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Geithain: Behörde erhebt schwere Vorwürfe gegen Verein – Tierparkschließung droht

Landkreis sieht Missstände Geithain: Behörde erhebt schwere Vorwürfe gegen Verein – Tierparkschließung droht

Futter, das nicht artgerecht ist, erkrankte Tiere, ungenügende Pflege: Das Veterinäramt des Landkreises Leipzig benennt, was aus seiner Sicht beim Tierpark Geithain im Argen liegt. Der Verein habe sich immer bemüht, behördlichen Forderungen zu entsprechen, erklärt Vorstandsmitglied Ludbert Schmuck. Jetzt dränge man auf eine klare Entscheidung.

Der Vorstand des Geithainer Tierparkvereins hat Gelegenheit, sich bis Ende Mai zu äußern.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Futter, das nicht artgerecht ist, erkrankte Tiere, ungenügende Pflege: Das Veterinäramt des Landkreises Leipzig benennt jetzt konkret, was aus seiner Sicht beim Tierpark Geithain im Argen liegt. „Es gibt definitiv Missstände, und dagegen gehen wir vor“, sagte Behördensprecherin Brigitte Laux am Freitag der LVZ. Das sei keine behördliche Willkür: „Die Tiere leiden, und das geht nicht.“ Laux wurde damit ausführlicher als noch zwei Tage zuvor, als sie in der Zeitung auf ein noch nicht abgeschlossenes Verfahren verwies.

„Dem Personal des Tierparkvereins fehlt die Sachkunde. Damit steht und fällt alles“, sagte Laux. Fehlen würde auch die „tierschutzrechtliche Genehmigung, Tiere in einer zooähnlichen Einrichtung zu halten und auszustellen“. Die erhielt der Verein 2010 zwar, doch es fehle an einem Sachkunde-Nachweis, den zwei, drei Mitglieder des Vereins besitzen müssten. Darauf habe man den Verein seit Jahren hingewiesen. Einen solchen Schein zu machen, bedürfe es nur des überschaubaren Aufwandes mehrerer Ausbildungswochenenden.

Als Extrembeispiel für falsches Füttern nannte die Behördensprecherin den Tod des Hängebauchschweins 2014. Bei Kontrollen im vergangenen Monat habe man „Ställe, die nicht gemistet waren“, festgestellt. Einige Tiere hätten stark mit Kot verklebtes Fell gehabt. Andere litten an Parasiten, an Bindehautentzündung, an nicht ordnungsgemäß geschnittenen Krallen. Es fehle an exakten Listen des Tierbestandes – kurzum: an Sachkunde eben.

„Das muss kein böser Wille sein.“ Aber so könne es nicht bleiben. Das Landratsamt habe den Verein nicht nur immer wieder kontrolliert, sondern immer wieder auch Hilfe angeboten, so Laux: „Jetzt hat der Vorstand bis 31. Mai Gelegenheit, sich zu äußern.“ Das sei keine Ansage, den Tierpark qua Amt schließen zu wollen: „Es ist eine Chance für den Verein und für die Stadt, etwas zu tun.“

Er wisse, dass der Tierpark vielen Geithainern am Herzen liege, sagte Bürgermeister Frank Rudolph (UWG), der sich am Freitag im Veterinäramt informierte. Etwas verändern müsse aber in allererster Linie der Verein selbst. „Wir als Stadt können die Gespräche mit dem Landratsamt nur begleiten, und das werden wir tun.“

Ludbert Schmuck, Geithainer Stadtrat der WVWV und Vorstand des von Ex-Bürgermeisterin Romy Bauer geführten Vereins, hatte das Stadtparlament am Dienstag über eine Häufung von Anzeigen und kostenintensiven Kontrollen durch das Landratsamt in Kenntnis gesetzt und um Unterstützung gebeten, um den Tierpark zu sichern. Ein Thema, dessen sich nach dem LVZ-Beitrag vom Donnerstag am Freitag auch das MDR-Fernsehen annahm.

Es sei richtig, dass es mitunter kranke Tiere gebe, sagte Freitagnachmittag Ludbert Schmuck. Der Tod des Hängebauchschweins liege vor seiner Vorstandszeit; seither würden keine Speisereste mehr gefüttert. Es treffe zu, dass bisher niemand aus dem Verein besagten Sachkundenachweis besitze. Mehrere, die ihn machen wollten, seien abgesprungen: „Jetzt aber haben wir drei junge Leute, die ziehen das hoffentlich durch.“

Der Verein habe sich immer bemüht, behördlichen Forderungen zu entsprechen; darüber gebe es Protokolle. Jetzt dränge der Verein auf eine klare Entscheidung. „Wir wollen nicht gegen Gesetze verstoßen. Wenn wir keine Genehmigung haben, müssen wir schließen, auch wenn uns das sehr leid täte“, erklärte Schmuck.

Von Ekkehard Schulreich

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