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Gartensparte"Alte Heimat" schrumpft

Gartensparte"Alte Heimat" schrumpft

Lange dauerte der Streit um die Geithainer Kleingartenanlage "Alte Heimat". Der Beschluss des Stadtrates vom Dienstag wird sicher nicht alle zufriedenstellen. Doch es sei ein "Kompromiss nach zwei Jahren unermüdlicher Arbeit" in dieser Sache, sagte Bauamtschefin Kerstin Jesierski.

Geithain. Klare Zustimmung gab es von Seiten der Stadträte zur Änderung des Zwischenpachtvertrages mit dem Regionalverband der Kleingärtner über die neue Flächengröße der "Alten Heimat". Nur noch ein Teil der Gärten wird weiter betrieben. Die im Vertrag verbleibenden Parzellen nördlich der Eula sollen "schrittweise aus der Bewirtschaftung durch den jeweiligen Pächter herausgelöst" werden. Diese Flächen seien "ohne Entschädigung zu beräumen und durch den Verein zu pflegen", heißt es im Beschluss.

Zur Vorgeschichte: Das Hochwasser im Juni 2013 überflutete auch das Gelände dieser Sparte. Viele Pächter gaben danach ihre Schollen auf. "Seitdem ist ein Teil der Flächen nicht mehr in Bewirtschaftung und zeigt ein ungepflegtes Erscheinungsbild", heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. Daher soll die Fläche reduziert werden. Die Stadt Geithain sei seit Juli 2013 "im ständigen Kontakt" und in Verhandlung mit Vertretern des Regionalverbandes sowie mit Mitgliedern des Gartenvereins.

Nach Vorstellungen der Stadt sollen in den aufgegebenen Gärten Lauben, Zäune, Beeteinfassungen, Büsche und so weiter entfernt werden, damit das Areal dann anderweitig genutzt werden könne. Eine vom Verein beauftragte Firma habe zwischenzeitlich mit der Beräumung begonnen. Zudem stellte der Verein einen Fördermittelantrag zur Beseitigung der Hochwasserschäden.

Im Januar dieses Jahres beschlossen die Kleingärtner, die Anlage weiterzubetreiben. Sie sagten deutlich, dass die mit dem Ansinnen des Stadtrates nicht einverstanden sind. Erneut kam es im März zu Gesprächen. Dort wurde klar, dass einige Kleingärtner ihre Parzellen nicht aufgeben wollen. Das hätte zur Folge, "dass die Stadt Zwangskündigungen aussprechen müsste und dann entsprechende Entschädigungen für Aufbauten" zu zahlen habe. Deshalb soll nun eine Fläche von rund 7700 Quadratmetern auf der Nordseite der Sparte bleiben. Auch weitere 12 000 Quadratmeter südlich der Eula sollen nach wie vor bewirtschaftet werden. Bei einer gemeinsamen Begehung im Juni sei deutlich geworden, "dass alle Seiten Kompromissbereitschaft zeigen".

Deshalb schlug der Verwaltungsausschuss in der vergangenen Woche vor, der Reduzierung der Pachtfläche zuzustimmen - jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. Die nannte Vize-Bürgermeister Ludberg Schmuck (WVWV), der die scheidende Bürgermeisterin Romy Bauer (parteilos) am Dienstag vertrat, noch einmal öffentlich. Dabei wird unter anderem aufgeführt, dass der Gartenverein "ein Konzept zur perspektivischen Bewirtschaftung der Anlage auszuarbeiten" hat. Außerdem heißt es: "Es ist umgehend ein neuer Gartenvorstand zu wählen."

Letzteres wurde prompt zur gut besuchten Ratssitzung kritisiert: Dies sei alleinige Sache des Vereins. Schmuck ließ sich auf keinerlei Diskussion ein: Der Stadtrat habe einen Beschluss gefasst und der neue Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) habe die Aufgabe diesen umzusetzen, meinte er. Dafür war ein weiterer Beschluss notwendig: Einstimmig entließ der Stadtrat Rudolph aus seinem Gremium - Voraussetzung dafür, dass er ab 1. August auf dem Bürgermeisterstuhl Platz nehmen darf.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.07.2015
Claudia Carell

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