.05.2015
Werner Rosch sitzt im Rollstuhl - das Kopfsteinpflaster auf der Straße zum Bad Lausicker Marktplatz macht Senioren zu schaffen. Quelle: Peter Krischunas

"Auch das Kopfsteinpflaster macht mir sehr zu schaffen", sagt Klara Prommer, die im Neubaugebiet lebt und zum Einkaufen einen langen, beschwerlichen Weg mit vielen Hindernissen zum Markt zu bewältigen hat.

So wie der Bad Lausickerin geht es vielen Senioren und Kurgästen. Werner Rosch etwa quält sich in seinem Rollstuhl jeden Tag über das holprige Kopfsteinpflaster im Zentrum der Stadt. Er lebt im betreuten Wohnen unweit der Löwen-Apotheke unterhalb vom Markplatz. "Für Behinderte ist das eine Katastrophe", erklärt Werner Rosch. Er findet, dass der Markt nach der Sanierung vor vielen Jahren fast schlechter befahrbar sei als vorher.

"Außerdem ist es peinlich, dass unser Rathaus nicht behindertengerecht ist. Um meinen Personalausweis erneuern zu lassen, müssen die Mitarbeiter vor das Haus kommen, weil für Rollstuhlfahrer weder Rampe noch Aufzug vorhanden sind", berichtet Rosch aus eigener Erfahrung. Eine schlechte Note vergibt der Rentner auch dem Fußweg linke Seite, der vom Bahnhof zur Brücke vor dem Kurviertel führt. "Dort komme ich wegen der hohen Bordsteinkanten nicht mehr runter", so der Rentner, der jeden Tag viel in der Stadt unterwegs ist.

Karin Geyer begleitet öfter ihre Mutter Johanna Freyer, die ebenfalls im Rollstuhl sitzt. "Ich muss ihr an vielen Ecken helfen", so die Bad Lausickerin, die im Zentrum unterhalb des Marktes wohnt. Sie persönlich findet die Begehbarkeit der Plätze und Fußwege für gesunde Menschen in Ordnung. Doch älteren Bürgern wie ihrer Mutter werde das Leben durch die schwierigen Übergänge von der Straße auf den Fußweg erheblich erschwert. Stolperfallen, die vor allem durch das unebene Kopfsteinpflaster verstärkt werden. "Dass es eine Kurstadt nach 23 Jahren nicht geschafft hat, für Senioren und Behinderte ebene Flächen zu schaffen, finde ich bedenklich", sagt Karin Geyer.

Annika Harlaß zog mit ihrer zweieinhalbjährigen Tochter kürzlich von Groitzsch nach Bad Lausick. Was die Nutzung des Kinderwagens in der Kurstadt betrifft, so komme die 21-Jährige sehr gut zurecht. "Die Fußwege sind breit und eben. Nur das Kopfsteinpflaster ist etwas holprig, aber es geht schon", so Annika Harlaß. Auffällig findet sie zudem die sauberen Rabatten und Wege, auf denen kaum Hundekot zu sehen ist.

Rita Heusler kommt ab und an von Flößberg nach Bad Lausick zum Einkaufen. Die Rentnerin ist mit ihrem Gehstock unterwegs, auf ihren Rollator muss sie hier aber verzichten. Dafür gibt es einen gewichtigen Grund. "Die meisten Busse sind nicht behindertengerecht", so Rita Heusler. Nur mittags 12.10 Uhr könnte sie mit dem Kleinbus, der durch seine ebenerdige Zugänglichkeit für Rollstuhl- und Rollatornutzer geeignet ist, ihre Gehhilfe benutzen. Allerdings fahre der nächste Bus in Richtung Flößberg bereits zwanzig Minuten später schon wieder zurück. Das sei für keinen Menschen zu schaffen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.10.2013
Peter Krischunas

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Obergräfenhain/Kohren-Sahlis. Komplett abgebaut ist seit gestern Nachmittag die 1752 geschaffene Gerstenberger-Orgel in der Obergräfenhainer Kirche. Im Kohren-Sahliser Orgelbau-Meisterbetrieb von Gerd-Christian und Thomas Bochmann werden die ausgebauten Teile nun restauriert.

19.05.2015

Eine Reihe von Bürgern in Mark Ottenhain muss durchaus Entgelt für Niederschlagswasser an den Versorgungsverband Grimma-Geithain (VVGG) bezahlen. In der jüngsten Stadtratssitzung hieß es, dass hier - wie in Wickershain - nicht gezahlt werden brauche.

19.05.2015

Das erste Haus am (Markt-)Platz bleibt das Bad Lausicker Rathaus. Unmittelbar daneben in der Marktstraße zieht jetzt die moderne Architektur eines Wohn- und Geschäftshauses die Blicke auf sich.

19.05.2015
Anzeige