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Geithain Geithain: Film über Südafrika soll viele Menschen erreichen
Region Geithain Geithain: Film über Südafrika soll viele Menschen erreichen
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07:00 30.09.2017
Plakat zum Film, der am Montag in Geithain läuft. Quelle: Repro LVZ
Geithain

Südafrika ist für viele in Deutschland so fern, dass das Geschehen dort kaum wahrgenommen wird. Für Andries Vogel, den Wahl-Geithainer, ist das ganz anders. Der 33-Jährige ist aufgewachsen in diesem Land, als dort Apartheid herrschte, die Schwarzen diskriminiert wurden. Mit dem Ende dieses weißen Unterdrückungsregimes vor mehr als einem Vierteljahrhundert verband er wie viele Menschen weltweit große Hoffnungen auf ein gedeihliches Miteinander, hatten doch ANC-Führer Nelson Mandela und der damalige Ministerpräsident Frederic de Klerk für ihr Engagement gemeinsam den Friedensnobelpreis bekommen.

Plakat zum Film, der am Montag in Geithain läuft. Quelle: Repro LVZ

Doch längst betrachtet Vogel, der seit 2009 seiner Liebe nach Deutschland gefolgt ist, als Übersetzer und Lehrer arbeitet, mit großer Sorge, was in seinem Geburtsland geschieht. Darauf aufmerksam machen will er mit einem Film, den der von ihm mitgegründete Verein Sprachwerk am 2. Oktober im Geithainer Bürgerhaus zeigt. „Treurgrond“ – Trauererde – heißt der Spielfilm von Steve Hofmeyr. Vogel hat den auf Afrikaans, die Sprache der Buren, gedrehten Streifen gemeinsam mit Wolfgang Reinken mit deutschen Untertiteln versehen.

„Das neue Südafrika hat die nach Jahrzehnten des Kampfes sich bietende Chance zu einem Neubeginn nicht genutzt. Außer einer kleinen, sich drastisch bereichernden schwarzen Elite, haben alle ethnischen Gruppen verloren.“ – Dieses bittere Fazit zog Klaus Freiherr von der Ropp von Southern African Consulting Potsdam bei einem kürzlich gehaltenen Vortrag über die Situation der Buren, der Weißen, vor allem der Farmer. „Die Regierung hat einen Sündenbock gesucht für all das, was nicht geworden ist, und ihn gefunden: die weiße Minderheit“, bestätigt Andries Vogel diese Sicht. Von den Bedrängungen, Bedrohungen, Vertreibungen, sogar Morden berichte dieser Film. Festgemacht werden die Schilderungen an einer burischen Farmer-Familie. „Die Filmemacher haben sich bemüht, ein differenziertes Bild zu zeigen“, sagt Vogel. Es sei eine Tragödie, was sich im Land, von der Welt kaum wahrgenommen, abspiele: „Mir ist es schmerzhaft, das zu sagen, denn auch ich hoffte, es wäre anders.“

Die Filmvorstellung ist Teil eines Projektes, das der Verein mit Inklusion und Akzeptanz durch Begegnung mittels Arbeit und Sprachmittlung überschreibt und das vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert wird. Sprachwerk gründete sich 2013, als die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge anschwoll, als ein Hilfswerk in Sachen Sprache – für die Ankommenden wie für Behörden und Träger. Schließlich vereinen die internationalen Mitglieder, darunter zahlreiche Lehrer und Übersetzer, unter dem Dach des Vereins persische und arabisch, türkische und englische Sprachkenntnisse – und Afrikaans. Jetzt, zwei Jahre später, seien viele Flüchtlingsheime in der Südleipziger Region geschlossen worden, lebten einige der damals Angekommenen in Geithain und Borna in Wohnungen und hielten so weiter Kontakt.

Er selbst aber habe, sagt Andries Vogel, „jetzt Zeit gewonnen, mich mit Südafrika und diesem Film zu befassen“. Das sei ihm ein Herzensbedürfnis, und er hoffe, mit der Vorführung am 2. Oktober, 19.30 Uhr, viele Menschen zu erreichen. Freigegeben ist der Film ab zwölf Jahre. Im Kontext des Filmes folgt am 3. Oktober ein offenes, internationales und vielsprachliches Fußballturnier. Es wird 15 Uhr in der Turnhalle im Geithainer Neubaugebiet angepfiffen.

Von Ekkehard Schulreich

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