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Für Traum-Hochzeiten: das sanierte Flößberger Rosenschloss

Frohburg Für Traum-Hochzeiten: das sanierte Flößberger Rosenschloss

Im Flößberger Schloss einander das Ja-Wort geben: Die ersten Paare wollen das im August und September tun. Das Jahrhunderte alte Bauwerk wurde durch die Thüringer Eigentümer saniert und steht als Rosenschloss ab sofort nicht nur für Hochzeiten, sondern auch für Jubiläen, Unternehmensveranstaltungen und Kultur zur Verfügung.

Großer Andrang herrschte im Park, als sich das Schloss nach einem Jahrzehnt der Sanierung jetzt den Flößbergern öffnete.

Quelle: Ingo Sell

Frohburg/Flößberg. 400 Jahre nach der Teilung des Flößberger Rittergutes in einen oberen und einen unteren Teil erstrahlt das Schloss des oberen nach jahrelanger aufwendiger Sanierung in neuem alten Glanz. Die in Thüringen ansässige Familie Römhild hatte die leer stehende Immobilie, in der bis 1997 eine Grundschule untergebracht war, im Jahr eins des neuen Jahrtausends erworben. Unter dem Namen Rosenschloss wird sie jetzt für Hochzeiten, große Familienfeiern und Unternehmens-Events vermietet. Zudem können hier Kammerkonzerte, Lesungen und ähnliches stattfinden. An einem Tag der offenen Tür hatten die Flößberger kürzlich Gelegenheit, sich von den Ergebnissen der denkmalgerechten Restaurierung zu überzeugen.

Blick auf das malerisch beleuchtete Rosenschloss

Blick auf das malerisch beleuchtete Rosenschloss.

Quelle: Ingo Sell

Wer die schwere hölzerne Tür öffnet, betritt ein Foyer, das von Gewölbebögen und einer hölzernen, mit Schnitzereien verzierten Balustrade geprägt ist. Eine gediegene Treppe führt hinauf in das Obergeschoss. Das Dunkel des Holzes kontrastiert mit dem frisch geweißten Mauerwerk, auf dem zufällig gefundene Reste einer historischen Ausmalung konserviert wurden. Eine ins Foyer hineinweisende Loge ist mit Rosenornamenten verziert; in diesem Raum befand sich während der Schul-Jahrzehnte das Lehrerzimmer. Dass sich das Schloss heute derart (rück-)verwandelt präsentiert, ist maßgeblich Karsten Meißner zu verdanken. Der Wahl-Flößberger stellte sich 2006 der Herausforderung, im Auftrag von Monika und Sigmar Römhild, das geschichtsträchtige Bauwerk zu sanieren. Zu den allerersten Aufgaben gehörte es, in den einstigen Klassenzimmern 400 Quadratmeter Ölsockel zu entfernen. Mit Farbe dick beschichtet war auch der komplette Wendelstein, der sich heute, davon befreit, in alter Schönheit präsentiert.

Das Rittergut „Oberen Teils“ wurde auf eine alte Wasserburg gegründet. Im Zuge der Bodenreform 1945 wurde es enteignet. Der Unterbau des heutigen Schlosses stammt aus dem Mittelalter, das Fachwerkgeschoss wurde im 16. Jahrhundert aufgesetzt. Im Obergeschoss finden sich mehrere Wandbilder von 1668, die erhalten werden konnten und den Räumen ein besonderes Fluidum geben. Wie komplex die in mehr als einem Jahrzehnt gestemmte Sanierung war, davon erhält der Besucher im Erdgeschoss einen Eindruck. Hier wird die Geschichte des Flößberger Herrensitzes seit der Ersterwähnung 1206 erzählt, und hier finden sich Exponate vom jüngsten Umbau, mehrere Balkenköpfe zum Beispiel. „Einige waren verfault, die mussten ausgetauscht werden“, sagt Meißner, der sich nicht nur um das Gebäude, sondern auch um den leicht ansteigenden Park kümmerte.

Blick auf das malerisch beleuchtete Schloss in Flößberg

Blick auf das malerisch beleuchtete Schloss in Flößberg.

Quelle: Ingo Sell

Um die Innenausstattung im Stile Louis Philippes, des letzten französischen Königs und direkter Nachfahre des Sonnenkönigs, kümmerte sich Stefan Müller aus Limbach-Oberfrohna, der 2016 starb. Er trug von Mobiliar über die Kronleuchter bis hin zu den Gardinen zusammen, was dem Geschmack Mitte des 19. Jahrhunderts entspricht. Ausgestattet sind damit nicht nur mehrere Säle und Räume für Feiern, sondern auch das Trauzimmer, die Hochzeits-Suite und ein zweites Gästezimmer.

Die ersten Hochzeiten im Rosenschloss sind für August und September bereits terminiert. Noch vor dem Sanierungsabschluss nutzten Christa und Heliodor Woide 2015 bereits das historische Ambiente für eine Art Generalprobe des neuen Konzeptes: Sie feierten hier ihre diamantene Hochzeit. Der Ort hätte trefflicher nicht sein können, hatte die Jubilarin in der Flößberger Schule bis zur Rente als Lehrerin und Horterzieherin gearbeitet. Auch unter den Gästen des Tages der offenen Tür Ende Juli waren einige, die einst in der Schule tätig waren. Noch größer aber war die Anzahl jener, die hier als Schüler entscheidende Weichenstellungen für ihren Lebensweg erfuhren. Zu sehen, dass dieses Haus nach Jahren des Leerstands nun eine neue Nutzung widerfährt, war ihnen Genugtuung.

Von der schrittweisen Sanierung konnten sich die Flößberger bereits überzeugen, als ab 2009 mehrfach eine Schlossweihnacht ausgerichtet wurde.

Von Ekkehard Schulreich

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