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Gegen die Personalnot der Feuerwehren: Erste Erfolge in Bad Lausick

Gegen die Personalnot der Feuerwehren: Erste Erfolge in Bad Lausick

Eine fünfköpfige Verstärkung für die Bad Lausicker Feuerwehr: Das ist das sichtbare erste Ergebnis der von Unternehmer André Trautner vor ein paar Monaten angestoßenen bundesweiten Initiative „Feuerwehren in Not".

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Stadtwehrleiter Tim Barczynski (links) und Wehrleiter Tomy Klisch (rechts) freuen sich über die Verstärkung.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Um den Personalmangel tagsüber zu mildern, sieht man vor allem ortsansässige Firmen in der Verantwortung. Udo Goerke (CDU), der stellvertretende Bad Lausicker Bürgermeister, begrüßte im Gerätehaus die Neuen offiziell.

Der Begriff „die Neuen" führt in den meisten Fällen in die Irre. Ronny Eydner, einer von ihnen, ist gestandener ehrenamtlicher Feuerwehrmann. Er leitet die Truppe in Bad Lausicks Nachbarort Flößberg. Und arbeitet in Bad Lausick. Das Unternehmen Lehmann, sein Arbeitgeber, ist bereit, Eydner auch dann freizustellen, wenn die Bad Lausicker Wehr seiner Hilfe bedarf. Auch Eydners Kollege Matthias Georgi, stellvertretender Wehrleiter von Etzoldshain, darf künftig zusätzlich von den Bad Lausickern alarmiert werden. Diese Pro-Feuerwehr-Entscheidung rechnet André Trautner dem Unternehmen Lehmann hoch an. „Gerade auch die Betriebe haben doch ein Interesse daran, dass die Feuerwehr funktioniert." Und sie hätten jene Arbeitskräfte vor Ort, die im Ehrenamt oft Feuerwehrleute seien, wenn auch in anderen Wehren organisiert. Dieses Potenzial nutzbar zu machen, ist ein Anliegen der von Trautner und der Stadt Bad Lausick angestoßenen Initiative „Keiner kommt. Feuerwehren in Not." Trautner hofft nun auf weitere Nachahmer unter den Bad Lausicker Unternehmen.

„Von Null bis zehn" beschreibt Tomy Klisch, der Bad Lausicker Wehrleiter, die übliche Tageseinsatzbereitschaft seiner Truppe. Das sei sehr bedenklich. Ein Grund: Viele arbeiten in Schichten und außerhalb. Kameraden anderer Wehren einzubeziehen, sei ein guter Ansatz, inzwischen versicherungstechnisch geklärt und von der Ausbildung her kein Problem. „Wir wollen diese Kräfte vorerst aber nur bei Bränden anfordern oder wenn es einen Unfall mit einer eingeklemmten Person gibt."

Unterstützung dieser Art ist Feuerwehrfrau Sindy Setzkorn willkommen: „Es ist wirklich schwer, Leute zu finden." Sie selbst arbeite in Borna, sei deshalb tagsüber in Bad Lausick nur bedingt einsatzbereit. Willi Westphal, seit sechs Jahrzehnten Feuerwehrmann, begrüßt die Initiative: „Jeder kann in Not kommen. Deshalb ist es wichtig, dass sich junge Leute bereiterklären."

„Ich finde die Initiative gut. Sie geht ein Problem an, was alle betrifft", meint Udo Goerke (CDU), der stellvertretende Bürgermeister. Die Stadt habe sich klar zu ihrer Unterstützung bekannt und werbe bei Neueinstellungen für eine Feuerwehr-Mitgliedschaft. Jetzt hoffe er, dass es unter den Unternehmen weitere Nachahmer gebe.

„Eine sinnvolle Sache", sagt Matthias Georgi, der in seiner Etzoldshainer Stammwehr eine Uniform hängen hat und demnächst eine zweite in Bad Lausick. David Schommler hatte bisher nichts mit Feuerwehr am Hut. Als die Stadt ihn kürzlich für den Bauhof einstellte und für die Feuerwehr warb, war das für ihn „einleuchtend. Damit habe ich kein Problem." Schommler ist jetzt in der Bad Lausicker Wehr organisiert, sein neuer Bauhof-Mitstreiter Max Leichner in der Buchheimer. Dritter im Bund ist der Kleinbardauer Andreas Jahn.

„Ein Grund, sich auszuruhen, ist dieser Erfolg nicht", resümiert Unternehmer André Trautner. „Aber wir haben ein bisschen Zeit gewonnen."

Ekkehard Schulreich

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