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Geithain Geithain: Jubelkonfirmand scheut Anreise aus Belgien nicht
Region Geithain Geithain: Jubelkonfirmand scheut Anreise aus Belgien nicht
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07:00 02.07.2017
Blick auf die Geithainer Nikolaikirche. Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain

Ein Dreivierteljahrhundert ist es her, dass die Geithainer Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 1927/28 konfirmiert wurden. Das Kirchspiel Geithainer Land lud sie deshalb zur Jubelkonfirmation in die Nikolaikirche ein. Neben den wenigen, die dieses 75. Jubiläum feiern konnten, waren auch jene zugegen, deren Konfirmation 70, 60, 50 und 25 Jahre zurückliegt. „Wir Alten wurden extra zu Hause abgeholt und konnten auf Stühlen im Altarraum Platz nehmen“, sagt Rudolf Beßert. Der 89-Jährige meint mit „den Alten“ vier Mitschülerinnen von einst und einen Schulkameraden, den das Leben nach Belgien verschlug und der trotz des hohen Alters eine 800 Kilometer lange Anreise nach Geithain auf sich nahm, um diese Feier erleben zu können. Begleitet wurde er von seiner Frau und seinem Sohn.

Als unter Glockengeläut und zu den Klängen der Orgel die jüngeren Jubilare in die Kirche einzogen, wanderten die Gedanken Beßerts weit zurück „in jene Zeit, als wir Jungen erstmals im Anzug mit langen Hosen, mit weißem Hemd und Schlips auftraten“. In eine Zeit aber auch, „da deutsche Truppen dabei waren, an die Wolga vorzustoßen und fast ganz Europa vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer, vom Atlantik bis tief nach Russland hinein besetzten. Gedanken an verbrannte Erde, zerstörte Städte und Dörfer.“ Das Trauma des Kriegserlebens wirkte nach. Doch dann der Einstieg ins Berufsleben, die Gründung einer Familie, das Aufwachsen der Kinder und Enkel.

Dieses Zurückschauen sei nicht nur für ihn sehr bewegend gewesen, sagt Beßert, ebenso nach dem Gottesdienst die gemeinsame Fahrt zur Paul-Guenther-Schule, wo man bis vor 75 Jahren die Schulbank drückte. Die Führung durch die Schule schloss Gespräche und die Besteigung des Schulturmes ein. „Wir möchten allen Helfern für diesen schönen Tag danken“, so der Geithainer.

Die Schüler des Konfirmanden-Jahrgangs 1927/28 – sofern sie noch am Leben und dazu gesundheitlich in der Lage sind – treffen sich im Übrigen bis heute regelmäßig einmal im Monat im Café Otto. „Viele sind wir ja nicht mehr. Deshalb nehmen wir unsere Partner mit“, sagt Beßert. Diesen Zusammenhalt zu pflegen, sei allen wichtig.

Von es

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