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Geithain: Eltern fordern klare Aussagen für die Gemeinschaftsschule

Geithain: Eltern fordern klare Aussagen für die Gemeinschaftsschule

Geithain. Klarheit über die Zukunft der Geithainer Gemeinschaftsschule wollen die Mütter und Väter der derzeitigen und künftigen Schüler haben.

. Deshalb lud der Elternrat Dienstagabend Gäste zu einer Podiumsdiskussion mit rund 25 Elternvertretern ein. Den Fragen stellten sich der CDU-Landtagsabgeordnete Georg Ludwig von Breitenbuch, Manfred Schön, Kultusamtsleiter im Landkreis Leipzig, der Fördervereinsvorsitzende Gerd Orgis sowie Falk Wieczorek, stellvertretender Geithainer Bürgermeister. Sie nahmen aus der von LVZ-Redakteurin Inge Engelhardt moderierten Runde konkrete Bitten der Eltern mit.

„Wir brauchen endlich Klarheit, um den Eltern der künftigen Schüler Sicherheit zu geben", begründete Elternratsvorsitzender Falk Nagel die Aktion. Das halbstündige Gespräch mit Sachsens Kultusminister Manfred Wöller (CDU) bei der Übergabe der Unterschriftenlisten im Februar in Dresden (die LVZ berichtete) habe eher Alibifunktion gehabt, schätzt Ilka Haberland, Elternvertreterin der 6b, ein. „Wir sind Mittelsachsen weggelaufen, haben uns für dieses Konzept der Gemeinschaftsschule entschieden", so die Obergräfenhainerin. Hier könne sich ihre Tochter im Laufe der Jahre ausprobieren, ihre Grenzen austesten. „Wer legt nun fest, was positiv ist an der Gemeinschaftsschule?", fragte die Mutter. „Ich denke, die Zukunft der Schule ist nicht in Gefahr, aber ich mache mir Sorgen um unseren Sohn in der 3. Klasse", erklärte in der Debatte die Mutter eines Fünftklässlers an der Schule. Sein Jahrgang sei vom veränderten Zugang aufs Gymnasium als erster betroffen, der Weg auf die Gemeinschaftsschule wäre verbaut. Sie habe FDP gewählt, weil die Partei versprach, sich für längeres gemeinsames Lernen einzusetzen. „Als Mutter bin ich schwer enttäuscht."

„Das bin ich auch selber", pflichtete ihr der direkt angesprochene FDP-Mann Wieczorek bei. Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow habe ihm noch auf der Wahltour versprochen, sich dafür einzusetzen. „Ich denke, dass der Gemeinschaftsgedanke nach Geithain gehört wie das Amen in der Kirche. Das gesamte Konzept soll möglichst übernommen werden", betonte der ehrenamtliche Bürgermeister-Stellvertreter.

„Die FDP hat es schwer, ihre Akzente reinzubekommen, die CDU stand da ganz fest", sprang ihm CDU-Kreischef von Breitenbuch überraschend zur Seite. Der Freistaat strebe ein einheitliches Schulsystem mit Mittelschulen und Gymnasien an, neu sei die Nachbeurteilung für einen eventuellen Übergang nach Klasse 6.

Neun Gemeinschaftsschulen im Freistaat seien doch keine Gefahr für ein ganzes Schulsystem, bezeichnete ein Vater das Argument als „Augenauswischerei". „Alle loben das Konzept der Schule. Wenn es gut ist, warum wird es dann nicht weitergeführt", formulierte ein anderer sein Unverständnis.

„Das ist eine Entscheidung der Landesregierung, bisher hat es dazu keine Anhörung gegeben", erklärte Schön. Er persönlich fände die Entscheidung schade. Es habe von Anfang an als Versuch laufen sollen, man hätte jedoch das Ende abwarten müssen, um Schlüsse zu ziehen. Schön: „Ich hoffe, dass trotzdem ganz viel bleiben wird. Geithain hat einen sehr guten Ruf und Anmeldezahlen, von denen andere Mittelschulen träumen." Er bot an, auf das Ministerium zuzugehen und Informationen einzuholen, was „Konsultationsschule" konkret bedeutet, was bleibt.

Den Landtagsabgeordneten baten die Eltern, bei Minister Wöller nachzuhaken, denn sie haben ihn eingeladen, wollen sich einbringen. Viele der Fragen und Argumente an diesem Abend richteten sich im Grunde an Sachsens Kultusministerium. „Ich bin kein Schulpolitiker", stellte von Breitenbuch klar, versprach aber bei der Auswertung des Schulversuches genau hinzuschauen. Er geht davon aus, dass der Landtag sich mit dem Thema befassen muss, nimmt angesichts der Haushaltdebatte an, dass dies nicht vor dem Frühjahr passieren wird, was vielen Eltern zu spät ist. „Ich werde nachfragen, wie die Zeitspanne ist", versprach er.

Auf den Nägeln brennt Müttern und Vätern auch die Frage, ob ihre Kinder nach der 10. Klasse wie angedacht direkt in Klasse elf eines Gymnasiums wechseln können. Der Geithainer Bildungsgipfel solle fortgeschrieben werden, regte Wieczorek an.

Der Förderverein werde weiter dafür sorgen, dass das Umfeld der Ausbildung stimmt, versprach Orgis. „Gehen die Anmeldungen zurück, merken das auch die Geschäfte und die Gewerbetreibenden."

Inge Engelhardt

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