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Für Pilzsammler gelten klare Regeln – Behörde reagiert mit Ordnungsgeldern und Anzeigen

Forstbezirk Für Pilzsammler gelten klare Regeln – Behörde reagiert mit Ordnungsgeldern und Anzeigen

Wer eine gute Stube betritt, ist immer besser beraten, wenn er sich an seine gute Erziehung erinnert. Das richtige Benehmen ist auch in den Wäldern des Landkreises Leipzig gefragt. Der Staatsbetrieb Sachsenforst macht aber gerade während der aktuellen Pilzzeit immer wieder Beobachtungen, die an den Umgangsformen einzelner zweifeln lassen.

Der Wald ist auch ein Arbeitsplatz – etwa während der gerade laufenden Holzernte. Diese Bereiche sind für Pilzsammler gesperrt.

Quelle: Andreas Döring

Bad Lausick. Die Pilz-Begeisterung vieler Zeitgenossen sorgt aktuell für eine hohe Besucherfrequenz im Colditzer und Glastener Forst. Gegen die hat der Staatsbetrieb Sachsenforst mitnichten etwas einzuwenden, solange sich die Besucher an die Spielregeln – sprich das Waldgesetz und Gepflogenheiten eines rücksichtsvollen Miteinanders – halten. Offenbar aber, muss Revierförster Falkhard Dau Jahr für Jahr aufs neue konstatieren, seien dazu nicht alle bereit. Da würden Wege und Holzlagerplätze zugeparkt. Da drängen Pilzsammler vom ersten Morgen- bis zum letzten Abendlicht auch in entfernte Dickichte vor und beunruhigten das Wild. Da würden Absperrungen rund um jene Flächen, auf denen die Holzernte im Gange sei, ignoriert. Um derart massiver Verstöße Herr zu werden, griffen der Staatsbetrieb und die Forstbehörde des Landkreises zwar ungern, in diesen Tagen aber wieder häufiger zu einer Sanktion, die Wirkung zeige: zu Ordnungsgeld bewehrten Anzeigen.

„Das Waldgesetz erlaubt das Pilzesammeln für eine Mahlzeit“, sagt Dau, für das Waldmühlen-Revier im Colditzer Forst verantwortlich. Körbeweise Pilze aus dem Wald zu asten, gehe damit nicht konform. Gesetzeswidrig gar sei es, Autos so abzustellen, dass Rettungswagen, Feuerwehr, Forsttechnik und die großen Holzlaster nicht in den Wald hinein- oder herauskämen. Auch die Polterplätze, an denen die Stämme bis zur Abholung gestapelt würden – etwa nahe des Ebersbacher Wasserwerkes – seien tabu. Doch selbst das gebe es, sagt Dau: eine Häufung von Pkw-Besatzungen, die (angeblich) durch das Navi irrtümlich bis unmittelbar an die Pilzstelle gelotst würden. Deshalb macht er deutlich: „Wer im Wald fahrend erwischt wird, kriegt eine Anzeige der Forstbehörde.“

Dass an mehreren Stellen im Revier in diesen Tagen und Wochen der Holzeinschlag läuft, beeindruckt manchen Waldbesucher nicht. Doch Absperrungen seien keine Folklore, sie dienten der Sicherheit und seien für alle verbindlich, sagt der Revierförster, der jene Frau noch vor Augen hat, die sich partout mit ihrem Fahrrad unter der schwebenden Last eines Stämme verladenden Forwarders hindurch mogeln musste: „Das ist ein Unding.“

Jahreszeitlich bedingt steigt die Zahl der Wildunfälle vor allem auf den Straßen innerhalb des Waldes und in dessen Nähe. Doch nicht nur die reguläre Brunft der Hirsche trage dazu bei. Es seien häufig auch die Pilzsammler, die das Wild im Wortsinn auf Trab hielten und zur Flucht über Straßen veranlassten. „Keiner sollte schneller fahren als 80, und auch das kann schon viel zu schnell sein“, bittet Falkhard Dau um Rück- und Voraussicht. Mit einer angemessenen Fahrweise ließen sich manche Wildunfälle durchaus verhindern - nicht nur während der Dunkelheit, sondern auch tagsüber.

Von Ekkehard Schulreich

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