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Funkamateure sind in die Jahre gekommen

Funkamateure sind in die Jahre gekommen

Etwa 80 Hobbyfunker aus Sachsen trafen sich am Sonnabend in Bad Lausick. Im Hotel am Bahnhof und der angrenzenden Teppichhalle hielten sie die Wahlversammlung des Distrikts Sachsen im Bundesverband für Amateurfunk DARC ab.

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Fritz Schramm (l.) und Peter Pokahr wurden in Bad Lausick für 60 Jahre Amateurfunk geehrt.

Quelle: André Neumann

Bad Lausick. In 60 Ortsverbänden in Sachsen sind etwa 1500 Funkamateure organisiert. "Funkamateure", belehrt der alte und neue Distriktvorsitzende Karl-Heinz Kunz, sei die korrekte Bezeichnung, und nicht etwa Amateurfunker. Funken kann im Prinzip jeder, der sich ein Funkgerät kauft. Der Funkamateur aber verfügt über eine mit einem Ausweis dokumentierte Lizenz und darf sich Funkgeräte auch selbst bauen und damit auf zugewiesenen Frequenzen funken.

Darüberhinaus hat jeder Funkamateur ein Rufzeichen, das es auf der Welt nur einmal gibt. Karl-Heinz Kunz zum Beispiel meldet sich im Funkverkehr mit DL6EV. Beim Mittagessen im Hotel am Bahnhof reden sich die Funker mit Vor- oder Spitznamen an. Wenn Kunz oder seine Vorstandskollegen während der Versammlung Funkerfreunde zu einer Ehrung aufrufen, heißt es häufig nur: "1. Platz: DL3DTH oder "Danke Bernd, DL4ZM".

Was Funkamateure so treiben, davon hat der Laie nur eine vage Vorstellung. Im Kern, beschreibt Karl-Heinz Kunz, was auch Inhalt vielerlei Wettkämpfe und Wettbewerbe ist, gehe es darum, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Funkkontakte zu möglichst weit entfernten Zielen, also anderen Funkern, herzustellen. Zur Bestätigung einer Verbindung schicken sich die Funker dann Postkarten, auf denen unter anderem Zeitpunkt und Funkfrequenz notiert sind. Was unter anderem dazu führt, dass Funkamateure viele Bekannte in aller Welt haben. Und aus manchen Kontakten entwickeln sich auch länger anhaltenden Freundschaften und gegenseitige Besuche. Was das Amateurfunken denn auch zu einem weltumspannenden Hobby macht, bei dem das Wort von der friedlichen Völkerverständigung durchaus angebracht ist. Worauf die Funkamateure stolz sind, was unter anderem aus den Worten von Lothar Richter (DK3XC) spricht, wenn er daran erinnert: "Der erste zu friedlichen Zwecken genutzte Satellit war ein Amateurfunk-Satellit."

Zu den besonderen Ehrungen in Bad Lausick, wo die Distriktwahlveranstaltung nach 2012 zum zweiten Mal hintereinander stattfand, gehörte die Auszeichnung von Fritz Schramm (DM2AFN) und Peter Pokahr (DM5DL). Beide kommen aus Dresden und betätigen sich seit 60 Jahren im Amateurfunk. Und stehen damit ganz unverschuldet auch für eine Entwicklung, die viele Vereinstätigkeiten trifft, das Amateurfunken aber offenbar ganz besonders: Die Funker sind in die Jahre gekommen und es fehlt an jugendlichem Nachwuchs.

Was Evelin Zeidler (DM4EZ), die Vorsitzende des gastgebenden Bad Lausicker Ortsvereins bestätigt. Ihr Ortsverein ist 50 Jahre alt und hat nur noch 24 Mitglieder, die im Schnitt 50 Jahre alt sind. Und auch sie weiß natürlich, woran das liegt: "Die Jugend hat heute andere Möglichkeiten als vor zwanzig, dreißig Jahren." Für weltweite Kommunikation reicht im Internetzeitalter ein einfaches Mobiltelefon. "Aber", sagt Gerd Balg (DL7UMG), "was passiert, wenn das Internet zusammenbricht?" Dann könne man über Funk immer noch weltweit kommunizieren. Nur leider werde das heute auch in der Schule nicht mehr vermittelt, bedauert der Zwickauer. Wobei gesagt werden muss, dass Funkamateure selbst auch im Internet aktiv sind. Gerd Balg zum Beispiel ist Webmaster einer Interessengruppe für historische Militärfunktechnik.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.04.2013

Neumann, André

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