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Geithain Gabriele Hegner will Deutsche Bläserakademie weiter ausbauen
Region Geithain Gabriele Hegner will Deutsche Bläserakademie weiter ausbauen
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11:31 08.06.2018
Zukunftsmusik – ein Kooperationsprojekt der Oberschule Bad Lausick mit der Sächsischen Bläserphilharmonie gefördert durch das Netzwerk Kulturelle Bildung des Kulturraum Leipziger Raum. Quelle: Jens Paul Taubert
Bad Lausick

Wie wichtig die Bläserakademie für die Ausbildung von Musikern deutschlandweit ist, erklärt Gabriele Hegner im Interview. Die 54-Jährige ist Geschäftsführerin der Deutschen Bläserakademie und der Sächsischen Bläserphilharmonie – und selbst Musikerin, sie studierte Fagott in Essen.

Gabriele Hegner, Geschäftsführerin der Deutschen Bläserakademie in Bad Lausick. Quelle: Jens Paul Taubert

Seit wann gibt es die Bläserakademie in Bad Lausick und was bietet Sie?

Mit der Einführung des Kulturraumgesetzes in Sachsen wurden 1995 dem Orchester als eigenständige Institution neue Aufgaben zur Pflege, Förderung und Entwicklung des Musiklebens im Freistaat übertragen. Neben den neuen Konzertreihen in der Region gründete das Ensemble die Deutsche Bläserakademie. Unser Orchester bildet sowohl Laien als auch Profis im Dirigieren aus. Dazu holen wir uns externe Dozenten ins Haus. Zusätzlich haben wir Kooperationen mit mehreren Hochschulen, zum Beispiel in Leipzig, Mannheim oder Berlin.

Das heißt, es lernen bei Ihnen sowohl Studenten als auch Amateure von kleinen Blasorchestern der Region?

Ja, die Kurse bedienen unterschiedliche Levels und finden in Blöcken am Wochenende oder auch an mehreren Tagen in der Woche statt. Studenten absolvieren hier ihre Praxisphase. Laien werden je nach Vorkenntnissen ausgebildet. Im so genannten D-Kurs wird jemand, der bisher ein Instrument gespielt hat und nun Leitungsfunktion übernehmen möchte, an das Dirigieren heran geführt. Im semi-professionellen B-Kurs geht es schon um viel mehr. Dabei spielen auch Musikgeschichte, Gehörbildung, Instrumentenkunde und Musiktheorie eine Rolle.

Entscheidend ist dabei das Training mit einem Profi-Orchester?

Genau. Die Erfahrung spielt beim Dirigieren eine wesentliche Rolle. Neben all diesen Kursen und Kooperationen finden auch noch viele kleinere Workshops statt.

Woher kommen die Teilnehmer?

Aus ganz Deutschland, zum Teil auch aus dem Ausland. Wir haben hier perfekte Voraussetzungen für diese Ausbildung. Unser Haus bietet kleine und große Ensembleräume, zusätzliche Seminarräume und den schönen Saal. Ziel ist, die Aktivitäten der Bläserakademie noch weiter auszubauen.

Welche Ideen gibt es dazu?

Im nächsten Sommer planen wir eine Dirigier-Masterclass mit Prof. Hermann Pallhuber, die weltweit ausgeschrieben werden soll. Außerdem haben wir den Tubist Andreas Hofmeir für einen Meisterkurs gewonnen, mit dem unser Orchester seine letzte CD aufgenommen hat. Weiterhin wollen wir verstärkt Workshops für Kinder und Jugendliche anbieten, zum Beispiel Schlagzeug. Wesentlich ist: Wir möchten die Breite beibehalten, Profis und Amateure im Haus haben.

Wieso ist Ihr Orchester das einzige seiner Art in Deutschland?

Das hängt mit seiner Geschichte zusammen. Wir sind bis heute das einzige professionelle Kulturorchester in ausschließlicher Bläserbesetzung in Deutschland. Wir decken das komplette sinfonische Repertoire ab. Die Musiker sind mit sehr viel Engagement dabei, was auch die Bläserakademie zeigt. Wir haben eine aktive Szene im Amateurbereich und auch sehr gute Nicht-Profi-Orchester, zum Beispiel die Junge Bläserphilharmonie Sachsen. Dafür Leute gut aus- und weiterzubilden, ist ein wichtiges Anliegen. Für mich ist unser Orchester ein echter Schatz, ein echtes Glück.

Geldsorgen plagen das Ensemble immer wieder. Gerade haben sich die Wogen etwas geglättet...

Ja, wir haben derzeit eine Bestandssicherung. Erstmals nach 17 Jahren gab es eine Lohnerhöhung. Unsere Musiker bekommen jetzt 57 Prozent des Tariflohns, vorher waren es 38 Prozent. Hier spielt keiner wegen des Geldes, sondern weil sie ihre Arbeit wirklich mögen.

Von Claudia Carell

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