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Geithain Gartenhaus im Schlosspark kann gerettet werden
Region Geithain Gartenhaus im Schlosspark kann gerettet werden
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20:00 02.07.2018
Halb neu, halb alt: Dieser Entwurf zeigt auf der linken Seite, wie das Gartenhaus nach einer Sanierung (wieder) aussehen könnte. Quelle: privat
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Frohburg

Steinsaal und Bildersaal des Frohburger Schlosses zählen dank ihrer allegorischen Ausmalungen zu den besonderen Zeugnissen des Hochklassizismus. Durch den Schlossherrn und Goethe-Zeitgenossen Ernst Blümner nach 1800 veranlasst, machen sie das Schloss zu einem Kleinod. Zu dem zählen ebenso der Park und das Gartenhaus darin. Während es der Stadt dank Förder-Millionen, Spenden und Stiftungsgeldern gelang, das Schloss und den oberen Park zu sanieren, droht dem Haus, das in frühen DDR-Jahren den Namen Goethes trug, der Verfall. Ihn aufzuhalten und das Gebäude instand zu setzen, ist Ziel des Freundeskreises Schloss Frohburg. Jetzt gelang ihm ein entscheidender Etappensieg: Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) unterzeichnete vor wenigen Tagen den Antrag, der – wenn ihn die Denkmalbehörde des Landkreises bestätigt – Grundlage für eine Sanierung des kommunalen Gebäudes ist.

Stadt forderte Nutzungskonzept

„Wir freuen uns, dass das jetzt geschehen ist. Das hat mir auf den Nägeln gebrannt, denn seit mehreren Jahren schon sammelt der Freundeskreis Spenden. Die, die uns finanziell unterstützen, wollen ja sicher sein, dass mit diesem Geld auch etwas geschieht“, sagt Vereinschef Günter Köhler. Schon im vergangenen Jahr sollte der Antrag bei der Denkmalschutzbehörde eingereicht sein, doch wollte die Stadt vorher ein Nutzungskonzept sehen – nicht nur für das Gartenhaus, sondern auch für den oberen Park. „Bevor überhaupt etwas begonnen werden kann, muss klar sein, was mit dem Gartenhaus künftig passieren soll“, formulierte es Hiensch im Oktober 2017. Ein Finanzierungskonzept sei vorzulegen und zu klären, wer die Pflege der Terrasse übernehme.

„Genutzt werden kann nur, was gesichert ist“

Köhler und sein Dutzend Mitstreiter brachte das in Bedrängnis. „Für uns ist die bauliche Erhaltung vorrangig gegenüber einer Nutzung. Genutzt werden kann schließlich nur, was gesichert ist“, sagt er. Das Gartenhaus sei immanenter Teil des historischen Ensembles aus Schloss und Park. Schon allein deshalb müsse es bewahrt werden. Der Freundeskreis Schloss sehe sich mit dieser konzeptionellen Arbeit ein bisschen überfordert. Deshalb, so Köhler, freue er sich, dass die Stadtverwaltung nun anders entschied.

Einnahmen im Schloss müssen gesteigert werden

„Wir werden den Antrag auf denkmalpflegerische Genehmigung für das Gartenhaus mit dem Verein nochmals abstimmen und stellen“, hatte Wolfgang Hiensch Mitte Juni auf LVZ-Nachfrage gesagt. Kommunale Mittel für das Gartenhaus könnten aber im Nachtragshaushaltplan 2018 bis 2021 nicht eingeplant werden. „Grundsätzlich sehe ich große Probleme auf die Stadt zukommen, weil wir für die Instandhaltung, Instandsetzung und Unterhaltung des Schloss Frohburg und des Schlossparks kaum ausreichende finanzielle Mittel haben. Dafür müssten wir vor allem die Einnahmen im Schloss durch entsprechende Nutzungen deutlich steigern.“ Das Engagement des Vereins verdiene allen Respekt, „jedoch wird für Schloss und Schlosspark Frohburg noch deutlich mehr Unterstützung gebraucht, nicht nur mit Worten“.

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Gepostet von Freundeskreis Schlösserland Sachsen e. V. am Samstag, 6. August 2016

„Die Bereitschaft der Frohburger, sich zu engagieren, ist da“, sagt Köhler. Das spüre er seit 2013, als sich der Verein vor allem auch zur Rettung des Gartenhauses gründete und seither auf Informationsveranstaltung viel Zuspruch erfuhr. „Damals waren wir sehr enthusiastisch, aber wir hätten nicht gedacht, dass es so mühsam ist, voranzukommen.“ Der unterzeichnete Vertrag jetzt sei ein wichtiges Indiz dafür, dass die Bemühungen um die Rettung des Gartenhauses doch noch Erfolg haben könne.

Von Ekkehard Schulreich

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